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Neue Becker-Biographie: Boris ließ sich von Babs verhauen

Privates bleibt bei Boris Becker selten privat. In seiner neuen Biographie plaudert der ehemalige Tennisstar jetzt über Handgreiflichkeiten mit Exfrau Barbara.

Von Jens Wiesner

Mit Aufschlägen kennt sich Boris Becker aus: Ein guter erster Aufschlag spielt auf Risiko. Hart und platziert geschlagen, setzt er seinen Gegner unter Druck - und bestimmt von Anfang an den Ton des Ballwechsels. Mit einer guten Promotion verhält es sich ganz ähnlich. Am Anfang sollte man stets sein bestes Verkaufsargument nach vorn holen. Doch was könnte ein alternder Ex-Tennisprofi, der sein Innerstes bereits mehrfach nach außen gekehrt hat, der Welt noch Spektakuläres bieten?

Boris Becker setzt auf Handgreiflichkeiten - und auf eine veritable Schlammschlacht, ausgetragen zwischen den Buchdeckeln in seiner neuen Biographie. "Das Leben ist kein Spiel" nennt das Bobbele sein Werk, in dem er die Beziehungskrisen der vergangenen Dekade noch einmal Revue passieren lässt - freilich aus der eigenen, selbstredend ganz unverfälschten Sicht. Ein erster Auszug ist heute in Beckers Hausblatt "Bild" erschienen - und geht gleich in die Vollen.

"Barbara brüllte mich an, sprang plötzlich auf und fing an, mich wie von Sinnen zu schlagen", schreibt Becker dort über den Moment, als der Scheidungskrieg mit Noch-Ehefrau Barbara in die erste Runde ging. Mittenmang dabei der kleine Noah, ein sechsjähriger Bub, der verzweifelt versucht habe, die streitenden Eltern auseinander zu treiben. Es ist Beckers verzweifelter Versuch, sich selbst in einem möglichst guten Licht darzustellen. Der Leser erfährt außerdem: Wie Barbara sein Geld verprasste. Ihn in einen öffentlichen Scheidungskrieg zwang. Er um den Kontakt zu seinen Kindern fürchtete.

Würdevoll geht anders

Aus praktisch jeder Zeile trieft der Versuch des 45-Jährigen, nach mehr als einer Dekade die Deutungshoheit über seinen Seitensprung zurück zu erhalten. Becker hatte 1999 bei einem Quickie mit dem russischen Model Angela Ermakova eine Tochter gezeugt. Böse Zungen könnten es auch übles Nachtreten nennen.

Ob sich der Familienvater mit den neuen Enthüllungen einen Gefallen tut? Sicher ist: Aus der Feder eines Gentleman sind diese Zeilen sicher nicht geflossen. Wäre der Ex-Tennisprofi ein Chippendale, dies wäre der Moment, in dem der letzte Slip von seinen Schenkeln rutschen würde. Becker spielt voll auf Mitleid. Seine Familie beraubt er damit des letzten Fitzelchens Privatsphäre, das ihr noch verblieben war.

Und wir reden wieder darüber. Bobbele, eins muss man dir lassen: Den ersten Aufschlag, den beherrscht du immer noch.