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Michael Douglas: Der ewige Sohn wird 60

Schon lange ist der Jubilar aus dem Schatten seines berühmten Vaters Kirk getreten. Doch dafür musste er hart arbeiten und zahllose großartige Filme drehen: Michael Douglas feiert seinen 60. Geburtstag.

Quizfrage: Wie heißt der Hollywood-Star, dessen Schwiegervater jünger ist als er und dessen Vater nur halb so viele Oscars hat wie er? Seine bildschöne Frau aus Wales hat auch schon einen Oscar, und einst liebte er Sharon Stone, während sie nach einem Eispickel griff. An diesem Samstag wird er 60 Jahre alt: Michael Douglas.

Bekannter als er ist kaum ein anderer US-Schauspieler, doch der Ruhm, so meinen manche Filmkritiker, sei ihm oft aus den "falschen Gründen" zuteil geworden. Das fing schon früh an. Wenn Michael als Jüngling auf der Bühne stand, tuschelten die Leute: "Schaut mal, der junge Spartakus."

"Ich bin nicht der neue Kirk"

Es gehörte allerdings etwas Fantasie dazu, im jungen Douglas den Spross des legendären Kirk zu erkennen, dieses Draufgängers, der 1959 als Sklavenbefreier Spartakus Hollywood-Geschichte schrieb. Oft warnte er den Sohn, die Schauspielerei sei nichts für ihn. Hollywood sei eine Tretmühle, die massenweise Seelen vernichte. Doch Michael Douglas ließ sich nicht abhalten, studierte Drama an der Universität von Kalifornien und versicherte jedem: "Ich bin nicht der neue Kirk."

Daddy übertrumpft

Seine "eigene Identität" fand Michael mit der Rolle des feinfühligen Jungkriminalisten Steve Heller in der TV-Serie "Die Straßen von San Francisco". Bald kam ein noch größerer Erfolg hinzu. Mit knapp 31 Jahren produzierte er "Einer flog über das Kuckucksnest". Das Psychodrama mit Jack Nicholson gewann fünf Oscars, darunter als bester Film auch für Douglas als Produzenten.

Damit übertrumpfte er den berühmten Daddy. "Spartakus"-Kirk bekam seinen einzigen Oscar nicht für einen konkreten Film, sondern erst 1996, im 80. Lebensjahr, als Ehrenpreis für sein Gesamtwerk. Für den Sohn kam 1987 eine weitere Trophäe der US-Filmakademie hinzu, diesmal für die Rolle des Finanz-Hais Gordon Gekko in "Wall Street" als bester Hauptdarsteller.

Vorher hatte Michael in Filmen wie "Das China Syndrom", "Auf der Jagd nach dem grünen Diamanten" und "A Chorus Line" bereits eine enorme Vielseitigkeit unter Beweis gestellt. Später drehte er erfolgreiche Komödien wie "Der Rosenkrieg" mit Kathleen Turner und glänzte als US-Präsident mit Charme in "Hallo, Mr. President".

Erfolgreicher "Softporno"

Den Ruf eines "Hahns von Hollywood" hatte er wegen etlicher Frauengeschichten bereits weg, als 1987 der vor Erotik knisternde Streifen "Eine verhängnisvolle Affäre" in die Kinos kam. Fünf Jahre später - da war er längst einer der höchstbezahlten Stars der Welt - setzte er mit "Basic Instinct" noch eins drauf. Michaels Filmsex mit Sharon Stone war so freizügig, dass besonders prüde Kritiker den Psychokrimi als Softporno bezeichneten.

Parallel zu seinen Filmerfolgen und Eskapaden ging die Ehe mit Diandra Morrell Luker, die ihm den Sohn Cameron gebar, mehr und mehr in die Brüche. Sie sei "krank vor Kummer" über seine ständige Abwesenheit und seine Seitensprünge, klagte Luker. Ende 2000 gab Douglas der 25 Jahre jüngeren Schauspielerin Catherine Zeta Jones das Jawort. Vater Kirk kommentierte: "Das Mädel würde ich am liebsten selbst heiraten, aber meine Frau erlaubt das nicht."

Auch Gattin Catherine steuert Oscar zur Sammlung bei

Mit dem nachdenklichen Film "Die Wonderboys" und dem Drogen-Thriller "Traffic" war Douglas in zwei der besten Filme der letzten Jahre zu sehen. Den nächsten Familien-Oscar holte aber Zeta Jones 2003 mit "Chicago". Während sie weiter eifrig mit Dreharbeiten beschäftigt ist, will sich Douglas nach eigenem Bekunden mehr Zeit für Sohn Dylan (4)und Töchterchen Carys (1) nehmen. Kurz vor seinem 60. weihte die Familie im walisischen Ort Mumble ihr neues, rund zwei Millionen Euro teures Zweitheim ein.

Thomas Burmeister/DPA / DPA