VG-Wort Pixel

Hitlergruß und "Sieg Heil"-Rufe Melanie Müller meldet sich erstmals nach der Razzia: zwei Seiten "Ich war's nicht"

Melanie Müller
Sängerin Melanie Müller.
© Felix Hörhager / DPA
Rund zwei volle Seiten mit Erklärungen soll Sängerin Melanie Müller der "Bild" nach der Razzia ihres Hauses geschickt haben – selbst die Boulevard-Zeitung hält die Entschuldigung für fadenscheinig.

Am Donnerstagmorgen um 5 Uhr stürmten Polizisten das Haus von Melanie Müller. Der Staatsschutz ermittelt wegen "Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen" – kurz: einem möglichen Hitler-Gruß auf einem Konzert. Zu den Vorwürfen, der Razzia und auch zu "Sieg-Heil-Rufen" ihres Publikums äußerte sich die Sängerin laut "Bild" erstmals in einem zweiseitigen Statement, dass Müller der "Bild" geschickt haben soll.

Müller beteuert Unschuld

Darin stellt sie klar: "Ich habe den mir unterstellten Hitlergruß nicht gezeigt". Ferner habe sie sich in den vergangenen elf Jahren nie "rassistisch, rechtsradikal oder in anderer Weise verfassungsfeindlich" geäußert. Warum sich die Sängerin auf genau diesen Zeitraum bezieht, lässt die "Bild" offen.

Was den Skandal um den Hitlergruß betrifft, den die Sängerin zunächst in Konzerten offenbar zuließ, dann später bei einem anderen Auftritt mutmaßlich selbst zeigte, sieht sich Müller als Opfer einer "Schmutzkampagne", die von ihrem Ex-Mann losgetreten worden sei.

Er wolle, so Müller, ihre wirtschaftliche Existenz schädigen und ihre Kinder "stigmatisieren", schreibt die "Bild".

Für die Beamten, die ihr Haus in den frühen Morgenstunden gestürmt hatten, hat Müller offenbar Verständnis. Der "Bild" schrieb sie: "Ungeachtet des Umstandes, dass ich mir im Hinblick auf den Vorwurf der Verwendens verfassungswidriger Kennzeichen nichts vorzuwerfen habe, ist es selbstverständlich die Aufgabe der Staatsanwaltschaft, derartigen Vorwürfen nachzugehen."

Der Ex war's – und die Medien

Im Zuge der zwei Seiten gehe Müller mehrfach auf "die Medien" los und wirft ungenannten "bunten Lettern" vor, mit ihr Kasse machen zu wollen. Das offen rechtsradikale Publikum bei ihren Auftritten verurteilt sie und räumt ein, dass sie kein Einfluss darauf habe, wer ihre Shows besuche.

Müller schließt ihr Schreiben laut "Bild" mit folgendem Absatz: "All jenen, die tatsächlich durch den Eindruck der Berichterstattung über mich betroffen sind und deren Interessen hierdurch Berührung finden, drücke ich mein tief empfundenes Mitgefühl aus. Sollte ich mich in meinen Gesten wirklich missverständlich ausgedrückt haben, so würde mir dies im Herzen wehtun und hierfür entschuldige ich mich, denn es wäre nie meine Absicht gewesen." Die "Bild" schreibt: "Eine echte Entschuldigung sieht anders aus!"

Quelle: Bild

Mehr zum Thema

Newsticker