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Olympische Spiele: Royals nach Athen

Vor vier Jahren lernte sich das dänische Kronprinzenpaar in Sydney kennen, 2004 reisen sie mit der ganzen Familie nach Athen. Sie sind nicht allein: Viele europäische Königshäuser schicken Abgesandte.

Der Ruf zu Olympia lockt Angehörige aller europäischen Königshäuser aus ihren Schlössern und sonstigen Sommerdomizilen nach Athen. An die Spitze der olympischen Royals-Bewegung hat sich die dänische Königsfamilie gesetzt, die komplett kommt und die königlichen Yacht "Dannebrog" mitbringt. Kronprinz Frederik und seine australische Ehefrau Prinzessin Mary, die sich vor vier Jahren während der Spiele in Sydney kennen und lieben gelernt hatten, gehen von der Eröffnung bis zur Schlussfeier den beiden wichtigsten Beschäftigungen für blaublütige Olympiabesucher nach: Athleten aus dem eigenen Land anfeuern sowie dasselbe bei diversen Empfängen und Parties würdevoll zu vertreten.

"Heimkehr" für Königin Sofía

Dänemarks Königin Margrethe II. und Ehegatte Henrik sowie Prinz Joachim wollen das in der zweiten Hälfte der Spiele tun, ebenso ihr schwedischer Regentenkollege Carl XVI. Gustaf zusammen mit Königin Silvia und Prinz Carl Philip. "Sie sind alle äußerst sportbegeistert und richten ihr Programm ganz nach dem Abschneiden schwedischer Sportler ein", teilte der Stockholmer Hof mit. König Albert II. von Belgien fliegt nur zur Eröffnung nach Athen und überlässt dann das Anfeuern und die Empfänge Kronprinz Phillipe mit Prinzessin Mathilde.

Spaniens Königshaus wird von der in Griechenland geborenen Königin Sofía in Begleitung ihrer Töchter Elena und Cristina vertreten. Beide Prinzessinnen wollen sich aber nur einzelne Wettkämpfe anschauen und zwischendurch zum Ausruhen nach Palma de Mallorca zurück fliegen, wo die Königsfamilie traditionell ihren Sommerurlaub verlebt. Kronprinz Felipe und seine frisch angetraute Frau Letizia Ortiz kommen etwas später nach Athen, König Juan Carlos bleibt ganz zu Hause.

Unpopulärer Ex-König

Jeweils nur einmal vertreten sind das britische Königshaus durch Prinzessin Anne, die Niederlande durch Kronprinz Willem-Alexander und Norwegen mit Kronprinz Haakon. Der monegassische Kronprinz Albert bleibt die gesamten Spiele über.

Weit auseinander gehen die Meinungen, ob die Anwesenheit von Ex-König Konstantin auch unter "royaler Besuch" gebucht werden kann. Der Segel-Olympiasegler von 1960 in Rom ist seit dem Militärputsch 1967 mit seiner darauf folgenden Abdankung ein bei vielen Griechen höchst unpopulärer Mann und hält sich während der Spiele mit einem dänischen Pass unter dem wenig royalen Namen "Konstantin Konstaninus" in Athen auf. Immerhin kann es am Rande der Olympischen Spiele ein königliches Familienfest geben: Konstantin ist jüngerer Bruder der spanischen Königin Sofía und seine Ehefrau Anna-Maria die jüngere Schwester der dänischen Königin Margrethe.

Thomas Borchert/DPA / DPA