Die Worte, die er vor Gericht wählt, sind deutlich: „Unerträglich“ sei es für ihn, in Untersuchungshaft zu sitzen, während seine Mutter krank sei, sagte Marius Borg Høiby am Montag in Oslo. Wie die norwegische Zeitung „Verdens Gang“ berichtet, hat der 29-Jährige erneut eine elektronische Fußfessel beantragt. Er wolle die Untersuchungshaft in der königlichen Residenz Skaugum mit seiner Mutter verbringen.
Borg Høiby sitzt seit über drei Monaten im Gefängnis in Oslo, erlebt dort seinen Prozess, nachdem ihm mehrere Frauen unter anderem sexuelle Übergriffe vorgeworfen haben. Bereits im Mai hatte er elektronische Fußfesseln beantragt – dies wurde jedoch abgelehnt, unter anderem, weil er sich nicht an ein Kontaktverbot mit einem mutmaßlichen Opfer gehalten hatte. Jetzt hofft der Stiefsohn von Kronprinz Haakon, dass der Gesundheitszustand seiner Mutter ihm helfen könnte.
Prinzessin Mette-Marit besuchte Sohn trotz Krankheit im Knast
Denn dieser ist ernst: Der norwegische Hof hatte vergangene Woche mitgeteilt, dass Prinzessin Mette-Marit auf die Warteliste für eine Lungentransplantation gesetzt wurde. Die 52-Jährige leidet seit Jahren an einer chronischen Lungenkrankheit.
Bisher kann Marius seine Mutter nur zu den regulären Besuchszeiten einmal die Woche im Gefängnis sehen. „Jeder Sonntag, an dem wir uns sehen, könnte das letzte Mal sein“, sagte er vor Gericht. Høiby sagte außerdem, dass er im Gefängnis den Fernseher einschaltet und dass „das Einzige, was gesendet wird, davon handelt, dass Mama krank ist“.
Wenn Høiby freigelassen wird, wolle er wieder in sein Kinderzimmer zurückziehen, zusammen mit seinen Geschwistern in Skaugum, sagte er. „Die Familie befindet sich in einer so schwierigen Lage, dass ich niemals etwas tun würde, was diese Situation verschlimmern würde. Das ist für mich völlig undenkbar“, so Høiby vor Gericht.
Am Vormittag war ihm ein Ausflug zu seiner Familie nach Skaugum erlaubt worden. Er durfte dort an einem Informationsgespräch zum Gesundheitszustand seiner Mutter teilnehmen. Die gesamte Kronprinzenfamilie sei anwesend gewesen. Es habe gut getan, seine Mutter außerhalb der Gefängnismauern zu sehen, betonte Høiby.
Nun muss das Gericht den Antrag prüfen. Bisher ist die Urteilsverkündung im Prozess gegen ihn für den 15. Juni angekündigt.