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TV-Sternchen Nach mutmaßlichem Hitlergruß-Video: Razzia bei Melanie Müller

Hat Ärger mit der Justiz: TV-Sternchen Melanie Müller
Hat Ärger mit der Justiz: TV-Sternchen Melanie Müller
© Felix Hörhager / DPA
Ende September tauchte ein Video von Melanie Müller auf, in dem sie offenbar den Hitlergruß auf der Bühne zeigt. Die TV-Persönlichkeit bestreitet das. Nun hat der Staatsschutz in Leipzig ihre Wohnung durchsucht.

Razzia bei Melanie Müller: In den frühen Morgenstunden hat die Polizei Leipzig die Wohnung des TV-Sternchens in Leipzig durchsucht. Seit sechs Uhr laufen die Durchsuchungsmaßnahmen im Leipziger Stadtteil Wahren, wie eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft dem stern bestätigte. Zuvor hatte die "Bild" berichtet. 

Wegen eines Ende September aufgetauchten Videos laufen in Leipzig Ermittlungen gegen Müller wegen der Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen (86a StGB). Auf den Paragrafen 86a StGB stehen maximal drei Jahre Freiheitsstrafe, was in der Praxis jedoch selten angewendet wird.

In dem Video steht Müller auf einer Bühne und singt. Mehrmals hebt sie den rechten Arm, augenscheinlich zum Hitlergruß, und skandiert "Ost, Ost, Ostdeutschland" mit der Menge. Insgesamt achtmal zeigt sie die verbotene Geste. Seitdem ermittelt der Staatsschutz gegen Müller.

Melanie Müller war wohl nicht zuhause

Bei der Durchsuchung geht es der Sprecherin zufolge darum, Beweismittel zu sichern. Ob welche gefunden wurden und wonach man konkret suche, dazu möchte die Staatsanwaltschaft keine Angaben machen. Auch ob Müller in den frühen Morgenstunden zuhause war, möchte man nicht sagen. Nach Informationen der "Bild"-Zeitung war lediglich Müllers Lebensgefährte vor Ort. "Der Hund schlug an, davon wurde ich wach, und dann standen auch schon die Polizisten vor mir", wird der 54-Jährige dort zitiert. Müller selbst absolviere aktuell Auftritte am Ballermann.

Müller war am 17. September bei einem Konzert der mutmaßlichen rechten Gruppe "Rowdys Eastside" aufgetreten. Bei der Veranstaltung brüllten Neonazis "Sieg Heil" und reckten den rechten Arm. Als Videos davon auftauchten, distanzierte sich Müller davon und beteuerte, ihren Auftritt sofort abgebrochen zu haben, als sie das Verhalten bemerkt hätte. Wenig später tauchte das Video auf, das sie selbst augenscheinlich beim Hitlergruß zeigte. Müllers Erklärung dazu: "Seit elf Jahren stehe ich auf der Bühne und mache immer diese Handbewegungen. Nicht aus rechtsradikalem Hintergrund sondern Zicke-Zacke-Zicke-Zacke, also genau so, wie ich es dort mache."     

Quellen: Staatsanwaltschaft Leipzig / Twitter / Gesetze im Internet

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