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München: Elisabeth Volkmanns Todesursache geklärt

Die Schauspielerin Elisabeth Volkmann ist eines natürlichen Todes gestorben. Das gab die Polizei nach der Obduktion bekannt. Volkmann war am Donnerstagabend tot in ihrer Wohnung gefunden worden.

Die Schauspielerin Elisabeth Volkmann ist im Alter von 70 Jahren in München gestorben. Nach Angaben der Polizei wurde sie am späten Donnerstagabend leblos in ihrer Wohnung in der Innenstadt gefunden. Sie sei eines natürlichen Todes gestorben, teilte die Polizei am Freitagnachmittag nach der Obduktion mit. Volkmann wurde vor allem bekannt als schrille Mutter in der "Klimbim"-Fernsehfamilie der 70er Jahre, aber auch als Mitwirkende in mehreren Fassbinder-Filmen.

Die Tote war entdeckt worden, nachdem sich eine besorgte Freundin am Abend gegen 22.00 Uhr bei der Polizei gemeldet hatte. Die Bekannte, eine Reporterin der Illustrierten "Bunte", hatte von Elisabeth Volkmann seit mehreren Tagen nichts mehr gehört. Daraufhin ließ die Polizei die Tür zur Wohnung in der Münchner Sonnenstraße aufbrechen. Volkmann lag angekleidet im Flur. Offenbar war sie dort zusammengebrochen. Doch jede Hilfe kam zu spät. Ein Notarzt konnte nur noch den Tod feststellen. Wie lange die Leiche schon in der Wohnung lag, blieb offen. Laut Obduktion starb Volkmann in der Zeit zwischen Dienstag und Donnerstag.

Verwirrung um Volkmanns Alter

Nach Angaben aus Ermittlerkreisen lebte die Schauspielerin allein. Ihr zweiter Ehemann Eberhard Radisch war Anfang 2004 an Lungenkrebs gestorben. Verwirrung gab es zunächst um Volkmanns Alter. Sie hatte sich offenbar jünger gemacht. Die Münchner Behörden stellten allerdings klar, dass sie im März diesen Jahres 70 Jahre alt geworden war.

Volkmann wuchs im Ruhrgebiet auf. Ihre Schauspielkarriere begann sie mit der Ausbildung an der Folkwang Hochschule in Essen, ihre erste Rolle erhielt sie dort am Theater. Später zog sie nach München, außerdem stand sie unter anderem in Berlin und Hamburg auf der Bühne. Neben komödiantisch-freizügigen Rollen spielte sie auch Shakespeare und andere Klassiker.

"Klimbim" machte Volkmann zum Star

Zum Kultstar wurde sie in der ARD-Serie "Klimbim" (1972-1979) als liebestolle, rothaarige Jolanthe von Scheußlich. In der Serie stand die ausgebildete Sängerin und zeitweilige Sexfilm-Darstellerin ("Hausfrauen-Report", 1971) zusammen mit Ingrid Steeger sowie Horst Jüssen, Wichart von Roell und Peer Augustinski vor der Kamera und avancierte zur schrillen Ulknudel und Komödiantin, die sich gern in Strapsen und Mieder zeigte.

"Elisabeth Volkmann hat entscheidend zum Erfolg von 'Klimbim', der ersten großen Comedyshow nach amerikanischem Vorbild im deutschen Fernsehen, beigetragen", erklärte WDR-Fernsehdirektor Ulrich Deppendorf. Die Rolle der "Klimbim"-Mutter sei die Rolle ihres Lebens geworden. "Man identifizierte sie mit dieser Figur, sicher manchmal zum Leidwesen der Darstellerin."

Volkmann spielte in zahlreichen weiteren TV-Serien mit, darunter "Die rote Meile" (1999) und "Schloss Pompon Rouge" (1991). Mit Regisseur Rainer Werner Fassbinder drehte sie unter anderem "Die Sehnsucht der Veronika Voss" (1982). Als Synchronsprecherin war Volkmann zuletzt die deutsche Stimme der Marge Simpson in der Zeichentrickserie "The Simpsons". Für ihre Leistungen wurde sie mit dem Deutschen Comedy-Preis - Sonderpreis Klimbim ausgezeichnet. In Erinnerung an den Star sendet die ARD an diesem Samstag um 14.03 ein Radio Bremen-Porträt aus dem Jahre 1997.

DPA / DPA