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Nach der Trauerfeier: Rätsel um Jacksons Sarg gelöst

Üppige Blumenbouquets schmückten Michael Jacksons goldenen Sarg bei der Trauerfeier in Los Angeles. Doch wo er anschließend hingeschafft wurde, blieb zunächst ein Geheimnis. Inzwischen steht fest: Der Sarg wurde auf den Forest-Lawn-Friedhof gebracht. Allerdings hat Jacksons Familie noch nicht entschieden, wo der Popstar beigesetzt werden soll.

Michael Jacksons Sarg steht nach Angaben der zuständigen Behörde im Bezirk Los Angeles auf dem Forest Lawn Friedhof in den Hügeln von Hollywood. Ein Sprecher des Registrieramtes teilte dem Internetdienst "E!Online" am Mittwoch mit, dass der mit roten Rosen geschmückte Sarg nach der Trauerfeier im Staples Center in Los Angeles auf den Prominentenfriedhof zurückgebracht wurde. Dort hatte die Familie des Sängers vor der öffentlichen Trauerfeier im kleinen Kreis von dem Pop-Star Abschied genommen.

Nach der weltweit im Fernsehen übertragenen Zeremonie mit Musikstars, Sportgrößen, Bürgerrechtlern und 20.000 Fans, war zunächst unklar, wohin der Sarg gebracht worden war. Offen ist weiterhin, wo der Leichnam des Popstars am Ende beigesetzt wird. Forest Lawn sei ein "einstweiliger" Aufbewahrungsort, bis die Angehörigen eine Entscheidung treffen, sagte Amts-Sprecher Bryan Hill. Jacksons Bruder Jermaine hatte gesagt, er wünsche sich, dass der Sänger auf der von ihm so geliebten Neverland Ranch beigesetzt wird. Anzeichen dafür gab es jedoch bislang nicht.

Langjähriger Arzt warnte ihn vor Medikamenten

Unterdessen hat sich Michael Jacksons langjähriger Hautarzt zu Wort gemeldet. Dem US-Fernsehsender ABC sagte der Dermatologe Arnold Klein am Mittwoch, er habe den Sänger immer wieder vor starken Medikamenten gewarnt. Vor Jahren habe er seinen Patienten sogar dazu gebracht, ein besonders gefährliches Mittel in die Toilette zu werfen, sagte er. Er habe oft befürchtet, dass Jackson von anderen Ärzten riskante Mittel verschrieben bekomme. "Was immer er verlangte, bekam er", sagte Klein, der den Popstar mehr als 25 Jahre unter anderem wegen Akne behandelt hatte. Jackson war am 25. Juni mit 50 Jahren überraschend an Herzversagen gestorben. Die Behörden ermitteln weiterhin, ob die mutmaßliche Medikamentensucht des Sängers Ursache für den Tod war. Eine Behörde in Los Angeles stellte am Mittwoch den Totenschein für den legendären Sänger aus. Darauf heißt es zur Todesursache "noch unklar". Jacksons Leichnam habe mit zahlreichen Einstichen an den Armen auf einen regelmäßigen intravenösen Medikamentenmissbrauch hingewiesen, berichtete der US-Nachrichtensender CNN unter Hinweis auf die laufenden Ermittlungen.

Den Verdacht, dass er Jackson das Narkosemittel Diprivan verschrieb, wies Klein entschieden zurück. Diprivan ist auch als Propofol bekannt. Die Polizei hatte das Medikament, das nur in einem Krankenhaus verabreicht werden darf, in Jacksons Haus entdeckt. Labortests sollen klären, ob der überraschende Tod des Sängers mit diesem Anästhesiemittel zusammenhängt. "Wie kann ich ihm Diprivan verschreiben, wenn ich noch nicht einmal weiß, wie man es anwendet", verteidigte sich der Arzt, der auch als Dozent an der Universität von Kalifornien in Los Angeles (UCLA) arbeitet.

Jacko tanzte kurz vor dem Tod in der Praxis

Der "King of Pop" hatte seinen Hautarzt nach dessen Angaben drei Tage vor seinem Tod das letzte Mal in der Praxis aufgesucht. "Er schien nicht unter schlimmen Schmerzen zu leiden", sagt Klein. "Er tanzte in meiner Praxis - für die anderen Patienten". Ebenso wenig habe Jackson wie ein Drogenabhängiger auf ihn gewirkt, schilderte Klein dem TV-Sender ABC. Auch habe der Weltstar für ihn nicht furchtbar abgemagert ausgesehen, sagte Klein entschieden.

Weit schwächer fiel seine Antwort auf die Frage aus, ob er der leibliche Vater von Jacksons Kindern sei, wie das amerikanische Klatschmagazin "Us Weekly" kürzlich spekuliert hatte. "So weit ich weiß, bin ich nicht der Vater dieser Kinder", erklärte Klein und fügte hinzu, "etwas anderes kann ich dazu nicht sagen". Jacksons Ex-Frau Debbie Rowe, die Mutter seiner beiden älteren Kinder, hatte in den 90er Jahren in Kleins Praxis gearbeitet. Dort lernte Jackson sie kennen, berichtete der Musiksender MTV am Mittwochabend auf seiner Internetseite. Das Paar heiratete 1996 und ließ sich knapp drei Jahre später wieder scheiden.

Jacksons Fans hatten sich am Dienstag von ihrem Idol verabschiedet. Die offizielle Trauerfeier in Los Angeles lockte weltweit mehrere hundert Millionen Menschen vor die Bildschirme. In den USA nahmen 31,1 Millionen Fernsehzuschauer von dem Sänger Abschied, berichtete "Usmagazine.com" am Mittwoch. Die Trauerfeier für Jackson blieb jedoch unter den Zuschauerzahlen für die Zeremonie für Prinzessin Diana am 6. September 1997, die damals mehr als 33 Millionen US-Bürger verfolgten. Bei der Amtseinführung von US-Präsident Barack Obama im Januar saßen knapp 38 Millionen Amerikaner vor dem Bildschirm.

Die Stadtverwaltung von Los Angeles bezifferte die Kosten für den Sicherheits- und Organisationsaufwand mit einem Großeinsatz von 3000 Polizisten auf 1,4 Millionen Dollar. Auf ihrer Internetseite hatte die Stadt Jackson-Fans um Spenden gebeten. Nach Angaben der "Los Angeles Times" kamen am Dienstag lediglich 17.000 Dollar zusammen. Über mehrere Stunden hinweg sei allerdings der Server ausgefallen, hieß es.

DPA / DPA