Savannah Guthrie (54) kehrt zurück - aber nicht als dieselbe Frau, die sie war. Am 6. April wird die Moderatorin der US-Morgensendung "Today" nach rund zwei Monaten Abwesenheit wieder vor der Kamera stehen. Ihre Mutter Nancy gilt seit dem 1. Februar offiziell als vermisst. Das Pima County Sheriff's Department stufte ihr Verschwinden als mutmaßliche Entführung ein, der FBI schloss sich der Suche an - Verdächtige wurden bis heute weder benannt noch verhaftet.
Dass Guthrie überhaupt wieder ins Studio zurückkehrt, ist für sie alles andere als selbstverständlich. In einem emotionalen Interview mit Kollegin Hoda Kotb, das in zwei Teilen bei "Today" ausgestrahlt wurde, rang sie sichtlich mit sich. Es sei schwer vorstellbar, an einen Ort zurückzukehren, der für sie "so viel Freude und Leichtigkeit" bedeute, sagte sie. Und doch: "Ich kann nicht zurückkommen und vorgeben, jemand zu sein, der ich nicht bin. Aber ich kann auch nicht fernbleiben, weil es meine Familie ist."
"Meine Freude wird mein Protest sein"
Was Guthrie in diesem Interview formulierte, klang weniger nach Moderations-Comeback als nach Kampfansage. Sie wolle nicht zulassen, dass die Trauer gewinnt. "Ich werde nicht auseinanderfallen. Ich werde nicht zulassen, dass wer auch immer das getan hat, den Kindern ihre Mutter nimmt", sagte sie. Und dann dieser Satz, der nachhallte: "Ich werde lächeln. Und wenn ich es tue, wird es echt sein. Meine Freude wird mein Protest sein."
Ihre "Today"-Kollegen - Craig Melvin, Hoda Kotb, Al Roker, Jenna Bush Hager und Dylan Dreyer - verkündeten das Rückkehrdatum unmittelbar nach der Ausstrahlung des zweiten Interviewteils. "Es ist ihr Platz. Es ist der Ort, an dem wir alle sie haben wollen", sagte Melvin. "Wir können es kaum erwarten, sie mit offenen Armen in Studio 1E willkommen zu heißen."
Zwischen Zweifel und Entschlossenheit
Guthrie selbst zweifelt jedoch, ob sie die Leichtigkeit, die diese Sendung verlangt, überhaupt noch aufbringen kann. "Ich weiß nicht, ob ich es schaffe", sagte sie offen. "Ich weiß nicht, ob ich noch dazugehöre. Aber ich würde es gerne versuchen." Und dann zitierte sie ein Gedicht, so beiläufig wie treffend: "Schöner an den gebrochenen Stellen."
An ihre Zuschauer - und womöglich an die Person, die ihren Fall lösen könnte - richtete sie einen eindringlichen Appell: "Unsere Qual ist real. Wir brauchen jemanden, der die Wahrheit sagt. Ich habe keinen Zorn in meinem Herzen, ich habe Hoffnung. Aber diese Familie braucht Frieden. Wir brauchen eine Antwort - und jemand hat es in der Hand, zu helfen. Es ist nie zu spät."