Paul Newman Amerikas schnellster Großvater wird 80


Hollywood-Superstar Paul Newman feiert heute seinen 80. Geburtstag und will von Ruhestand nichts wissen. Dafür würden noch viel zu viele Sachen auf ihn warten.

Paul Newman dürfte der schnellste Großvater Amerikas sein. Bei Sportwagenrennen ist der Hollywood-Superstar jedenfalls schon lange von niemandem mehr überholt worden, der älter war als er. Heute feiert der Schauspieler seinen 80. Geburtstag - und dann geht es gleich wieder zum Training für das "Rolex 24"-Rennen in Daytona Beach.

Erst vor kurzem hatte der Motor seines Rennwagens Feuer gefangen. Für den Achtzigjährigen noch lange kein Grund seine Renn-Leidenschaft aufzugeben, er macht unverdrossen weiter. Bei dem 24-Stunden-Rennen am 5. und 6. Februar werde er versuchen, "so etwa 23 bis 23 1/2 Stunden Schlaf zu bekommen", hatte Newman noch am Vorabend seine Geburtstages gewitzelt. Den Rest der Fahrschicht würden dann seine drei Teamkameraden übernehmen. Newman gewann bereits mehrere Preise bei Autorennen.

Newmans Millionen fließen an Hilfsorganisationen

Ruhestand ist für den weißhaarigen Oscar-Preisträger mit den immer noch strahlend hellblauen Augen ein Fremdwort. "Dafür warten noch viel zu viele Sachen auf mich", sagte er in einem Interview des TV- Senders CNN. Selbst wer keinen einzigen seiner zahlreichen Filme kennt, hat vielleicht schon einmal zur Salatdressingflasche mit dem Konterfei des markantgesichtigen Stars, Marke "Newmans Own", gegriffen. Zig-Millionen Dollar hat die Hollywood-Ikone mit Saucen verdient - und nicht einen Cent für sich behalten.

Alle Reinerlöse der Newman-Firma, die von einer seiner vier Töchter geführt wird, bekommen Hilfsorganisationen. Dazu gehört die Scott Newman Foundation, die sich bemüht, Jugendliche von Drogen abzuhalten. Sein Sohn war 1978 an einer Überdosis gestorben. Mit Millionen unterstützt Newman auch Erholungslager für unheilbar kranke Kinder. Die Camps heißen "Hole in the Wall" - so wie die Bande, mit der Newman als Butch Cassidy und sein Freund Robert Redford als Sundance Kid in dem Western-Welthit "Zwei Banditen" Eisenbahnen und Banken überfielen.

Für Newman war "Zwei Banditen" eine weitere Gelegenheit, sich als Sympatico-Gangster zu beweisen. Selbst miesen Typen gab er stets wenigstens einen Funken Menschlichkeit. Gespielt hat der Sohn eines jüdischen Sportartikelhändlers und einer katholischen Mutter, der sein Rüstzeug im Actors Studio von Lee Strasberg und Elia Kazan in New York bekam, eigentlich alles. Ob Action oder Western, Gesellschaftsdramen oder Komödien, fast immer waren Regisseure und Mitspieler von seiner Professionalität und Kollegialität hingerissen.

Drei Oscars für Newman

Unvergessen ist er nicht nur als schlitzohriger Gangster Butch, sondern auch als aufrichtiger Straßenpolizist in "Die Bronx" (1981), an der Seite von Elizabeth Taylor in "Die Katze auf dem heißen Blechdach" (1958), als alkoholabhängiger Anwalt kleiner Leute in "The Verdict" (1982) und gleich zwei Mal als gerissener Billardprofi Fast Eddie Felson: 1961 in "Haie der Großstadt" und dann 25 Jahre später in "Die Farbe des Geldes" von Regisseur Martin Scorsese.

Für den zweiten Fast Eddie bekam Newman mit 62 Jahren den längst verdienten Oscar als bester Schauspieler. Ein Jahr zuvor hatte die US-Filmakademie ihm einen Ehren-Oscar für sein Lebenswerk verliehen. Newmans Frau Joanne Woodward hatte ihren Oscar bereits 1958 für das Drama "Eva mit den drei Gesichtern" bekommen.

Auch später war der Weltstar noch mehrfach für Oscars im Gespräch, darunter 1995 für seine Leistung in der Verliererkomödie "Nobody’s Fool". Da war er 70 und wollte nun nicht weiter auf irgendwelche Auszeichnungen warten: "Ich verbrannte meinen Smoking, denn ich hatte ihn nun oft genug für Preisverleihungen getragen."

Ein Jahr davor trug er den Smoking noch einmal auf der Oscar-Bühne, als die Filmakademie ihn für sein soziales Engagement ehrte. Darin will Newman nach eigenen Worten in den nächsten Jahren ebenso wenig nachlassen wie in der Hoffnung auf einen politischen Wandel in seinem Heimatland. "Ich war mein Leben lang Demokrat", sagte er im CNN-Interview. "Und dafür werde ich mich keineswegs entschuldigen."

Thomas Burmeister/DPA DPA

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