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"Ich glaube ihm": Warum Scarlett Johansson wegen ihrer Aussagen zu Woody Allen scharf kritisiert wird

Scarlett Johansson hat sich in einem Interview zu Aussagen über Woody Allen hinreißen lassen. Für ihre Antworten wird die Schauspielerin scharf kritisiert. Es ist nicht ihr erster Shitstorm. 

Scarlett Johansson

Scarlett Johansson wird für ihre Aussagen zu Woody Allen kritisiert

AFP

Es ist wohl ein klassischer Fall von schlecht beraten. In einem ausführlichen Porträt mit der Zeitschrift "The Hollywood Reporter" hat sich Scarlett Johansson zu einer Aussage hinreißen lassen, die ihr jetzt einen ordentlichen Shitstorm eingeheimst hat. Auf die Frage, wie sie über Woody Allen denke, überlegte Johansson einen Moment und sagte: "Ich liebe Woody. Ich glaube ihm, und ich würde jederzeit wieder mit ihm arbeiten." 

Im Zuge der #MeToo-Debatte wurden die Anschuldigungen sexuellen Missbrauchs gegen den Regisseur erneut bekräftigt. Seine Adoptivtochter Dylan Farrow beschuldigt Allen, sie vor fast 30 Jahren sexuell missbraucht zu haben. Während er selbst die Vorwürfe seit jeher abstreitet, haben sich in den vergangenen Jahren viele Hollywood-Stars von ihm abgewandt. Greta Gerwig und Timothée Chalamet zum Beispiel bedauerten öffentlich, mit Allen gearbeitet zu haben. Und auch Kate Winslet blickt im Nachhinein kritisch auf ihre eigene Zusammenarbeit mit dem Regisseur zurück. 

Scarlett Johansson verteidigt Woody Allen: "Ich glaube ihm"

Eine Einstellung, die Johansson selbst nicht nachvollziehen kann. Sie arbeitete mit dem 83-Jährigen für die Filme "Match Point", "Scoop" und "Vicky Cristina Barcelona" zusammen. "Ich sehe Woody, wann immer ich kann, und ich habe viele Gespräche mit ihm darüber geführt. Ich war sehr direkt zu ihm und er ist sehr direkt zu mir", sagte sie. "Er beteuert seine Unschuld und ich glaube ihm."

Johansson Aussagen haben kurz nach Veröffentlichung für Aufregung gesorgt. Auf Twitter war ihr Name in den Trends; es entbrannten Diskussionen. Auch Dylan Farrow äußerte sich mit einem Tweet, schrieb: "Denn wenn wir etwas aus den letzten zwei Jahren gelernt haben, dann ist es, dass man auf jeden Fall männlichen Tätern glauben sollte, die ohne Frage 'ihre Unschuld beteuern'. Scarlett hat noch einen langen Weg vor sich, um das Thema zu verstehen, das sie meint, so gut zu kennen." 

Nicht die erste Kontroverse

Für einige Nutzer ist die neueste Kontroverse um Scarlett Johansson nur der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat. Es ist nicht lange her, da wurde die Schauspielerin kritisiert, weil sie als weiße Frau die Rolle einer Japanerin in "Ghost in the Shell" übernommen hat. In einem anderen Film, "Rub & Tug", sollte sie die Rolle eines Trans-Mannes spielen. Nach viel Kritik sagte sie ihr Engagement allerdings ab - um sich später über die Kritiker auszulassen. "Weißt du, als Schauspieler sollte ich jede Person, jeden Baum, jedes Tier spielen dürfen, denn das ist meine Aufgabe und die Anforderungen meines Jobs", hat sie damals laut der "Daily Mail" gesagt. 

Jetzt folgt also mit den Woody-Allen-Kommentaren der nächste Shitstorm. Es scheint, als habe die Hollywood-Darstellerin entweder nicht aus ihren Fehlern gelernt, oder aber sie hat einen PR-Berater, der seinen Job nicht verstanden hat. 

Quellen: "The Hollywood Reporter" / "Daily Mail"

ls