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Prinz Andrew Welche Rolle Ex-Frau Fergie und Tochter Beatrice im Prozess spielen könnten

Sarah Ferguson und Prinz Andrew mit Tochter Beatrice
Sarah Ferguson und Prinz Andrew im Jahr 2000 mit Tochter Beatrice
© epa PA Ison / Picture Alliance
Prinz Andrew werde sich im Verfahren um Missbrauchsvorwürfe "als Privatmann" verteidigen müssen, teilte Queen Elizabeth II. mit. In den Fokus rücken nun seine Ex-Frau Sarah Ferguson sowie die gemeinsamen Kinder Eugenie und Beatrice. 

Nach dem Tod von Prinz Philip sowie dem Trubel um Prinz Harry und seine Frau Meghan sollte das Jahr 2022 ganz im Zeichen von Queen Elizabeth II. stehen. Am 6. Februar 1952 bestieg die britische Königin den Thron. Dieses 70-jährige Jubiläum wird im Laufe des Jahres mit zahlreichen Veranstaltungen gewürdigt, vom 2. bis 5. Juni ist ein Fest-Wochenende geplant, für das die Briten einen zusätzlichen Feiertag erhalten.

Doch nun werden die Feierlichkeiten für die Queen überschattet von einem möglichen Zivilprozess gegen ihren zweitältesten Sohn Andrew. Der 61-Jährige könnte sich im Herbst vor Gericht verantworten müssen, weil er Sex mit einer Minderjährigen gehabt haben soll. Klägerin Virginia Roberts Giuffre wirft Andrew vor, sie als Minderjährige vor rund 20 Jahren mehrfach sexuell missbraucht zu haben. Prinz Andrew weist die Vorwürfe zurück. 

Nachdem US-Richter Lewis Kaplan Andrews Antrag auf eine Einstellung des Verfahrens abgelehnt und damit den Weg frei gemacht hat für ein Gerichtsverfahren, hat die Queen überraschend schnell reagiert. Die 95-Jährige entzog ihrem angeblichen Lieblingssohn die militärischen Titel und royalen Schirmherrschaften. Auch die Anrede "His Royal Highness" darf Prinz Andrew nicht mehr nutzen. Seinen Titel Duke of York ist er bisher nicht los, doch der Druck wächst. Treibende Kräfte hinter der Entscheidung von Elizabeth II. sollen die Thronfolger Prinz Charles und Prinz William gewesen sein. Andrew werde sich in dem Prozess "als Privatmann" verteidigen, teilte der Buckingham Palast in einer Stellungnahme mit.

Als Privatmann muss sich Prinz Andrew nun auf seine Anwälte verlassen – und seine Ex-Frau Sarah Ferguson sowie die gemeinsamen Töchter Eugenie und Beatrice. Anders als erwartet sollen die beiden Prinzessinnen wohl doch nicht vom Anwalts-Team der Klägerin Virginia Roberts Giuffre befragt werden. Dabei spielt vor allem Beatrice in dem Fall keine unwichtige Rolle.

Prinz Andrew gab Tochter Beatrice als Alibi an

Virginia Roberts Giuffre behauptet, am 10. März 2001 von Prinz Andrew in den Londoner Privatclub "Tramp" eingeladen und anschließend mit dem Royal in das Privathaus von Ghislaine Maxwell weitergezogen zu sein. Dort soll es dann zum Missbrauch gekommen sein. Ein inzwischen berühmtes Foto zeigt Prinz Andrew, wie er die Hand um die Hüfte der damals 17-jährigen Virginia Roberts Giuffre gelegt hat, im Hintergrund steht Ghislaine Maxwell. In seinem Interview mit der BBC im November 2019 behauptete der Sohn der Queen, das Bild sei eine Fälschung.

Ebenso führte er in dem Interview seine Tochter Beatrice als Alibi an. "Ich war zu Hause, ich war bei den Kindern. Ich habe Beatrice zu einer Party in einem 'Pizza Express' in Woking gebracht, so gegen 16 oder 17 Uhr. Die Herzogin war nicht da und wir hatten eine einfache Regel in der Familie: Wenn einer weg ist, bleibt der andere zu Hause", sagte Andrew. Auf die Nachfrage der Journalistin Emily Maitlis, warum er sich fast 20 Jahre später so genau daran erinnern könne, antwortete der Prinz: "Zu einem 'Pizza Express' in Woking zu gehen, ist sehr ungewöhnlich für mich. Ich war nur ein paar Mal in Woking und ich erinnere mich merkwürdigerweise exakt daran."

Das Problem: Ein Jahr nach Andrews fatalem BBC-Interview gab es Berichte, dass sich Prinzessin Beatrice nicht an den Abend in dem "Pizza Express"-Restaurant erinnern könne. Die damals Zwölfjährige war zum Geburtstag einer Schulfreundin eingeladen. Deren Eltern bestätigten der britischen Zeitung "Daily Mail", dass die Prinzessin zur Party erschienen sei, konnten aber nicht sagen, ob Prinz Andrew dabei war. Ein Detail, das Andrews Albi ins Wanken bringen könnte. Statt Prinzessin Beatrice wollen Giuffres Anwälte nun aber unter anderem Andrews früheren Assistenten sowie eine Frau befragen, die angibt, den Prinzen in Nachtclub "Tramp" gesehen zu haben.

Ex-Frau Fergie verteidigt Prinz Andrew seit Jahren

Ebenfalls interessant dürften Aussagen von Sarah Ferguson sein, die seit 1996 von Andrew geschieden ist, aber trotzdem weiterhin bedingungslos zu ihrem Ex-Mann hält. Hartnäckig halten sich Gerüchte, dass Fergie und Andrew inzwischen wieder liiert sind und sogar eine erneute Hochzeit nicht ausschließen. Die beiden wohnen gemeinsam in der Royal Lodge, ehemalige Residenz von Queen Mum, auf dem Gelände von Schloss Windsor Castle. Das Luxus-Chalet in der Schweiz, das Andrew nun aus Geldgründen verkauft, erwarben er und Fergie im Jahr 2014 gemeinsam. Der Prinz kratzt seine Millionen zusammen, um auf eine mögliche Schadenersatzzahlung an Virginia Roberts Giuffre vorbereitet zu sein.

Auf finanzielle Unterstützung seiner Ex-Frau kann er nicht hoffen, dafür steht Fergie ihm weiterhin moralisch zur Seite. Seit Jahren bezeichnet die 62-Jährige die Anschuldigungen gegen Andrew als "Quatsch". "Einen so wunderbaren Mann durch solch einen Schmerz gehen zu sehen. Er ist der beste Mann, den ich kenne", sagte Ferguson 2019 der "Vogue Arabia".

Aussagen, die auch die Anwälte von Virginia Roberts Giuffre interessieren. Denn die vermuten, dass Sarah Ferguson mehr weiß, als sie bisher preisgegeben hat.

Quellen:  "Daily Mail", "BBC", "Vogue Arabia", "Royal UK"


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