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Die besten Momente der Queen in Berlin: Vom blauen Pferd und Tee mit Merkel

"Soll das mein Vater sein?", fragte sie Bundespräsident Gauck erstaunt. Lustig ist es mit der Queen in Berlin. Doch Elisabeth II. versteht sich auch auf Symbole. Wenn sie mit Merkel Tee trinkt zum Beispiel.

Die Queen und Angela Merkel beim Plausch im Kanzleramt.

Was gesprochen wurde, bleibt geheim. Doch dieses Bild hat eine starke Symbolwirkung: Die Queen und Angela Merkel beim Plausch im Kanzleramt.

Mit Geschenken an die Queen ist das so eine Sache. Denn wer die Königin beschenkt, muss damit rechnen, dass seine Präsente aufgelistet und sogar ausgestellt werden. Die Experten der Royal Collection wachen über jede einzelne Gabe und führen Buch. Auch schon bei ihrem ersten Staatsbesuch in Deutschland 1965. Und nun raten Sie mal, was Queen Elizabeth II. damals überreicht bekam? Einen gelben Kanarienvogel. Kein Witz. 

 "Soll das mein Vater sein?" Auch fünfzig Jahre später staunt die Queen über ihr Geschenk aus Deutschland. Bundespräsident Gauck überreichte ihr am Vormittag ein Gemälde der Künstlerin Nicole Leidenfrost. Es wurde nach einer Fotografie der Königin angefertigt und soll sie als Neunjährige auf einem Pferd reitend neben ihrem Vater zeigen. "Das ist eine lustige Farbe für ein Pferd", bemerkt sie trocken. Allerdings hatte die Königin mit dem Bild noch mehr Probleme. Ob sie ihren Vater nicht erkenne, fragte Gauck. "Nein", antwortete die Queen halb amüsiert, halb erstaunt.

Die Queen lacht über einen winkenden Roboter

Da hat sie Spaß: Die Queen lacht an der TU Berlin über einen winkenden Roboter.

Die spontanen Queen-Momente sind die besten

Es sind diese Momente mit der Queen, die ihren Besuch einzigartig werden lassen. Die Ehrenformation vorm Schloss Bellevue, die Kranzniederlegung an der Neuen Wache oder die Bootsfahrt auf der Spree - alles gut und nice to have. Doch am schönsten ist es, wenn die Queen für einen Moment aus dem Protokoll ausschert, statt her Majesty kurz einfach nur "Lilibeth", wie sie von ihrer Familie genannt wird, ist. Und diese Momente gab es. 

Nicht nur bei der Geschenkeübergabe, sondern auch an der TU Berlin. Da amüsierte sich Elisabeth II. köstlich über einen Roboter, der ihr zuwinkte. Sie gluckste in sich hinein, wie das nur die britische Königin kann. Fröhlich, aber nicht aufdringlich. Mehr Gefühlsausbrüche in der Öffentlichkeit bekommt man von ihr nur beim Pferderennen in Ascot zu sehen. Und dann nur wenn eines ihrer Pferde gewinnt. Herrlich.

Die Queen und Angela Merkel beim Plausch im Kanzleramt.

Was gesprochen wurde, bleibt geheim. Doch dieses Bild hat eine starke Symbolwirkung: Die Queen und Angela Merkel beim Plausch im Kanzleramt.


Die Queen versteht sich auf Symbol-Politik

Und dann waren da natürlich noch die Symbole. In Zeiten von Eurokrise und einem möglichen Austritt der Briten aus der EU weiß die Queen, wie wichtig sie sind. Obwohl Elisabeth II. zu Neutralität verpflichtet ist und sich nicht politisch äußert, weiß sie auf ihre Art Zeichen zu setzen. Und so eines war der Tee mit der Kanzlerin. Einträchtig saßen beide auf den weißen Sesseln im Kanzleramt zusammen. Links Merkel im roten Jackett, rechts die britische Königin im weißen Mantel. Seht her, wir gehören dazu. So lautete wohl die Botschaft an ihre Untertanen im Vereinigten Königreich. Ein guter Moment mit der Queen. Vielleicht ihr bester in Berlin.