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Karrierepläne: Plötzlich Politikerin? Die Rapperin Cardi B möchte die Welt mit mehr als ihrer Musik beeinflussen

Die millionenschwere Rapperin Cardi B, die bis vor vier Jahren noch als Stripperin arbeitete, teilte auf Twitter mit, dass sie erwägt, Politikerin zu werden. Sie will, dass ihr Steuergeld sinnvoller ausgegeben werden als bisher – für Bildung und Krankenversicherung statt für Waffen.

Von Emma Flinzenberg

Cardi B winkt fröhlich in die Kamera

Stripperin, Sängerin, Politikerin? Rapperin Cardi B denkt über einen neuen Job nach.

AFP

Cardi B wuchs in der Bronx in New York unter dem Namen Belcalis Marlenis Almanzar als Tochter einer trinidadischen Kellnerin und eines dominikanischen Taxifahrers auf. Die Familie hatte nicht viel Geld. Als Teenager jobbte sie im Supermarkt, bis sie mit 19 Jahren angefing zu strippen. Mit 21 hatte sie bereits mehr als 20.000 Euro angespart. Doch sie wollte nicht nur reich, sondern auch berühmt sein. Deshalb veröffentlichte sie zusätzlich Videos von sich auf der Social-Media-Plattform Vine. Sie erzählte darin alles, was sie beschäftigte und erreichte 40.000 Follower.

Mit 23 Jahren hörte sie auf zu strippen, als ihr eine Rolle in einer Reality-Show angeboten wurde. Mit 24, vor drei Jahren, startete sie ihre Musikkarriere als Rapperin und landete mit ihrem Song "Bodak Yellow" auf dem ersten Platz der Charts. Seitdem ist sie eine der bekanntesten Rapperinnen der Welt.

"Ich glaube, ich möchte Politikerin werden"

Doch jetzt möchte sie die Welt offenbar mit mehr als ihrer Musik beeinflussen. Die 27-Jährige überraschte ihre Fans und twitterte: "Ich glaube, ich möchte Politikerin werden."

Sie ergänzte "Ich glaube, wenn ich wieder zur Schule gehe und mich anstrenge, kann ich Teil der Regierung werden. Ich habe wirklich sehr viele sinnvolle Ideen. Ich brauche nur ein paar Jahre in der Schule, bis ich ordentlich Wind machen kann." Ihre Fans sind weniger optimistisch und raten ihr, lieber beim Rappen zu bleiben. 

In einem weiteren Post spricht sich Cardi B gegen Donald Trumps Entscheidung aus, zwei Billionen Dollar für neue Militärausrüstung auszugeben. Sie twitterte, es sei egal, wie viele Waffen ein Land habe, wenn es "keine Patrioten" gebe, die dafür kämpfen wollten.

Weiter hält sie eine Verschärfung des Waffengesetzes für notwendig: "Ich glaube, wir haben das Recht darauf, uns zu bewaffnen, aber ich glaube, um eine Waffe zu bekommen, sollten wir eine psychologische Untersuchung, eine angemessene Ausbildung und ein höheres Mindestalter einführen. Wenn das Mindestalter für Alkohol 21 ist, weil diese Kinder nicht damit umgehen können, wie können sie ..." Das Ende läßt sie offen, doch es ist klar, was die Self-made-Millionärin damit sagen will: In den USA darf man Waffen zwar offiziell erst im Alter von 21 Jahren kaufen, doch gibt es viele Schlupflöcher. Sturmgewehre etwa sind in 43 Staaten schon ab 18 erwerbbar, sogenannte Langwaffen in Minnesota sogar ab einem Alter von 14 Jahren.

Lockere Waffengesetze: In den USA dürfen Jugendliche kein Bier trinken, aber Waffen kaufen

Während ihrer Karriere als Rapperin äußerte Cardi B schon einige Male ihre politische Meinung und unterstützte 2016 den Demokraten Bernie Sanders bei seinem Wahlkampf. Obwohl es immer ihr Ziel war, so viel Geld wie möglich zu verdienen, twitterte sie: "Ich habe kein Problem damit, Steuern zu zahlen, wenn ich weiß, wofür mein Steuergeld ausgegeben wird. Es ist traurig, dass wir so viel Steuern zahlen, dafür aber keine kostenlosen Studiengänge an den Unis anbieten oder eine Gesundheitsversorgung für alle."

 "Strippen sorgte dafür, dass ich mich schön fühlte"

Cardis Vergangenheit als Stripperin stand ihr noch nie im Weg. Sie sagt über diese Zeit im Interview mit dem "Guardian": "Viele der Frauen hier [in der Stripper-Szene, Anm. d. Red.] haben mir beigebracht, stark zu sein. Ich habe sozusagen Leidenschaft und Liebe für die Auftritte entwickelt. Das Strippen sorgte dafür, dass ich mich schön fühlte. […] Ja, ich bin dankbar für dieses Kapitel in meinem Leben. Ich lernte viel. Und ich denke, dass es mich erwachsener werden ließ."

Ob ihre Vergangenheit eine politische Karriere verhindert, wird sich zeigen.