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Prozess um Nacktfotos: Bohlens Penis-Schatten kostet 40.000 Euro

Teures Vergnügen für die Zeitschrift "Viel Spaß": Das Blatt muss wegen der Veröffentlichung von Nacktfotos 40.000 Euro an Dieter Bohlen zahlen, obwohl seine Genitalien nicht zu sehen waren. Das Gericht begründete dies mit dem "Schattenwurf".

"Dieter Bohlen im Paradies - wie Gott ihn geschaffen hat" hieß die Überschrift in einem Artikel der Zeitschrift "Viel Spaß". Im Juli 2007 berichtete das wöchentlich erscheinende Klatschmagazin ausführlich über den Urlaub des Pop-Produzenten und DSDS-Jurors auf Mallorca und zeigte mehrere Nacktfotos von ihm. Das kostet den Burda-Verlag jetzt 40.000 Euro.

Das Landgericht Hamburg hielt die Veröffentlichung der Fotos für eine schwere Persönlichkeitsverletzung und einen Eingriff in die Intimsphäre Bohlens, der den Verlag auf Zahlung eines Schmerzensgelds verklagt hatte. Die Fotos seien heimlich und ohne Einverständnis gemacht worden, begründete das Gericht. Neben den Bildern wurde auch die Art der Berichterstattung gerügt.

"Ehrlich, für seine 53 Jahre hat Dieter Bohlen noch ein ziemlich knackiges Popöchen und seine Brust- und Bauchmuskulatur sind bestens in Schuss", hatte "Viel Spaß" damals geschrieben. Und weiter: "Kein Wunder also, dass sich der Pop-Titan gerade eine der beliebten FKK-Buchten zum Nacktbaden ausgesucht hat - so konnte er seinen Astral-Körper nahtlos bräunen lassen." Der Blick des Lesers sei durch diese Art der Berichterstattung "auf den intimen Körperbereich des Klägers" gelenkt worden, sagt das Gericht.

Burda lehnte die Zahlung eines Schmerzensgeldes an Bohlen zunächst ab, weil man den "abgebildeten Körper des Klägers sorgfältig geblendet" habe. Die Redaktion hatte die pikanten Stellen einzeln mit kleinen Laubblättern übermalt, damit war Bohlens Geschlechtsteil nicht zu sehen. Außerdem stünde dem Entschädigungsanspruch entgegen, dass der Kläger "schon ein entsprechendes Image gehabt habe".

Dieser Argumentation folgte das Gericht jedoch nicht. Bohlen habe sich zu keinem Zeitpunkt unbekleidet abbilden lassen. Durch Äußerungen im Zusammenhang mit seinem Liebesleben habe er seine Privat- und Intimsphäre keinesfalls vollständig und für alle Lebensbereiche der Öffentlichkeit preisgegeben. Und obwohl die Genitalien übermalt worden seien, habe sich der Leser "anhand des zu erkennenden Schattenwurfs eine konkrete Vorstellung in Bezug auf das Genital des Klägers machen können", heißt es in der Urteilsbegründung. Das Gericht sprach Bohlen deshalb ein Schmerzensgeld in Höhe von 40.000 Euro zu.

Mai