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Kim Kardashian: Eine märchenhafte Scheidung

War es ein Anflug von Panik oder doch bloß eine kalkulierte PR-Aktion? Jedenfalls ist Kim Kardashian am Sonntag zu ihrem Noch-Ehemann nach Minnesota geflogen. Mutter Kris Jenner versucht sich parallel an hektischer Schadensbegrenzung. Zerbricht das Kardashian-Imperium an der Trennung seines Superstars?

Von Frank Siering, Los Angeles

Eigentlich hatte sie angekündigt, sich aus dem selbst inszenierten Medienzirkus ein "bisschen zurückzuziehen". Doch so ganz ohne Aufmerksamkeit kann eine Reality-Ikone wie Kim Kardashian dann halt doch nicht.

In einer Nacht-und Nebelaktion bestieg die 31-Jährige am Sonntag ein Flugzeug und düste - Linie und ohne Bodyguards - Richtung Minnesota. Dort landete die "am Boden zerstörte" (O-Ton Mama Kris Jenner) Kim K. gegen 5.30 Uhr morgens.

Der Grund für die spontane Reise ins kalte Reich der unendlichen Seen: Eine letzte Aussprache, ein allerletzter Versuch, doch noch einmal vernüftig mit Noch-Ehemann Kris Humphries zu reden.

Und obwohl das sonntägliche Treffen mit der verlorenen Liebe "ganz privat" und "in aller Ruhe" stattfinden sollte, dauerte es keine zwei Stunden, bis die Klatschmagazine von allen Einzelheiten Wind bekamen.

Die Image-Rettung der Kim K.

So war ein Treffen von Kim und Kris mit dem Pastor angesetzt, der das einst so glückliche Paar vor rund 80 Tagen bei der vom Entertainment-Sender E! beschriebenen (und vermarkteten) "Märchen-Hochzeit" getraut hatte. Joel Johnson ist der persönliche Pastor von Basketball-Profi Humphries, der sich nach de, Einreichen der Scheidungspapiere sofort aus Los Angeles verabschiedet hatte und in sein Haus ins heimatliche Minnesota geflogen war.

Die lautstarken Gerüchte um eine von Anfang getürkte Eheschließung, die nur dem Zweck des gemeinsamen schnellen Geldverdienens gedient haben soll, wollen derweil einfach nicht aufhören.

So wird Kim Kardashian auch mit dieser Hauruck-Aktion in Minnesota erneut unterstellt, sie wolle die arg hochgekochten Emotionen nur nutzen, um ihr Image und ihr Konterfei weiterhin in den Entertainment-Schlagzeilen zu halten.

Schadenskontrolle der Mama

Bisher scheint diese Taktik aufzugehen. Die in den USA als Kultsendung angesehene Show "Saturday Night Life" verulkte die Kardashian-Trennung als "fairytale divorce" (märchenhafte Scheidung). Millionen von Menschen schauten zu.

Dennoch: Das Kardashian-Imperium scheint erstmals wirklich in Gefahr. Wohl auch deshalb begibt sich Kims Muter und Managerin Kris Jenner auf Interview-Tour. Kaum ein Tag vergeht, da sie nicht in irgendeiner Talk- oder Radioshow auftaucht.

Unlängst sogar ganz allein vor einer AOL-Kamera. Jenner sagte, dass ihre Tochter "sehr traurig sei und einfach eine ganz schwere Zeit durchmache". Sie sagte auch, dass es ihr selbst sehr schwerfalle, in dieser Zeit ihr eigenes neues Buch zu promoten. Aber für das Wohl der Familie - und sicherlich auch das gefüllte Bankkonto - nehme sie diese Tortur dann doch auf sich.

Showmanze, keine Romanze

Wie es sich für eine gute - und geschäftstüchtige - Mutter gehört, widerspricht Jenner natürlich auch all jenen, die glauben, diese Ehe sei von Anfang an arrangiert gewesen, um mit dem Verkauf der exklusiven Fotos und den exklusiven Filmrechten Millionen von Dollars zu verdienen.

"Es macht mich traurig, dass die Menschen uns so aburteilen, die kennen meine Familie und mich doch gar nicht", sagt ausgerechnet die Frau, die nicht mit der Wimper zuckt, wenn es darum geht, eine Tochter nach der anderen in einer Reality-TV-Show, die im eigenen Haus spielt, zu verheizen.

In einer Umfrage des "People Magazine", immerhin eines der häufig benutzten Sprachrohre der Kardashian-Familie, glauben 85 Prozent der Leser, dass die Ehe zwischen Kim und Kris eine "Showmanze und keine Romanze" war.

Die Suche nach Glaubwürdigkeit

Für Kim Kardashian steht dieser Tage weitaus mehr auf dem Spiel als "nur" der Verlust ihrer Ehe. Das bisherige Saubermannimage der Familie ist eingetrübt. "Die Glaubwürdigkeit ist weg", so Donny Deutsch, Marketing- und Werbeexperte der Agentur "Deutsch, Inc".

Die nächste Staffel von "Keeping up with the Kardashians" steckt mitten in der Produktion. Bisher, so heißt es aus Kreisen von E! sei es nicht geplant, die Scheidung mit einzubauen. Bisher!

Doch als Kim Kardashian in Minnesota vor dem Haus von Kris Humphris auftauchte, surrten die Kameras schon wieder fleißig mit. Und ob das nur für die zeitgeschichtliche Dokumentation oder vielleicht doch für ein bisschen E!-Drama gedacht ist, bleibt sicherlich nicht mehr lange ein Geheimnis. Wie so fast alles im Leben des momentan traurigen, aber weiterhin sehr wohlhabenden Kardashian-Clans.