Raubüberfall in Las Vegas O.J. Simpson sitzt im Knast


Vor zwölf Jahren war der ehemalige Football-Star O.J. Simpson in einem der spektakulärsten Mordprozesse Amerikas freigesprochen worden. Jetzt sitzt Simpson in Las Vegas hinter Gittern. Er soll an einem bewaffneten Raubüberfall beteiligt gewesen sein.
Von Frank Siering, Los Angeles

Nun haben sie ihn doch noch gekriegt. Zwölf Jahre hat es gedauert. Jetzt sitzt O.J. Simpson im Gefängnis in Las Vegas ein. O.J. Simpson? Der ehemalige Football-Star war 1995 in einem der spektakulärsten Mordprozesse Amerikas freigesprochen worden. Obwohl die Beweislast überwältigend war, verließ O.J. "The Juice" Simpson den Gerichtssaal als freier Mann. Der Mord an seiner Ex-Frau Nicole Brown Simpson ist bis heute ungeklärt.

Dubioser Raubüberfall in Las Vegas

Nun also doch? Was viele über Jahre vermuteten hatten, stellt sich jetzt als Wahrheit heraus? O.J. ist doch der Killer? Nein, die einstige amerikanische Sportlegende, die seit dem Prozess in den 90er Jahren von der Society gemieden wird wie die Beulenpest, soll in Las Vegas in einem dubiosen bewaffneten Raubüberfall verwickelt sein.

Vor allem der Vorwurf, dass bei diesem Raubüberfall eine tödliche Waffe benutzt worden sei, könnte den bisher als unantastbar geltenden Simpson in arge Schwierigkeiten bringen. So droht bei einer solche Straftat in den USA bis zu 35 Jahren Haft. Was genau war passiert? Bereits am Donnerstag, so heißt es im Polizeibericht, sei ein Anruf in der Polizeizentrale eingegangen, dass gegen 20 Uhr im Palms Casino and Ressort mehrere Männer in ein Hotelzimmer eingedrungen seien. O.J. Simpson, so wurde von dem Opfer zu Protokoll gegeben, sei einer der Einbrecher gewesen. Insgesamt wurden sechs Eindringlinge identifiziert. Die Männer hätten die Herausgabe von mehreren Sport-Memoribilia, die sich im Besitz des Opfers befanden, verlangt. Darunter wohl auch einige O.J. Simpson-Kleidungsstücke. Simpson, so gab das Opfer weiter zu Protokoll, sei der Ansicht gewesen, die Gegenstände gehörten ihm und er wolle sie jetzt wiederhaben. Bei diesem Überfall wurden mehrere Schusswaffen von den Eindringlingen benutzt. Die Meldung vom Raubüberfall machte schnell die Runde in den amerikanischen Medienanstalten. Gilt Simpson doch noch heute als ein Mann, der mit dem Mord an seiner Frau davongekommen ist. Vor allem seine Arroganz, unlängst hatte er sogar ein Buch geschrieben mit dem Titel "If I did it" (Wenn ich es getan hätte), schockierten nicht nur Familienmitglieder der ermordeten Nicole Brown, sondern auch viele Kritiker.

Fahndung nach Komplizen

Nun also ist Simpson im Gefängnis und muss sich der Justiz stellen. Er sitzt im Clark County Detention Center ein. Neben Simpson wurde bereits ein weiterer mutmaßlicher "Komplize" festgenommen. Vier weitere bereits identifizierte Männer sind noch auf der Flucht. Simpson selbst, auch in oftmals prekären Situationen immer gesprächig, ließ bereits eine Stellungnahme von seinen Sprechern herausgeben. Er habe nur das zurückholen wollen, was "rechtmäßig mein Eigentum ist". Und weiter: "Am Ende wird die Wahrheit schon herauskommen." Eine Reaktion von Fred Goldman gibt es auch schon. Er ist der Vater von Ron Goldman, der damals zusammen mit Nicole Brown tot im Haus von Simpson aufgefunden worden war. Von Larry King auf die Festnahme von Simpson in Las Vegas angesprochen, grinste Fred Goldman in die Kameras und sagte, dass er das natürlich "ausgezeichnet" finde und "wir sehr viel Glück haben, ihn endlich im Gefängnis sehen. Leider ist es aber nicht für den Mord an Nicole und Ron."


Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker