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Porträt: Rudolph Moshammer

Stets mit seiner kleinen Hündin Daisy auf dem Arm, mit tiefschwarzen Haaren, scheinbar gepudertem Gesicht und geschminkten Augen - so kannte man Rudolph Moshammer. Neben allem Glamour war er allerdings auch sozial engagiert.

Allenthalben traf man ihn in schicken Kneipen, nicht selten stand sein Rolls Royce - natürlich mit dem Kennzeichen M-RM - auffällig vor Nobelgaststätten. Der Modeschöpfer Rudolph Moshammer (64) galt als eine der schillerndsten Vertreter und Kultfigur der Münchner Schickeria. Regelmäßig war der Mann mit der exzentrischen Ludwig II.-Frisur Gast bei Prominenten-Partys und in Talkshows. Die York-Shire-Hündin Daisy galt als seine ständige Begleiterin.

Wie kaum ein anderer verstand es Moshammer, sich selbst publikumswirksam zu inszenieren. Mit seinem tiefschwarzen Haar und seinem stets makellosen Outfit verlieh der Modeschöpfer, der selbst am liebsten im 18. Jahrhundert gelebt hätte, seinen Auftritten einen herrschaftlichen Anstrich. Bis zum Tod seiner Mutter Else Moshammer 1993 waren Mutter und Sohn als unzertrennliches Paar in der Öffentlichkeit aufgetreten. Kaum eine Feier, bei der die beiden Moshammers nicht dabei waren.

Edel-Schneider mit prominenten Kunden

Moshammer hatte in den sechziger Jahren begonnen, extravagante Mode zu entwerfen. Seine Münchner Boutique "Carnaval de Venise" in der Maximilianstraße mit Herrenmode der Luxusklasse aus Pelzen, Kaschmir oder Seide entwickelte sich zu einer der ersten Adressen in der High Society. Dass er angeblich nie eine Schneiderlehre absolviert hat, tat seinem Erfolg keinen Abbruch: Er kleidete Prominente aus Politik, Wirtschaft und Showgeschäft ein; Arnold Schwarzenegger, Startenor José Carreras, die Magier Siegfried & Roy, Schauspieler Richard Chamberlain und Thomas Gottschalk zählten zu seinen Kunden.

Moshammer wurde am 27. September 1940 in München geboren, wie vor einigen Jahre bei einer Gerichtverhandlung in Österreich wegen eines Verkehrsdeliktes bekannt wurde. Er selbst hatte sich in der Öffentlichkeit aber stets jünger gemacht.

Engagement für Obdachlose

Moshammers öffentliche Aktivitäten waren vielfältig. Gemeinsam mit seiner Mutter unterstützte er immer wieder Obdachlose, unter anderem mit Spenden. Die beiden Moshammers verteilten manchmal sogar selbst Essen unter den Isar-Brücken. 1983 kaufte Moshammer die Traditions- Gaststätte "Hundskugel", eines der drei ältesten Häuser in München, das 1440 erbaut wurde. Zuletzt setzte er sich ein neues Heim für Obdachlose ein und warb in diesem Zusammenhang auch für die Münchner Obdachlosen-Zeitung "Biss".

Moshammer schrieb auch Bücher mit Titeln wie "Elegant kochen ohne Schnickschnack", "Mein geliebtes München" und - mit Bezug auf sein Schoßhündchen - "Ich, Daisy. Bekenntnisse einer Hundedame". Seiner über alles geliebten Mutter setzte er mit "Mama und ich" ein literarisches Denkmal.

Sabine Dobel / DPA / DPA
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