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Influencerin verliert Prozess: Pamela Reif: "Verletzung meines Grundrechts auf freie Meinungsäußerung"

Der Berliner Verband Sozialer Wettbewerb verklagt die Influencerin Pamela Reif wegen Schleichwerbung auf Instagram. Die 22-Jährige verliert den Prozess - doch so einfach gibt sie sich nicht geschlagen.

Pamela Reif verliert einen Prozess vor Gericht wegen Schleichwerbung

Die einflussreiche Influencerin Pamela Reif möchte für ihre Ansichten gerade stehen.

Pamela Reif gehört zu den erfolgreichsten deutschen Influencern mit über vier Millionen Followern auf Instagram. Die 22-Jährige verdient ihr Geld mit Fitnessvideos, Trainings- und Ernährungstipps ausschließlich über die Plattform. Dementsprechend hat sie zahlreiche Werbedeals mit unterschiedlichen Firmen aus diesen Bereichen abgeschlossen.

Die rechtliche Grundlage für "Influencer-Marketing" schreibt vor, dass Influencer, wenn sie von Unternehmen als Werbebotschafter eingesetzt werden, deren Produkte auch als entsprechend gesponsert kennzeichnen müssen. Werden die Produkte nicht als Werbung markiert, spricht man von Schleichwerbung. Doch so ganz eindeutig ist die Rechtslage hier noch nicht. Denn was passiert wenn ein Influencer privat für Produkte wirbt?

Pamela Reif wegen Schleichwerbung vor Gericht

Genau diese Frage beschäftigt derzeit mehrere Gerichte in Deutschland. Der Verband Sozialer Wettbewerb, VSW, verklagte Pamela Reif. Sie habe in drei Fällen sogenannte Tags zu den Markenherstellern unter ihre Beiträge gesetzt, ohne diese als Werbung zu markieren. Beim Prozessauftakt im Januar wies die 22-Jährige den Vorwurf der Schleichwerbung allerdings zurück. Sie wäre der Ansicht, es würde sich erst um Werbung handeln, wenn sie für die Produkte auch bezahlt werde. 

Der vorsitzende Richter erklärte jedoch, dass beim Instagram-Auftritt einer so bekannten Person mit einer derart großen Reichweite nicht mehr zwischen privat und geschäftlich unterschieden werden könne. "Wer sich entscheidet, mit Instagram Geld zu verdienen, dem ist die Möglichkeit genommen, dort privat unterwegs zu sein", hielt er der Influencerin entgegen. 

Auch an diesem Donnerstag betonte der Richter erneut, dass ein kommerzieller Zweck bei Instagram-Größen, immer kenntlich zu machen sei, denn die beachtliche Anzahl an jungen Menschen, die Reif folgen würden, seien leicht beeinflussbar und diese müsse man schützen. Der Richter sagte unter anderem: "Indem die Nutzer durch nur zwei Klicks auf die Herstellerseite gelangen können, werden Image und Absatz des jeweiligen Herstellers gefördert". 

Nach dem Urteil des Gerichts, ist Pamela Reif jetzt dazu verpflichtet jegliche Art von Markennennung, egal ob als private Empfehlung oder tatsächlich gesponsert, als Werbung zu markieren. Ihr Anwalt kündigte jedoch bereits an, in nächster Instanz vor das Oberlandesgericht zu gehen.

Pamela Reif spricht auf Instagram von "Verletzung eines Grundrechts" 

Auf Instagram postete die 22-Jährige einen ausführlichen Beitrag, in dem sie sich zum Urteil des Prozesses äußert. Darin beschreibt sie auch, dass sich durch die Verordnung weitere Unklarheiten ergeben würden: "Wenn ich etwas als Werbung kennzeichne, ohne eine Kooperation mit der markierten Firma zu haben, verstoße ich ebenfalls gegen das Gesetz und könnte von dem Unternehmen abgemahnt werden. Wie man dieses Problem jetzt lösen soll? Unklar." Außerdem spricht sie von einer Verletzung ihres Grundrechts auf die freie Meinungsäußerung: "Meiner Meinung nach verletzt das Ganze mein Grundrecht auf freie Meinungsäußerung. Ich muss die Entscheidung des Gerichts erstmal hinnehmen und befolgen, werde aber weiterhin für meine Ansicht gerade stehen und in Berufung gehen", schreibt Pamela Reif auf Instagram. 

Noch fehlt ein Grundsatzurteil vom Bundesgerichtshof, es bleibt also abzuwarten wie in Zukunft mit diesem Thema umgegangen wird.

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Verwendete Quellen: "Süddeutsche Zeitung"


ag