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Rassismus-Debatte: Karol G. twittert Hundefoto zum Tod von George Floyd - und wird dafür verspottet

Der Tod des Afroamerikaners George Floyd erschütterte die Welt. Neben zahlreichen Straßenprotesten wird auch das Internet mit Solidaritätsbekundungen geflutet. Sängerin Karol G. twitterte ebenfalls zu dem Thema. Doch die Botschaft kam offenbar nicht gut an.

Sängerin Karol G.

Die kolumbianische Sängerin Karol G. entschuldigte sich nach ihrem Tweet

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Gut gemeint ist eben nicht immer gut gemacht. Das bekam jetzt auch die kolumbianische Sängerin Karol G. zu spüren. Die 29-Jährige setzte einen Tweet ab, indem sie Stellung nahm zu dem Tod des Afroamerikaners George Floyd, der bei einem brutalen Polizeieinsatz ums Leben kam. Dazu stellte sie ein Foto ihres schwarz-weiß gefleckten Hundes und schrieb: "Das perfekte Beispiel dafür, dass Schwarz-Weiß ZUSAMMEN schön aussieht".

Inzwischen hat sie den Tweet wieder gelöscht. Ein Grund dafür dürften die hämischen Kommentare sein, die sie dazu bekommen hat. Einer, der einen Screenshot des Tweets geteilt hat, schreibt dazu: "Karol G hat wirklich ihren schwarz-weißen Hund benutzt, um zu versuchen ihren Standpunkt zur Rassengerechtigkeit zu vertreten...". Ein anderer schreibt: "Karol G. postete ihren schwarz-weißen Hund und sagte: 'Seht mal, wie gut es zusammen aussieht' nach dem Motto: Ok, genug Aktivismus für heute." Ein anderer kommentiert: "Sie vergleicht schwarze Menschen mit Hunden". Wieder ein anderer schreibt: "Ich lach mich schlapp (...) Karol G. dachte wirklich, mit einem Foto ihres Hundes würde sie den Rassismus beenden. Jetzt muss wohl ihr PR-Team ihren Account verwalten."

George Floyds Bruder mahnt zu friedlichem Protest

Karol G. entschuldigt sich via Twitter

Inzwischen hat sich die Sängerin in einer langen Erklärung auf Twitter für ihren Post entschuldigt: "Ich lag falsch und entschuldige mich dafür. Ich möchte klarstellen, dass meine Absichten (…) richtig waren. Ich wollte sagen, dass Rassismus schrecklich ist und ich das nicht nachvollziehbar finde. Die letzten Tage waren hart, und es ist äußerst schmerzhaft zu sehen, das es weitergeht. Es muss aufhören. Es gibt nur eine Rasse, und das ist die menschliche Rasse. Ich sehe ein, dass die Art und Weise, wie ich mich geäußert habe, nicht richtig war." Unter keinen Umständen dürfe jemanden "wegen seiner Hautfarbe oder wegen seiner Zugehörigkeit zu einer Minderheit eine solch systematische Unterdrückung erfahren" und sie unterstütze die Proteste und Aktionen, die unternommen würden, um "Polizeibrutalität und Rassismus zu beenden." 

George Floyd starb bei Polizeieinsatz

Die Zeilen stimmen ihre Fans offenbar versöhnlich. "Königin, wir kannten Deine Absichten. Du sprichst und kämpfst, und das ist es, was wir brauchen, ist, dass Prominente wie du weitermachen!", lautet ein Kommentar unter dem Eintrag. Oder:  "Ich glaube nicht, dass Sie irgendjemandem etwas erklären müssen, ich weiß, dass Du sie unterstützt, und das ist alles, was zählt."

Neues Video aufgetaucht: Drei statt nur einem Polizisten knieten auf George Floyd

Der Afroamerikaner George Floyd war vergangenen Montag bei einem Polizeieinsatz in Minneapolis gestorben, nachdem ein weißer Polizist ihm minutenlang sein Knie in den Nacken gedrückt hatte. Ein Video des Vorfalls löste landesweit Entsetzen sowie Proteste in zahlreichen Städten aus. Der verantwortliche Polizist wurde mittlerweile wegen Totschlags festgenommen.

Quellen: Twitter, DPA

jek
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