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"I Admit": 19 Minuten Ekel - mit diesem Song verhöhnt R. Kelly seine mutmaßlichen Opfer

R. Kelly steht im Verdacht, mehrere Frauen sexuell missbraucht zu haben, darunter auch Minderjährige. In einem neuen Song nimmt er zu den Vorwürfen Stellung - und verhöhnt seine mutmaßlichen Opfer auf infame Weise.

R. Kelly bei einem Auftritt in Atlanta

Mit "I Believe I Can Fly" wurde R. Kelly zum Weltstar. Inzwischen sind er und seine Musik umstritten.

"I Admit" heißt der neue Song des umstrittenen Sängers R. Kelly. Doch wer glaubte, der Sänger würde damit versuchen, mit sich und den Vorwürfen gegen ihn ins Reine zu kommen, der irrt. In dem 19 Minuten langen Track, den er via Instagram veröffentlichte, geht Kelly zwar auf die Kontroversen um ihn ein - so soll er Frauen als Sexsklaven gehalten haben, und mit Minderjährigen geschlafen haben - , doch von Einsicht ist bei dem 51-Jährigen keine Spur. Stattdessen lesen sich die Liedzeilen für seine mutmaßlichen Opfer wie Hohn. Hier sind seine schlimmsten Aussagen:

1. Kelly habe Sex mit jungen Frauen, sei aber nicht pädophil

“I admit I fuck with all the ladies, that’s both older and young ladies / But tell me how they call it pedophile because that shit is crazy”

Was genau für Kelly "jung" bedeutet, sagt er nicht. Er gibt jedoch zu, mit alten und jungen Frauen geschlafen zu haben. Kelly weist jedoch den Vorwurf von sich, pädophil zu sein. Fakt ist: Der Sänger war mit einer 15-Jährigen verheiratet, dann wurde die Ehe annulliert. Vom Vorwurf, Geschlechtsverkehr mit einer 13-Jährigen gehabt zu haben, wurde er 2008 freigesprochen. Allerdings nur, weil das vermeintliche Opfer bestritt, die Frau in einem als Hauptbeweis geführten Video zu sein.

2. Kelly wisse nicht, was ein Sexkult ist

"What’s the definition of a cult? Whats the definition of a sex slave?" 

Diese Frage stellt R. Kelly in "I Admit". Damit geht er auf jüngste Vorwürfe ein, Frauen in seinem Haus gefangen gehalten, ihnen nichts zu essen gegeben und sie zum Sex gezwungen zu haben.

"Said I’m abusing these women, what the fuck that’s some absurd shit (what?)

They’re brainwashed, really? (really)

Kidnapped, really? (really)

Can’t eat, really? (really)

Real talk, that shit sound silly (yeah)"

Aus Kellys Sicht höre sich das alles "dumm" an.

3. R. Kelly wirft Vätern vor, ihm ihre Töchter zugeführt zu haben

“I admit that this is no disrespect to the parents (no disrespect)

But this is my advice to you ‘cause I’m also a parent (parent)

Don’t push your daughter in my face, and tell me that it’s okay (my face, okay)

Cause your agenda is to get paid, and get mad when it don’t go your way (yeah, go way)”

Er sei ja selbst Vater, deshalb entblödet sich Kelly nicht, anderen Vätern Tipps zu geben. Sie hätten ihm ihre Töchter freiwillig zugeführt. Seine infame Behauptung: Alles sei die Schuld der Väter seiner mutmaßlichen Opfer.

4. R. Kelly behauptet, an den Pranger gestellt zu werden

“You may have your opinions, entitled to your opinions (opinions)

But really am I supposed to go to jail or lose my career because of your opinion

Yeah, go ahead and stone me, point your finger at me (stone me, yeah, yeah)

Turn the world against me, but only god can mute me (against me, mute me)

Cancel my shows, that shit ain’t right (shows)

How they gon’ say I don’t respect these women, when all I’ve done is represent (30 years)

Take my career and turn it upside down, ‘cause you mad I’ve got some girlfriends (girlfriends)

Ain’t seen my kids in years, they tryna lock me up like Bill (in years, like Bill)”

Kelly spricht im Zusammenhang mit den Vorwürfen gegen ihn von der "Meinung" anderer Frauen. Weil diese ihn an den Pranger stellen würden, habe er Angst, wie Bill Cosby im Gefängnis zu landen. Soll heißen: Nicht seine Taten sind schuld, sondern die Behauptungen anderer Frauen.

5. R. Kelly sagt, er sei ja nur ein Mann

“Look I’m just a man y’all (man y’all)

Not a monster or beast (no, no)

But I admit there are times when these girls so fine, they’ll chill with a nigga for a week (oh, for a week).”

Kelly behauptet, von den Frauen ausgenutzt worden zu sein. Erst hätten sie sich freiwillig mit ihm abgegeben, ihn dann als Monster dargestellt. Dabei sei er doch nur ein Mann.

Fazit:

Der 19-minütige Song ist an Widerlichkeit nicht zu überbieten. R. Kelly verhöhnt darin seine vielen mutmaßlichen Opfer und Frauen, die unter ihm leiden mussten. Offenbar glaubt Kelly, sich alles erlauben zu können und über dem Gesetz zu stehen. Das bringt er in "I Admit" zum Ausdruck. Es ist eines der ekelhaftesten Lieder der Musikgeschichte.

mai