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Raquel Welch wird 75: Sexsymbol im Fellbikini

Ein knapper Fellbikini machte Raquel Welch 1966 über Nacht zum Filmstar und Sex-Symbol. Auch mit 75 Jahren steht die Amerikanerin mit bolivianischen Wurzeln noch vor der Kamera.

Schauspielerin Raquel Welch

Schauspielerin Raquel Welch als Höhlenmädchen Loana im Film "Eine Million Jahre vor unserer Zeit" (1966)

Was wäre aus Jo Raquel Tejada in den 1960er Jahren geworden, hätte sie ihren Namen nicht geändert? Hätte sie als Latina-Schönheit in Hollywood Karriere gemacht, wie heute Jennifer Lopez oder Sofia Vergara? Die 1940 in Chicago geborene Tochter einer Amerikanerin und eines Bolivianers entschied sich für den Nachnamen ihren geschiedenen Mannes und wurde als Raquel Welch berühmt.

Doch Welch, die am 5. September 75 Jahre alt wird, ist auf ihre Herkunft stolz. Ende Juni wurde sie vom Verband der lateinamerikanischen Produzenten für ihr Lebenswerk und ihre Verdienste um Latinos im Filmgeschäft geehrt. Ihren Karrierestart hat sie allerdings einer klitzekleinen Sache zu verdanken.

Meist fotografierte Frau des Jahres

Strategisch platzierte Felllappen als prähistorischer Bikini, den sie als Höhlenmädchen Loana in dem Steinzeit-Hit "Eine Million Jahre vor unserer Zeit" (1966) trug, machten Welch über Nacht zum Sex-Symbol. US-Magazine feierten damals ihre Kurven, die Zeitschrift "Life" kürte sie zur "meist fotografierten Frau des Jahres".

Schauspielerin Raquel Welch

Raquel Welch auf einem Foto aus den Siebzigern. Sie posiert mit einem Gorilla-Kostüm.

Mit fast 75 Jahren sieht sie den damaligen Trubel ganz gelassen. "Na klar, für einige Fotos musste ich sexy Badekleidung tragen, aber ich wurde nicht unverhohlen sexualisiert", sagte Welch im Juli der Zeitschrift "Closer Weekly". "Ich hatte nicht das Gefühl, ausgenutzt zu werden." Träumt sie noch von dieser Zeit? "Ich schaue nicht zurück", betont die Schauspielerin.

Dabei reißen sich die Paparazzi immer noch um den früheren Kurven-Star. Anfang August wurde Welch am Flughafen in Los Angeles abgelichtet, in engen weißen Jeans auf hohen Absätzen, mit blonden Haaren und schickem Hut. Natürlich sei das Aussehen in Hollywood auch im Alter noch wichtig, sagte Welch im April dem britischen "Mirror". "Dank meiner Vergangenheit als Tänzerin habe ich auf körperliche Fitness immer großen Wert gelegt." Mit 40 Jahren habe sie auch noch Yoga für sich entdeckt.

Zwei Kinder und vier Ehemänner

Die zweifache Mutter, die ihre beiden Kinder schon mit Anfang Zwanzig bekam, steht gelegentlich noch vor der Fernsehkamera. 2013 drehte sie den TV-Film "House of Versace - Ein Leben für die Mode", einen ihrer letzten Filmauftritte hatte sie in der Komödie "Natürlich blond!" (2001) mit Reese Witherspoon.

Schauspielerin Raquel Welch

"Dank meiner Vergangenheit als Tänzerin habe ich auf körperliche Fitness immer großen Wert gelegt", sagt Welch.

Die große Filmkarriere mit Charakterrollen war es nicht. Aber Welch drehte immerhin mit Hollywoodgrößen wie James Stewart ("Bandolero"), Frank Sinatra ("Lady in Cement"), John Huston ("Myra Breckinridge") und Burt Reynolds ("Auf leisen Sohlen kommt der Tod"). Ihr komödiantisches Talent bewies sie in dem Film "Die drei Musketiere" (1973), für den sie den Golden Globe als beste Comedy-Hauptdarstellerin erhielt.

Ihr Nachname stammt von ihrem Schulfreund James Westley Welch, dem ersten von insgesamt vier Ehemännern. Mit 24 Jahren war sie das erste Mal geschieden. Ihr letztes Ja-Wort gab sie 1999 dem deutlich jüngeren Gastronomen Richard Palmer, das ging auch nur wenige Jahre gut.

Welch klagte 2012 darüber, dass die Welt sexbesessen sei. "Wir sind in unserer Kultur an den Punkt angekommen, an dem wir alle buchstäblich sexsüchtig sind", sagte sie damals dem Männermagazin "Men's Health". "Wir haben Lebensglück gleichgesetzt mit der Anzahl der Orgasmen, völlig egal, wo man seine Liebe lässt."

Wie und mit wem wird Welch nun ihren 75. Geburtstag feiern? Der Star und seine Sprecher hüllen sich in Schweigen.

Barbara Munker / DPA