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Kronprinzessin schwanger: Beliebter mit Babybauch?

Seit seinem England-Aufenthalt hat das Kronprinzenpaar im eigenen Land Beliebtheit eingebüßt. Daher freut die Nachricht vom erwarteten Nachwuchs nicht nur die werdenden Eltern, sondern auch die Hofbeobachter.

Die norwegische Prinzessin Mette-Marit erwartet Ende Januar ein Kind. Das teilte ihr Ehemann Kronprinz Haakon Anfang Juli 2003 in Oslo mit. Mette-Marit sei im dritten Monat, die Entbindung werde am 22. Januar erwartet. "Die werdende Mutter ist in guter Verfassung und erwartet eine normale Schwangerschaft", hieß es in der von norwegischen Royalisten ungeduldig erwarteten Mitteilung aus dem Königshaus. Mette-Marit und Kronprinz Haakon hatten vor knapp zwei Jahren geheiratet. Beide haben schon oft und öffentlich von einer großen Kinderschar geträumt.

Unter Hofbeobachtern in Oslo gilt die Nachricht von der Schwangerschaft Mette-Marits als "positive Schlagzeile" für das nicht sonderlich populäre norwegische Königshaus. Vor allem die Beliebtheit der Prinzessin und früheren Partyqueen hatte stark nachgelassen, seit sie sich im letzten Sommer mit Haakon und ihrem Sohn Marius (6) aus einer früheren Verbindung zum Studium nach London zurückgezogen hatte.

Bei einer im Juni 2003 in Oslo veröffentlichten Gallup-Umfrage für den Fernsehsender TV2 meinten die Hälfte der Befragten, das Paar sei "nicht geeignet" für die Nachfolge von König Harald und Königin Sonja. Nur jeder vierte Norweger glaubt, die beiden würden ihren Job auf dem Thron gut machen. Zum Zeitpunkt der Eheschließung im August 2001 hatten noch 35,6 Prozent der Norweger das Paar für geeignet erklärt.

Klatschpresse gerügt

Zu wenig öffentliche Verpflichtungen, zu große Volksferne, lautete die Kritik. Vor ihrem London-Aufenthalt hatte Mette-Marit eine heftige Pechsträhne mit Unfällen und Krankheiten. Sowohl in- als auch ausländische Medien nutzten die Zeit der wenigen öffentlichen Auftritte zudem für oft nicht positive Verlegenheitsgeschichten. Mit ungewöhnlich deutlicher öffentlicher Schelte reagierte das Königshaus im Frühsommer 2003 auf Berichte in der deutschen Klatschpresse, wonach die Prinzessin unter Kaufzwang leide und übermäßig zugenommen habe. Die Meldungen seien ebenso frei erfunden wie "sichere" Berichte über eine Schwangerschaft oder gar eine Abtreibung, hätten Mette-Marit aber dennoch stark getroffen, verlautete aus dem Osloer Schloss.

Stimmung im Volk geteilt

Bei einer ersten Spontan-Umfrage des Rundfunksenders NRK nach der offiziellen Bekanntgabe der Schwangerschaft fielen die Reaktionen von Osloern auf der Straße durchaus nicht nur begeistert aus. "Was interessieren mich diese Königsleute", lautete die Antwort eines jungen Mannes. Eine ältere Norwegerin dagegen jubelte: "Endlich! Wie schön für die im Schloss und für uns andere."

Der erste Spross aus der royalen Verbindung nimmt den zweiten Platz in der norwegischen Thronfolge hinter dem Kronprinzen ein. Erst wenige Tage vor Bekanntwerden der frohen Nachricht hatte König Harald V. (66) sein erstes Enkelkind zwei Monate nach der Geburt in der Osloer Schlosskapelle zum Taufbecken getragen. Maud Angelica Behn, die Tochter von Prinzessin Märtha Louise und deren bürgerlichem Ehemann Ari Behn wird nach der Geburt von Haakons und Mette-Marits Kind vom dritten auf den vierten Platz zurückgestuft - ihre Mutter nimmt den Platz vor ihr ein.

Thomas Borchert / DPA
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