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Schlager-Abtausch: Rechtsextreme missbrauchen "Mit 66 Jahren"

Mit juristischen Schritten wehrt sich Schlagersänger Udo Jürgens gegen einen rechtsextremistischen Missbrauch seines Lieds "Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an".

Udo Jürgens stellte bei der Staatsanwaltschaft in Berlin Strafantrag wegen vorsätzlicher Urheberrechtsverletzung, wie sein Management in Zürich am Mittwoch mitteilte. Auch der Texter des Liedes, Wolfgang Hofer, habe sich der Klage angeschlossen, sagte Jürgens’ Pressesprecher Thomas Weber.

Der bekannte Schlager werde "von Personen aus der rechtsextremen Szene missbraucht (...), um in abstoßender und infamer Weise den Holocaust zu verharmlosen und das unsägliche Leid des jüdischen Volkes während der Nazidiktatur zu verhöhnen", teilte Jürgens mit. Die entstellte Version werde offenbar unter der Hand auf Tonträgern verbreitet und auf rechtsradikalen Konzerten aufgeführt.

Beleidigung des Künstlers

"Udo Jürgens verurteilt die Verbreitung des antisemitischen und verhöhnenden Gedankenguts aufs Schärfste, mit dem er in keiner Weise in Verbindung gebracht werden möchte", hieß es in der Mitteilung. Es stelle daher eine grobe Beleidigung des Künstlers und der Person Jürgens dar, dass dessen Musik für solche Zwecke missbraucht werde.

Nach Informationen der Münchner "Abendzeitung" richtet sich die Strafanzeige gegen den Amberger Nazi-Sänger Michael Müller und seinen Gesinnungsgenossen Frank Rennicke aus Baden-Württemberg. Müller soll schon 1998 bei einem Liederabend der NDP den Schlager umgedichtet haben, wie die Zeitung schreibt. Seine Version feiere die Ermordung von sechs Millionen Juden in den Gas-Kammern des Dritten Reichs.