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Popstar baut Schulen in Malawi: Madonnas Mission in Afrika

US-Sängerin Madonna hat angekündigt, zehn Schulen in der verarmten afrikanischen Nation Malawi bauen zu lassen. Zuvor hatte es Kritik an ihrer Wohltätigkeitsorganisation gegeben.

Von Frank Siering, Los Angeles

Angekündigt hatte sie es schon vor geraumer Zeit. Jetzt scheint Superstar Madonna endlich zu ihrem Wort zu stehen. Ihre Stiftung Raising Malawi soll am 30. März mit dem Bau von zehn Schulen in der Kasungu-Gegend beginnen, rund 120 Kilometer von Malawis Hauptstadt Lilongwe enfernt.

"Wir sind total glücklich, dass wir jetzt endlich mit dem Bau der Schulen anfangen können", so Madonna, die in der Vergangenheit diverse Schwierigkeiten hatte, sich und ihren zwei aus Malawi adoptierten Kindern diesen lang gehegten Traum zu erfüllen. So war ihre Wohltätigkeitsorganisation vor einiger Zeit in arge Kritik geraten. Madonna wollte ursprünglich in Kooperation mit dem Kabbalah-Zentrum in Los Angeles die Schulen in der verarmten afrikanischen Nation bauen lassen.

Madonna plant um

Aber als das Zentrum und seine Betreiber wie auch Madonnas Organisation plötzlich als Untersuchungsgegenstand einer möglichen Steuerhinterziehung auftauchten, entschloss sich das Material Girl, die afrikanischen Schulpläne vorerst auf Eis zu legen.

Nun also ein zweiter Anlauf. Diesmal kooperiert Madonna nicht mehr mit ihrem spirituellen Guru vom Kabbalah-Zentrum, sondern hat die erfahrene Hilfsorganisation buildOn an Bord geholt.

Eine weitere Neuplanung: Die Schulen sollen zwar von Madonnas Charity Organisation finanziert, aber nicht unterhalten werden. Das sollen verantwortliche Erzieher und Planer aus der Region übernehmen.

Bau soll zügig beginnen

Alle Schulen sollen schon im Juni nächsten Jahres fertiggestellt sein. Für rund tausend Jungen und Mädchen können dann neue Unterrichtsräume zur Verfügung gestellt werden. "Dieses Projekt hatte immer eine große Priorität in meinem Leben", so Madonna. "Ich freue mich, dass wir zusammen mit buildOn jetzt unser Ziel vor Augen haben", sagte die vierfache Mutter weiter. Malawi liegt Madonna natürlich auch deshalb ganz besonders am Herzen, weil sie mit ihrem Sohn David und ihrer Tochter Mercy zwei Kinder aus Malawi adoptiert hat.

In einem Interview mit der Nachrichtenagentur Associated Press (AP) gab die 53-jährige Sängerin auch Fehler zu. "Ja, ich habe sehr viel gelernt in den letzten Jahren. Und ich habe heute mehr Vertrauen denn je darin, dass wir unserem Ziel - den Kindern von Malawi eine anständige Erziehung ermöglichen zu können - sehr viel nähergekommen sind."

Vom Super Bowl zum Spatenstich

Die Organisation buildOn hat schon mehr als 50 Schulen in Malawi und rund 427 Schulen weltweit gebaut. "Unsere Organsation ist seit mehr als 20 Jahren in dieser Region aktiv. Wir arbeiten immer sehr eng mit den Vertretern vor Ort zusammen", so Sprecherin Carrie Pena.

BuildOn war voller Lob für Madonna, die "auch nach einigen Rückschlägen nie aufgegeben hat und an ihrem Traum, diese Schulen zu bauen, festgehalten hat", so Pena. Madonna plant, zum ersten Spatenstich nach Malawi zu reisen. Doch zunächst wird der Megastar am Sonntag in der Halbzeitpause des Super Bowl, dem Meisterschaftsspiel im amerikanischen Profi-Football und größten Sportereignis in den USA, auftreten.

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