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Promi-Kids: Auf dem Football-Feld mit Hancocks Sohn

Wenn an der Oaks Christian High in Los Angeles die Football-Mannschaft zum Training aufläuft, werden sie von Paparazzi und kreischenden Groupies empfangen. Denn an der "Celebrity High" drücken auch viele Promi-Kids die Schulbank.

Von Frank Siering, L.A.

Die drei Teenager stehen auf dem Football-Feld und hecheln nach Luft. Schrill ertönt der Ton aus der Trillerpfeife des Trainers und schon sprinten sie wieder los. Football-Training an der Oaks Christian High School in Los Angeles. Eigentlich nichts Besonderes. Tausende von Teams bereiten sich derzeit in Sommercamps auf die neue Schulsaison vor. Aber nur selten werden die Trainingseinheiten pubertierender Schulauswahl-Spieler von hunderten von Paparazzi und ebenso vielen weiblichen Groupies verfolgt. An der Oaks Christian High allerdings ist das so.

Der Grund dafür: Die drei schwitzenden Teens sind die Söhne von weltberühmten Schauspiel- und Sportlegenden. Trevor Gretzkys Papa heißt Wayne Gretzky und gilt bis heute als einer der talentiertesten Eishockey-Spieler, die jemals auf dem Eis herumkurvten. Nick Montana ist der Sohn von Football-Superstar Joe Montana, der einst mit den San Francisco 49ers Super Bowl-Geschichte schrieb. Und Trey Smith ist kein geringerer als der Sohn von Hollywood-Superstar Will Smith, der derzeit als "Hancock" durch die Kinokassen fegt.

Promi-Garantie am Spielfeldrand

Kein Wunder, dass Oaks Christian High längst zur "Celebrity High" umgetauft wurde. Die Privatschule, die 2000 eröffnet wurde und im Jahr 21.640 Dollar kostet, gilt als akademisches und athletisches Powerhaus in Kalifornien.

Das Football-Team hat fünf der vergangenen sechs Section Championships gewonnen. Und mit Montana, Gretzky und Smith in der Aufstellung - allesamt gelten als hochtalentierte Athleten - glaubt der Coach in diesem Jahr sogar an eine echte Chance, "ohne Niederlage durch die Saison zu gehen und somit einen Spot in der State Championship Bowl zu ergattern".

Das allerdings interessiert die vielen Fans, die täglich beim Training auf den Platz kommen, weniger. Sie halten Ausschau nach Promis. Und müssen meist nicht lange suchen. Will Smith schaut öfter mal vorbei. Und auch Wayne Gretzky ist ein regelmäßiger Zaungast, um seinem Sohn zuzuschauen. Joe Montana kommt selten, aber dafür hat Zehntklässlerin Janette Tom Cruise schon häufiger gesehen. "Der kommt mit Will Smith, um beim Training zuzugucken", sagt die Schülerin. Und schon tuschelt man auf dem Campus, dass Cruises ältester Sohn Connor sehr bald die Mannschaft verstärken könnte.

Zirkeltraining statt Privatunterricht

In Los Angeles ist es nicht ungewöhnlich für Teenager, mit den Söhnen und Töchtern von berühmten Schauspielern gemeinsam die Schulbank zu drücken. Beverly Hills, Pacific Palisades und auch Hollywood High School zählen zu den Schulen, auf denen eine ganze Reihe von Berühmtheiten Algebra und Geographie gebüffelt haben. "Es ist wichtig, dass unsere Kinder ganz normal aufwachsen und den Kontakt zu anderen Kids in ihrer Altersklasse haben", findet Will Smith. Und spricht sich somit gleichzeitig gegen die Ausbildung von Promi-Kindern von privaten Lehrern, so wie es Madonna, Michael Jackson oder bisher auch John Travolta handhaben. Einziger Nachteil für eine Schule mit so vielen prominenten Kindern: "Die anderen Kids im Team konzentrieren sich oftmals mehr auf das, was sich am Spielfeldrand abspielt, denn die Spielzüge, die ich ihnen beibringe", sagt Christian Oaks-Coach Mark Bates. Auf die Frage, ob er mit den prominenten Zöglingen denn etwas sanfter umgeht, antwortet Bates mit viel Selbstvertrauen: "Ich trainiere ja nicht die Väter, sondern die Söhne. Und da werden von mir alle gleich behandelt, da mache ich keine Ausnahmen."

  • Frank Siering