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Ehemaliger TV-Star Was macht eigentlich … Michael Schanze?

Was macht der ehemalige Moderator Michael Schanze eigentlich heute?
Michael Schanze, 72, im Garten seines Hauses in München
© Constanze Wild
Showstar, Schauspieler, Moderator: Michael Schanze hat ein Stück deutsche Fernsehgeschichte geschrieben - auch mit der Kindersendung "1, 2 oder 3", die von 1977 bis 1985 im ZDF lief. Das macht das Multitalent heute.

Beim ZDF-Kinderquiz "1, 2 oder 3" steckten Sie den Finger in den Mund und ploppten. Der Backenschnalzer wurde zum Markenzeichen der Sendung. Können Sie den "Plopp" noch?

Na klar. Danach werde ich immer wieder gefragt. Wer hätte das damals gedacht? Die Verantwortlichen der Sendung waren zunächst alles andere als begeistert, dass ein halbwegs erwachsener Mann während einer Sendung immer wieder den Finger in den Mund steckt. Daraus wurde ein Stück Fernsehgeschichte, und die Veränderungen zur englischen Fassung haben "1, 2 oder 3" zum Erfolg verholfen.

Mit Ihrer ersten Sendung "Hätten Sie heut' Zeit für mich" wurden Sie 1972 über Nacht zum Sonnyboy des deutschen Fernsehens. Der Name der Show war damals ganz schön zweideutig.

Mein Gott, was wurde über den Titel gestritten. Am Ende wurde "Hätten Sie heut' Zeit für mich" sogar zu einem geflügelten Wort, mit dem gewisse Damen in den Kleinanzeigen ihre Dienste anboten. Heute heißt es nur: Ruf an!

Sie haben die Videokassetten Ihrer alten Sendungen im Keller gesammelt. Denken Sie wehmütig an die Zeit zurück?

Auch wenn ein paar Jugendsünden drunter sind, auf die ich gut verzichten könnte, erinnere ich mich gerne. Wenn ich mir die Entwicklung ansehe, könnte ich mir vorstellen, dass ich sogar das Privileg hatte, in der großen Zeit des Fernsehens mitzumischen. Die jungen Leute stellen sich heute ihr Programm ja längst selbst zusammen.

Sie beendeten Ihre Showkarriere und spielen heute Theater. Haben Sie den Schlussstrich bereut?

Ich wusste, dass ich mehr konnte, als eine Showtreppe halbwegs anständig herunterzuturnen. Zum Jahrtausendwechsel habe ich mich mit voller Überzeugung zu dieser kapitalen Weichenstellung entschlossen. Der Einzige, der diese Entscheidung immer bedauert hat, ist mein Banker. Das Theater ist nun mal kein Massenmedium, und die großen Gagen sind seitdem Legende. Trotzdem bin ich mit dem Leben zufrieden, wie ich es jetzt führen darf. In den vergangenen Monaten stand ich an der Bonner Oper im Musical "Kiss Me, Kate" auf der Bühne.

Sie schreiben und komponieren auch Musicals wie "Heidi" und "Bambi" . Sind Sie der Kinderonkel geblieben?

Ich würde eher sagen, dass ich ein Gespür für Ältere und Jüngere mitbringe. Insofern ist es nur folgerichtig, dass ich beim Familienmusical gelandet bin.

Warum treten Sie in Ihren Musicals nicht selbst auf?

Man hat mich fast bekniet, bei "Heidi – das Musical" den Alm-Öhi zu spielen. Die Rolle hätte auch zu mir gepasst, aber ich wollte nach der zweijährigen Tätigkeit als Autor und Komponist lieber an der Seite des Regisseurs mitwirken.

Nach einem Skiunfall 2003 und einem monatelangen Heilungsprozess nahmen Sie an Gewicht zu. Wünschen Sie sich, wieder schlank zu sein?

Na ja, ein paar Kilos dauerhaft zu verlieren wäre mit Sicherheit nicht schlecht – und auch gesünder. Noch ungesünder sind allerdings die Berg- und Talfahrten nach irgendwelchen Diäten. Darum lasse ich es langsam angehen.

Sehen wir Sie noch einmal im Fernsehen?

Eine Zeit lang habe ich fast Pickel bekommen, wenn ich nur an Kameras dachte. Über eine schöne Rolle im Film oder beim Fernsehen würde ich mich mittlerweile sehr freuen.

Interview: Tobias Ott

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