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Operation: Sechs Zentimeter Knochen entfernt - Olivia Jones lässt sich verkürzen

Olivia Jones ließ sich in einer komplizierten Operation die Beine verkürzen, sitzt nun im Rollstuhl. Dem stern verrät die Drag-Queen, warum jetzt für sie ein neues Leben beginnt. 

Olivia Jones

In den Schatten gestellt, hat sie schon immer jeden. Mit ihren flippigen Outfits, farbenfrohen Frisuren und zynischen Sprüchen war es für Drag-Queen Olivia Jones stets ein leichtes, sich von ihren Mitmenschen abzuheben. Ein weiterer nicht unwesentlicher Grund dafür: die überragende Größe des Kult-Stars.

Mit stolzen 2,01 Metern - ohne High Heels wohlgemerkt - war die Travestie-Künstlerin rund 30 Zentimeter größer als die Durchschnitts-Frau in Deutschland. Ein Zustand, der ihr zu schaffen machte: "Ich hatte bei Selfies eine Körperhaltung wie eine Giraffe am Trinkloch", erklärt die 47-Jährige auf ihrer Facebook-Seite

Olivia Jones: Seit Jahren auf Schmerzmittel angewiesen

Die Giraffen-Olivia gehört ab sofort der Vergangenheit an. Vor vier Wochen ließ sich die berühmte Hamburger Kiez-Mutti in einer vierstündigen Operation aus beiden Oberschenkeln jeweils ein Stück ihres Knochens entfernen - stolziert ab sofort um sechs Zentimeter geschrumpft durchs Leben.

Olivia Jones

Olivia Jones: Das Posing klappt selbst im Rollstuhl


"Mir geht es gut", sagt sie auf stern-Nachfrage. Die Strapazen der Operation habe die 47-Jährige nicht nur aus ästhetischen Gründen auf sich genommen: "Durch meine unterschiedlich langen Beine hatte ich eine schiefe Hüfte und seit Jahren Rückenschmerzen, gegen die ich starke Mittel nehmen musste. Ich habe zuletzt bei meinen Kieztouren jeden Schritt gespürt", erklärt sie. Mit der Operation habe sie zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen wollen


Eine Beinangleichung kostet im Normalfall 17.000 Euro (aufwärts), bei medizinischen Gründen können die Kosten von der Krankenkasse übernommen werden. 

"Man glaubt nicht, was für einen Riesenunterschied ein bisschen weniger machen kann"

Für die Beinangleichung habe sie sich schon vor zwei Jahren entschieden, am Tag der Operation hatte Jones dennoch ein mulmiges Gefühl im Magen: "Ein bisschen Angst hatte ich natürlich schon. Aber ich habe gelernt, mich von Ängsten nicht abschrecken zu lassen." Zu groß war der Wunsch nach einem neuen Leben: "Es heißt ja immer, es käme nicht auf die Größe an, aber man glaubt als normal großer Mensch gar nicht, was für einen Riesenunterschied ein kleines bisschen weniger machen kann. Ich passe jetzt zur Not auch mal in einen normalen Flugzeugsitz, in ein normales Bett, muss nicht mehr ständig den Kopf einziehen, wenn ich durch Türen gehe." 

Nach dem Eingriff sitzt die Drag-Queen im Rollstuhl 

Die beiden Oberschenkel-Stücke sollen einen Ehrenplatz hinter der Theke ihrer "Olivia-Jones-Bar" auf der Hamburger Feiermeile, der Großen Freiheit, bekommen. Bis sie dort ihre neuen, zarten 1,95 Meter in voller Pracht ausführen kann, dauert es jedoch noch eine Weile: Nach dem Eingriff wurde die Drag-Queen zwangsversetzt - in einen Rollstuhl. Kratzt das nicht am Ego der Diva? "Ich sehe das als Herausforderung", sagte sie dem stern, "es öffnet einem die Augen, was für ein Geschenk es doch eigentlich ist, zwei gesunde Beine zu haben."

Olivia Jones Knochen

Das sind sie: Die Knochen der Olivia Jones


Sie sei momentan noch etwas wackelig unterwegs. "Ich trainiere aber täglich mehrere Stunden, damit ich schnell wieder fit bin. Ich kann die Knochen schon voll belasten, aber die Muskeln sind noch zu lang und müssen sich erst mal an die kürzeren Beine anpassen." Kürzere Strecken legt der Travestie-Star sogar schon mit Krücken zurück,"für längere nehme ich noch den Rollstuhl."

Spätestens zur Saisoneröffnung ihrer Bar in zwei Wochen will Jones wieder zu Fuß den Hamburger Kiez unsicher machen. Und freut sich darauf, frisch verkleinert nicht mehr "mit der Perücke die Decke zu schrubben." 

lis