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Prinzessin Caroline: Kampf gegen Paparrazzi-Fotos

Prinzessin Caroline von Monaco ist eine der am meisten fotografierten Prominenten Europas - und damit ein bevorzugtes Opfer der Paparrazzis. Jetzt klagt sie vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte.

Der Kampf Caroline von Monacos gegen Paparazzi-Fotos beschäftigt am Donnerstag den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg. Die Prinzessin ficht die 1999 vom Bundesverfassungsgericht bestätigte deutsche Rechtssprechung an, wonach Prominente als so genannte Personen der Zeitgeschichte die Veröffentlichung von Fotos mit gewissen Einschränkungen auch ohne ihre Einwilligung hinzunehmen haben.

Caroline ist von öffentlichem Interesse

Das Urteil des Bundesverfassungsgerichtes besagt, dass das mit der Pressefreiheit verfolgte Ziel der Meinungsbildung sich nicht auf den politischen Bereich beschränke. "Auch in unterhaltenden Beiträgen findet Meinungsbildung statt." Das Persönlichkeitsrecht verlange nicht, "die einwilligungsfreie Veröffentlichung auf Bilder zu beschränken, die die Person in Ansehung ihrer Funktion zeigen", entschieden die Verfassungsrichter.

Caroline von Monaco rief im Juni 2000 den Europäischen Menschenrechtsgerichtshof an, der am Donnerstag beide Seiten - die Vertreter Carolines und der Bundesrepublik Deutschland- anhören will. Die Straßburger Richter dürften ihr Urteil in einigen Monaten bekannt geben. Der Verband deutscher Zeitschriftenverleger VDZ, der ebenso wie die Hubert Burda Media als Beigeladener vertreten ist, wird eigenen Angaben zufolge von ARD, ZDF, dem Verband Privater Rundfunk und Telekommunikation, dem Deutschen Presserat und dem Deutschen Journalistenverband unterstützt.

Achtung der Privatsphäre verletzt

Die Frau des Welfenprinzen Ernst August von Hannover sieht dagegen ihr durch Artikel 8 der Europäischen Menschenrechtskonvention geschütztes Recht auf Achtung ihres Privat- und Familienlebens verletzt. (VDZ) erklärte, Caroline wolle erreichen, dass eine Bildberichterstattung in Europa über Personen des öffentlichen Lebens nur noch bei offiziellen Anlässen oder mit deren Einwilligung zulässig sei.

Wenn ihr das gelinge, werde die Presse auf die Funktion eines "Hofberichterstatters" degradiert, warnte VDZ-Geschäftsführer Wolfgang Fürstner. Der Gerichtshof in Straßburg erklärte, Caroline führe seit Anfang der 90er Jahre eine europaweite Kampagne, oft auf juristischem Weg, gegen die Veröffentlichung von Bildern aus ihrem Privatleben in der Boulevardpresse.

Fotos in der "Bunten"

Mit ihrem deutschen Anwalt Matthias Prinz zog sie bis vors Verfassungsgericht in Karlsruhe, um gegen Fotos von ihr beim Reiten, Radfahren oder Einkaufen vorzugehen, die 1993 in der "Bunten" erschienen waren. Das BVG wies ihre Verfassungsbeschwerde in diesen Fällen zurück und rügte lediglich die Veröffentlichung von Bildern Carolines mit ihren Kindern.