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Nicole Richie: "Mein Baby hat mir mein Leben gerettet"

Ungewöhnlich einsichtig und sehr ehrlich stellt sich Nicole Richie im amerikanischen Frühstücksfernsehen unbequemen Fragen. Eine Partymaus wird erwachsen.

Von Frank Siering, Los Angeles

"Es war eine schlechte Entscheidung nach der anderen", beschrieb eine überraschend geläuterte und sehr devote Nicole Richie am Donnerstagmorgen im amerikanischen Frühstücksfernsehen ihren fast fatalen Highway-Einsatz vom Dezember vergangenen Jahres. Damals war die Paris-Hilton-Adjudantin als Geisterfahrerin von der Polizei aufgegriffen worden. Im Blut hatte die 25-Jährige Restwerte von Vikodin-Tabletten und Marihuana.

Der Festnahme folgte unlängst eine Verurteilung. Vier Tage Gefängnis muss Nicole wohl aushalten. Und das mit Baby im Bauch. Wie Nicoles Anwalt Shawn Chapman Holley bestätigte, wird die 25-Jährige ihre Haftstrafe im Lynwood Gefängnis antreten - dort, wo schon Paris Hilton für 23 Tage einsaß. Yes, sie hat es endlich auch offiziell zugegeben. Diane Sawyer, die amerikanische Sabine Christiansen, hatte es im Interview direkt angesprochen. "Ja, ich.. wir sind fast vier Monate schwanger", freute sich Richie und drückte dabei die Hand ihres Boyfriends, des Rockmusikers Joe Madden von "Good Charlotte" noch ein bisschen fester.

"Keine Drogen mehr"

Und wo sie grad bei der öffentlichen Beichte war, da wollte sie auch nicht unausgesprochen lassen, dass sie "jetzt keine Drogen mehr nehme". Reumütig fuhr sie fort: "Wenn ich könnte, dann würde ich mich bei jedem Menschen entschuldigen, der schon einmal von einem betrunkenen Fahrer gefährdet wurde." Warum sie denn überhaupt noch Auto gefahren sei, wollte Sawyer wissen. Immerhin habe sie doch gewusst, dass sie Drogen im Blut hatte. Eine sehr naive Antwort folgte: "Das war Stunden zuvor. Ich dachte, das hätte keinen Einfluss mehr auf mein Fahrverhalten. Wenn ich heute darüber nachdenke, dann kann ich nur sagen, dass ich sehr viel Glück hatte, niemanden verletzt zu haben." Dann versuchte sie sich sogar ein bisschen in der eigenen Psychoanalyse. "Es war ein Muster, das ich jahrelang verfolgte. Ich geriet in Trouble und musste einen Weg finden, mich aus der Situation herauszuschummeln. Echte Verantwortung habe ich niemals wirklich übernommen."

Große Worte

Das soll sich jetzt, mit Baby im Bauch, allerdings ändern. Heiraten will sie, die Richie. Mit einer großen Zeremonie ihr neues Leben beginnen. "Mein Baby hat mir das Leben gerettet", davon bin ich überzeugt. Große Worte einer 25-Jährigen, die tatsächlich erwachsen zu werden scheint. "Ich stand lange Zeit still, habe mich als Mensch nicht weiterentwickelt. Das hat sich jetzt geändert", so Richie.

Angst vor dem Knast? "Angst vor der Unbekannten, aber keine Angst vor dem Gefängnis. Ich sehe das als einen Teil meiner Schuldabtragung an die Gesellschaft. Ich will endlich Verantwortung übernehmen für das, was ich falsch gemacht habe." Vom Baby erhofft sie sich, dass es eine Mutter bekommt, auf das es "mit Respekt schaut. Ich will ein gutes Vorbild für mein Kind sein", sagt Richie. Und zum ersten Mal seit langer Zeit möchte man glauben, dass es endlich eine von den "Kamikaze-Mädels" (Branchen-Jargon für das junge Hollywood) schafft, dass sie vom Partyzug ins echte Leben springt. Das erhofft sich übrigens auch Vater Lionel Richie. Als er von seiner Tochter erfuhr, dass sie in anderen Umständen ist, da klatschte er vor Freude in die Hände und sagte: "Jetzt wirst Du all das erleben dürfen, was ich auch erlebt habe. Es ist eine wahre Freude."