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Mysteriöser Modezar: Zehn Dinge, die Sie vermutlich noch nicht über Karl Lagerfeld wussten

Wie alt wurde er nun wirklich? Wen liebte er? Wie nahm er so viel ab – und wie war das Verhältnis zu seiner Mutter? Wir haben zehn interessante Fakten über das Leben des grandiosen Modeschöpfers für Sie zusammengestellt.

Abschied von einer Legende: Mit dem Tod von Karl Lagerfeld endet nicht nur für die Modewelt eine Ära

Kaum ein Modedesigner stand so im Zentrum der Aufmerksamkeit wie Karl Lagerfeld. Dennoch gab es viele Facetten seines Lebens, über die wenig bis nichts bekannt ist. Wir haben ein paar interessante Fakten für Sie zusammengestellt.

1. Er war vielleicht weder 80 noch 85 Jahre alt

Kaum ein Geheimnis um den verstorbenen Modeschöpfer ist größer als das um sein Geburtsdatum. Lange Zeit galt der 10. September 1938 als sein Geburtstag. Dann fand die "Bild am Sonntag" aber heraus: Es war vermutlich eher das Jahr 1933. Aus der letzten "3" im Ausweis soll Lagerfeld eine "8" gemacht haben. Darauf angesprochen, verwirrte er alle nur noch mehr, indem er sagte: "Es liegt dazwischen. Aber da muss man auf meine Memoiren warten". An denen soll er seit 2008 geschrieben haben, es gibt einen Vertrag mit einem renommierten Verlag. Doch noch ist nichts erschienen. Wir warten gespannt!

2. Er fuhr kein Auto

Lagerfeld hatte durchaus ein Faible für elegante und teure Gefährte. Selbst ans Steuer setze er sich aber nicht. Seit dem Alter von 30 Jahren soll er kein Lenkrad mehr angefasst haben – freiwillig. Zuvor soll er zweimal beim Autofahren eingeschlafen sein, weil ihn die monotonen Motorengeräusche so langweilten. Er war beide Male in ernsthafte Unfälle verwickelt worden. Seither ließ er sich chauffieren und profitierte davon auch, nachdem er sich in seinen Chrysler einen Zeichentisch einbauen ließ, so dass er unterwegs arbeiten konnte.

Karl Lagerfeld fuhr nicht selbst Auto, sondern ließ sich lieber chauffieren

Karl Lagerfeld fuhr nicht selbst Auto, sondern ließ sich lieber chauffieren

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3. Er trug zu kleine Schuhe

Vielleicht, um den Models in ihren unbequemen High Heels nachfühlen zu können? Jedenfalls soll der Modezar alle seine Schuhe stets eine Nummer zu klein gekauft haben. "Ich liebe das Gefühl", sagte er dazu. Nun ja, jeder wie er mag.

4. Er besaß mehr als 300.000 Bücher

Der Modezar liebte Bücher, las fast alles, hatte eigenen Angaben zufolge eine Vorliebe für chinesische Lyrik des 16. Jahrhunderts. Als Intellektuellen sah sich Lagerfeld aber nie. Er habe ja nicht mal Abitur, entgegnete er auf solche Behauptungen. "Ich will alles wissen, aber ich bin kein Intellektueller und ich mag auch nicht deren Gesellschaft. Im Grunde bin ich der oberflächlichste Mensch der Welt." So ganz glauben kann man das nicht, laut Mitarbeitern soll er wirklich jedes seiner Bücher gelesen haben und noch Jahre später Aussagen auf bestimmten Seiten eines bestimmten Bandes auswendig gewusst haben. Er kaufte in den besten und exklusivsten Buchläden der Welt, bestellte niemals Bücher im Internet.

5. Er nahm 46 Kilo ab

Als berufsbedingter Ästhet haderte Karl Lagerfeld stets mit seiner Optik. Nachdem man ihn jahrelang mit einem beachtlichen Bäuchlein kannte, hungerte er sich ab 2000 erstaunliche 46 Kilo weg – und hielt seine Figur seitdem. Angeblich folgte er dem Diätplan des französischen Promi-Arztes Jean-Claude Houdret. Der verlangt, drei Wochen lang nur einen teuren Eiweiß-Shake und etwas Gemüse zu sich zu nehmen, danach ausschließlich luxuriöse Snacks wie Kaviar oder Hummerfleisch. Zudem schwor Lagerfeld auf Diät-Softdrinks wie Cola light und Pepsi light, hatte extra für diese einen kleinen Kühlschrank in seinem Arbeitszimmer.

6. Er lebte (fast) vorbildlich gesund

Lagerfeld bewegte sich in den wildesten Jahren des Mode-Business in dessen Epizentren. Den wilden 80er und den hemmungslosen 90er Jahren. Dennoch lockte ihn der Party-Lifestyle nie. Statt dessen legte er Wert auf täglich sieben Stunden Schlaf und konzentriertes Arbeiten. Zigaretten oder Alkohol sah er da nur als unnötige Ablenkung, Drogen sowieso. "Ich habe nie gekokst, nie Drogen genommen, nie geraucht und nie getrunken – außer meinen 15 Flaschen Cola light täglich", so Lagerfeld. "Aber ich bewundere diejenigen, die sich besaufen und sich selbst zerstören", sagt er. Denn dies erfordere auf eine gewisse Weise mehr Mut, als den Egoismus, den er an den Tag lege.

7. Seine strenge Mutter prägte ihn

Lagerfelds Vater war erfolgreicher Fabrikant – er erfand die Kaffeesahne "Glücksklee". Doch seine Mutter Elisabeth hatte deutlich mehr Einfluss auf den kleinen Karl. Allerdings auf eine etwas eigenartige Weise. Sie habe ihn nie wirklich Kind sein lassen, heißt es. "Du bist vielleicht sechs Jahre alt, aber ich bin es nicht", habe sie ihm gesagt, wenn sie ihren Sohn zu kindisch fand. Eine Brille durfte er trotz Kurzsichtigkeit nicht tragen, denn die Mutter fand: "Kinder mit Brille sind das Hässlichste auf der Welt." Die Sonnenbrille, die er später stets trug, korrigierte seinen Sehfehler. Da sich der kleine Karl als Kind schon wie ein Erwachsener benahm, hatte die Mutter ihn gern um sich – anders als seine ältere Schwester Christel. "Meine Schwester wurde ans Internat geschickt, weil meine Mutter meinte, sie sei langweilig. Ich war nicht langweilig." Lagerfelds Mutter starb 1978.

8. Er hielt offenbar nicht viel von Sex

Wären wir Sigmund Freud, würden wir jetzt nochmal die Mutter-Kind-Beziehung aus Punkt 7 erwähnen... jedenfalls hatte Karl Lagerfeld wohl ein gewisses Problem mit menschlicher Nähe. Er zeigte sich nie offen mit einem amourösen Partner oder einer Partnerin. Selbst mit dem 1989 verstorbenen Jacques de Bascher, der gemeinhin als sein Lebensgefährte betrachtet wurde, habe Lagerfeld laut eigenen Angaben nur eine platonische Beziehung geführt. Immerhin sagte er einmal: "Ich habe alles ausprobiert – aber Sex ist doch nicht so wichtig!" Er wurde als bisexuell, homosexuell und asexuell bezeichnet. Vielleicht stimmt alles, vielleicht nichts davon. "Persönlich bevorzuge ich hochklassige Escorts. Ich mag es nicht, mit Menschen zu schlafen, die ich wirklich liebe" zitiert ihn die "Daily Mail". "Ich mag es nicht, weil Sex nicht beständig ist, aber Zuneigung für immer bestehen kann. Ich glaube, das ist gesund." Wirklich nah an sich heran ließ er wohl nur Katze Choupette. "Ich vertraue niemandem alles an. Außer Choupette. Sie kann meine Geheimnisse nicht ausplaudern. Das ist ja das Gute", so Lagerfeld.

9. Heidi Klum hielt er für unwichtig

Als das deutsche Model auf dem Höhepunkt seiner Karriere war und überall als Sexsymbol und Superstar galt, zuckte Karl Lagerfeld nur mit den Schultern. "Ich kenne sie nicht. Claudia (Schiffer) kennt die auch nicht. Die war nie in Paris, die kennen wir nicht", kommentierte er flapsig. Überhaupt sei Klum zu kräftig gebaut und habe zu große Brüste für den Laufsteg. Harte Worte – aber Heidi Klum in Chanel? Das hätte wohl wirklich nicht gepasst.

10. Eine Wahrsagerin sagte seinen Erfolg voraus

Angeblich hatte Karl Lagerfeld seine einzigartige Karriere einer Wahrsagerin zu verdanken. Nun ja, das stimmt so halb. "Als die Mama von Karl Lagerfeld schwanger war, ist sie zu einer Wahrsagerin gegangen und die hat ihr gesagt: Du kriegst einen Sohn und der wird Bischof", so Society-Expertin Kamilla Senjo (MDR). Davon war Mutter Lagerfeld alles andere als begeistert und hat "alles unternommen, damit er eben nichts mit Religion zu tun hat", so Senjo. "Aber letzten Endes wissen wir ja alle: Karl Lagerfeld ist doch so etwas wie ein Papst geworden – ein Modepapst!"

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