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Prinz von Anhalt will Bürgermeister werden Frederic "von A-Hole"


Seinen Titel hat er gekauft, jetzt hat er ihn sogar gefälscht: Prinz Frederic von Anhalt will Bürgermeister von Los Angeles werden. Weil ein Internetdienst ihm nicht sonderlich wohl gesonnen war, hat er die Meldung kurzerhand geschönt. Mit plumpen Methoden.
Von Jens Maier

Die Ankündigung hat einen kleinen Schönheitsfehler: Der US-Internetdienst "TMZ" teilte am Mittwoch mit, dass Prinz Frederic von Anhalt Bürgermeister von Los Angeles werden möchte. "I Vant to Be das MAYOR!!!", zitiert ihn die Seite und amüsiert sich mit der Schlagzeile über seinen deutschen Akzent. Doch es kommt noch dicker für den Prinzen. Aus dem vornehmen und gekauften Adelsnamen "von Anhalt" machte die dem Prinzen nicht sehr wohl gesonnene Klatschseite ein despektierliches "von A-Hole". Der geplante PR-Coup drohte damit zum GAU zu werden. Doch der gekaufte Prinz weiß sich zu helfen.

Auf seiner eigenen Internetseite princefrederic.com schönte der 68-Jährige die Meldung. Dass "TMZ" sich über seine schlechte englische Aussprache und insbesondere sein "th" lustig macht, schien das falsche Blaublut nicht weiter zu stören. "Zee Prinz", wie "TMZ" ihn nennt, durfte bleiben, das "A-Hole" nicht. Dank einer Bildbearbeitungssoftware tilgte Prinz Frederic das "A-Hole" aus der Meldung. Insgesamt drei Mal ließ der Prinz die Schlagzeile schönen, ansonsten sind die beiden Versionen identisch.

Im vergangenen Jahr hatte sich von Anhalt bereits um den Posten des kalifornischen Gouverneurs beworben. Damals konnte er zwar die erforderlichen 10.000 Unterschriften sammeln, um als unabhängiger Kandidat auf den Wahlzettel zu kommen. Nachdem seine Frau, die Hollywood-Diva Zsa Zsa Gabor, bei einem Sturz aus ihrem Bett einen Hüftbruch erlitt. Gabor ist seither bettlägerig.

Offizielle Kandidatur am Freitag

Am Freitag will der Prinz seine Kandidatur für die Bürgermeisterwahl 2013 in Los Angeles offiziell auf einer Pressekonferenz verkünden. Vorab hatte er seine politischen Ambitionen "TMZ" verraten. Doch der geplante PR-Coup ging nach hinten los. Die Seite machte sich über Prinz Frederic lustig. Und das, obwohl er sich sogar ein populistisches Wahlprogramm zurechtgezimmert hat.

"400.000 Menschen sind arbeitslos und 40.000 obdachlos. Ich sehe jeden Tag Leute aus Mülltonnen essen. Das muss aufhören", sagte Frederic "TMZ". Auf dem riesigen Wahlplakat, das der Prinz bereits enthüllen ließ, ist zu lesen: "Prinz Frederic als Bürgermeister - Bringt Los Angeles wieder in Arbeit … Niedrigere Steuern … Niedrigere Gebühren für Wasser und Strom."

Wie er diese Ziele erreichen will, hat Prinz Frederic bislang allerdings noch nicht verraten. "Die Leute kennen mich", sagte er dem Nachrichtensender CNN. Und der Prinz ist sich sicher: "Sie wissen, dass ich die Wahrheit sage, selbst wenn sie wehtut." Auf seiner Homepage nimmt es der Prinz mit der Wahrheit jedenfalls nicht sehr genau.


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