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Pädophilie, Missbrauch, Vergewaltigung: Neue Doku offenbart schlimme Details über die Vorwürfe gegen R. Kelly

Seit vielen Jahren halten sich hartnäckige Gerüchte über R. Kelly. Er soll Frauen missbraucht und in einer Art Sekte gefügig gemacht haben. Die Dokuserie "Surviving R. Kelly" geht ins erschreckende Detail.

R. Kelly

Diverse Frauen erheben schlimme Vorwürfe gegen R. Kelly

Picture Alliance

Die meisten Menschen kennen R. Kelly wegen seines Mega-Hits "I Believe I Can Fly" aus den Neunzigerjahren. Durch den Song erlangte Kelly Weltruhm. Was über Jahre hinter verschlossenen Türen vorgegangen sein soll, darüber reden seine Fürsprecher und Fans jedoch selten - bis jetzt. 

"Surviving R. Kelly": Schlimme Vorwürfe gegen R. Kelly

Der US-Sender "Lifetime" widmet seit dem gestrigen Donnerstagabend drei Abende für die Dokuserie "Surviving R. Kelly", die den Vorwürfen gegen den Musiker auf den Grund geht. Dafür haben die Macher rund 50 Interviews gesammelt. Zu Wort kommen die, die über Jahre zum Schweigen gebracht worden sein sollen: Frauen, die Kelly missbraucht haben soll. Viele waren sehr jung, wenn nicht sogar minderjährig, als sie den Sänger kennenlernten. Und alle sind Afro-Amerikanerinnen.

Erste Vorwürfe gegen den Sänger wurden bereits vor 25 Jahren laut. Bis heute wurde er nie für seine angeblichen Taten zur Rechenschaft gezogen. Die Macherin hinter der Serie, Dream Hampton, deckt in "Surviving R. Kelly" chronologisch auf, was hinter den zahlreichen Schlagzeilen steckt. Die Doku beleuchtet unter anderem Kellys Kindheit. Er selbst wurde offenbar Opfer von sexueller Gewalt. 

Beziehung mit Aaliyah

Für Aufsehen hat im Zuge der Doku außerdem Kellys Ehe mit der 2001 verstorbenen Sängerin Aaliyah gesorgt. Damals soll Aaliyah erst 15 Jahre alt gewesen sein. Kelly war 27. Kellys ehemalige Background-Tänzerin Jovante Cunningham schildert die Zeit und die Atmosphäre im Tourbus in der Serie wie folgt: "Wir lagen alle in unseren Kojen und hatten die Vorhänge geöffnet, als eine Tür im Bus aufflog. Robert hatte Sex mit Aaliyah", sagt sie und beschreibt "Dinge, die ein Erwachsener nicht mit einem Kind machen sollte".

 

Im Jahr 2002 untersuchte die Polizei von Chicago ein Video, das zeigen sollte, wie Kelly mit einer damals angeblich 14-Jährigen Sex hat, dem Mädchen befiehlt, ihn "Daddy" zu nennen und ihr in den Mund pinkelt. 

Kellys Anwälte sagten damals, bei dem Video handele es sich um eine Fälschung. 

John Legend bezieht Stellung

Im Juni 2002 wurde Kelly wegen Kinderpornografie angeklagt. Im Juni 2008 wurde er von einer Jury freigesprochen. Als im Sommer 2017 Vorwürfe laut wurden, Kelly habe einen "Sex-Kult" und halte junge Frauen gefangen, äußerte sich auch seine Ex-Frau Andrea Kelly. Sie erzählte, der Musiker habe sie über Jahre hinweg misshandelt. 

Neben seiner Ex-Frau kommen in der Dokumentation diverse weitere Frauen zu Wort, die von ihren Erlebnissen mit dem Popstar berichten. All diese Frauen sahen in Kelly am Anfang einen Mentor. Viele von ihnen hatten ebenfalls Ambitionen, als Musikerinnen Fuß zu fassen. "Robert ist der Teufel", erklärt eine der angeblich Missbrauchten jetzt.

Im Mai vergangenen Jahres erhoben zwei Frauen in einem detaillierten Report von "Buzzfeed" Anschuldigungen gegen Kelly. Sein Team wies diese entschieden zurück. "R. Kelly hat enge Freundschaften mit einer Vielzahl von starken, unabhängigen, fröhlichen Frauen, die frei sind, zu kommen und zu gehen, wann immer sie wollen", erklärten sie laut der "New York Times". "Wir weisen die vielen dunklen Beschreibungen zurück, die Unruhestifter und Lügner auf der Suche nach Profit und Ruhm hervorbringen", sagten sie.

Während viele Prominente - darunter Lady Gaga und Jay Z - sich nicht zu den Vorwürfen äußern wollten, bezieht Sänger John Legend in der Doku ebenfalls Stellung. Auf Twitter erklärte er seine Entscheidung. "An alle, die mir jetzt sagen, wie mutig ich sei, in der Doku aufzutreten - für mich fühlte sich das nie riskant an. Ich glaube diesen Frauen und käme im Leben nicht darauf, einen mehrfachen Vergewaltiger von Kindern zu beschützen. Leichte Entscheidung", schrieb er auf dem Kurznachrichtendienst. 

R. Kelly selbst hat mittlerweile mit einer Klage gegen den Sender "Lifetime" gedroht und dementiert jegliche Vorwürfe.

Quelle: "New York Times" / "Buzzfeed"

Der Sänger R. Kelly
ls