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Mobbing-Opfer: Lady Gaga trauert um ihr "kleines Monster"

Bewegende Ehrung für einen toten Fan: Lady Gaga hat dem verstorbenen 14-jährigen Jamey Rodemeyer einen Auftritt gewidmet. Der Schüler hatte sich das Leben genommen, weil er wegen seiner Homosexualität gehänselt wurde. Im Kampf gegen Mobbing will Gaga jetzt sogar bei US-Präsident Obama vorsprechen.

Er war ein großer Lady-Gaga-Fan. Die letzte Nachricht schickte der 14-jährige Schüler Jamey Rodmeyer aus Buffalo im US-Bundesstaat New York der Sängerin via Twitter: " Tschüss Monster-Mama, Danke für alles, was du getan hast, Respekt." Wenige Stunden später war er tot. Rodmeyer nahm sich am 18. September das Leben, weil er wegen seiner Homosexualität gehänselt wurde. Mit einer außergewöhnlichen Geste hat sich Lady Gaga jetzt bei ihrem großen Fan bedankt und ein Zeichen gegen Schikanierung gesetzt.

"Wir haben diese Woche ein kleines Monster verloren", unterbrach Gaga am Wochenende ihre Show auf dem iHeart-Radio-Festival in Las Vegas. Auf den riesigen Leinwänden der MGM Grand Garden Arena erschien Rodemeyers Bild. Sichtlich bewegt appellierte Gaga: “Jamey, ich weiß, dass du heute Nacht da oben bist und uns zuschaust. Du bist kein Opfer, du hast uns etwas gelehrt", sagte die Sängerin. "Diskriminierung ist was für Verlierer." Anschließend widmete sie ihren Song "Hair" dem toten Schüler. (Zum Video des Auftritts bei Youtube)

Mitschüler machten Rodmeyer systematisch fertig

Rodmeyer war wegen seiner Homosexualität systematisch von Mitschülern gehänselt und gemobbt worden. Wir stark er darunter litt, hatte er in diversen Blogs und Foren dokumentiert. Doch selbst dafür erntete er nur Spott. Nach Informationen der britischen Zeitung "Daily Mail" sollen vor zwölf Monaten unter seinem Blog beim sozialen Netzwerk "Formspring" Einträge wie diese gestanden haben: "Jamie ist dumm, schwul, fett und hässlich. Er muss sterben."

Die Diskriminierung von schwulen Jugendlichen gerät damit in den USA erneut in die Schlagzeilen. Im vergangenen Jahr hatte der Freitod von vier Jugendlichen innerhalb weniger Wochen das Thema in den Fokus der Medien gerückt. "Das muss für uns alle ein Weckruf sein", forderte US-Moderatorin Ellen DeGeneres damals in einer Videobotschaft auf. "Mobbing unter Teenagern ist zu einer Epidemie in diesem Land geworden. Wir haben die verdammte Pflicht, das zu ändern." Bislang ist allerdings nur Kalifornien tätig geworden. Ein Gesetz gegen Mobbing in den Schulen soll die Anzahl der Fälle reduzieren.

Gaga schaltet US-Präsident Obama ein

Das geht Lady Gaga nicht weit genug. Die Sängerin forderte jetzt in einer Mitteilung auf Twitter, dass die systematische Schikanierung im ganzen Land strafbar werden müsse. "Mobbing muss eine Straftat werden. Es ist ein Verbrechen aus Hass", schrieb Gaga. Dafür wollte sie sich auch bei US-Präsident Barack Obama stark machen, den sie am Sonntagabend bei einem Gala-Dinner getroffen hat. Wie erfolgreich sie war, ist bislang nicht bekannt. Aber Gaga kündigte so oder so an: "Ich werde weiterkämpfen. Es muss aufhören."

mai