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Moshammer-Beisetzung: "Wie ein Staatsbegräbnis"

Mit einer großen Trauerfeier werden Freunde und Bekannte dem ermordeten Rudolph Moshammer am Samstag die letzte Ehre erweisen. Wer seine Millionen erbt, ist noch unklar. Für Hündin Daisy ist jedoch gesorgt.

Der ermordete Modemacher Rudolph Moshammer wird an diesem Samstag in einer pompösen Trauerzeremonie zu Grabe getragen. In der Allerheiligen-Hofkirche, dem Gotteshaus der bayerischen Könige, findet die Trauerfeier statt. Der Abschied von dem am vergangenen Freitag erdrosselten 64-jährigen Modeunternehmer soll ablaufen "wie ein Staatsbegräbnis", sagte Moshammers Leibwächter Werner Wittek. Die Zeremonie wird mit Klängen aus Mozarts Requiem umrahmt und auf Leinwänden ins Freie übertragen, da in der Kirche in der Münchner Residenz nur 300 geladene Gäste Platz finden. Welche Trauergäste eingeladen und welche Reden gehalten werden, war beim Bestattungsunternehmen noch unklar. Details würden derzeit besprochen. Moshammers Chauffeur und neues Herrchen von Daisy wird das Schoßhündchen in die Kirche mitbringen.

Nach dem Trauergottesdienst wird Moshammers Mahagoni-Sarg an seinem Geschäft in der Maximilianstraße vorbeigefahren. In einem Meer von weißen Lilien und roten Nelken, Moshammers Lieblingsblumen, soll der 64-Jährige anschließend auf dem Ostfriedhof zur Ruhe gebettet werden. Das riesige Mausoleum hatte Moshammer nach dem Tod seiner über alles geliebten Mutter Else 1993 gekauft.

Eine Aufbahrung im offenen Sarg werde es nicht geben, sagte Bestattungsunternehmer Karl Denk. Fans könnten sich aber spätestens zur Trauerfeier in Kondolenzbücher eintragen. Die Trauerzeremonie organisiert Moshammers Rechtsanwalt Lutz Libbertz mit engen Bekannten des Modemachers.

Moshammer selbst hinterließ keine besonderen Anweisungen für sein Begräbnis, wie das Amtsgericht München mitteilte. Die beiden notariellen Testamente, die der Modeunternehmer im Oktober und November 2002 verfasst und beim Amtsgericht hinterlegt hatte, wurden unterdessen eröffnet. Eines der notariellen Dokumente enthalte eine Erbeinsetzung, das andere mehrere Vermächtnisse. Das Vermögen Moshammers, der hoch dotierte Werbeverträge mit großen Firmen hatte, wird auf mehrere Millionen Euro geschätzt. Aus dem Freundeskreis hatte es geheißen, der Modeschöpfer und Gaststättenbesitzer habe die Obdachlosen mit einer großen Summe bedacht. Das Nachlassgericht gab aber aus Gründen des Datenschutzes keine inhaltlichen Details bekannt.

Für die Yorkshire-Hündin Daisy sei aber gesorgt. Moshammer hat in Vermächtnissen alles für ein sorgenfreies Leben der Hundedame vorbereitet. Moshammers langjähriger Chauffeur hat bereits angekündigt, er werde sich weiter um Daisy kümmern. Bei der Polizei hatten sich Tierfreunde aus dem gesamten Bundesgebiet gemeldet und sich angeboten, Daisy ein neues Zuhause zu geben.

Die Polizei berichtete unterdessen, dass eine Geldklammer Moshammers mit mehreren hundert Euro fehle. Der Modemacher habe diese am Vorabend beim Essen mit einer Bekannten dabei gehabt. Die Ermittler gingen davon aus, dass Herisch A., der Moshammer nach eigenem Geständnis mit einem Stromkabel erdrosselt hatte, das Geld nach der Tat erbeutet und verspielt habe. Bei seiner Festnahme habe der Mann nur 50 Euro bei sich gehabt. Ob der 25-jährige Iraker zur Stricherszene gehört, ist weiter unklar.

AP/DPA / AP / DPA