HOME

Schönheit aus Riga: Elina Garanca

Ihr Aufstieg vollzog sich unaufhaltsam und fast geräuschlos. Jetzt kommt an der Schönheit aus Riga mit dem fabelhaft leuchtenden Mezzosopran so leicht keiner mehr vorbei.

Mehr braucht sie nicht. Nur diese zwei, drei, manchmal vier Sekunden absoluter Stille zwischen zwei Phrasen. Wenn es so still ist, dass man die Stille zu hören meint und keiner mehr atmet. Dann spürt sie, sie hat ihr Publikum, es ist ihr verfallen. Es ist ihrem Zauber und ihrer Stimme erlegen.

Was später, nach der Aufführung, folgt - Applaus, Blumen, Menschen, die Autogramme wollen, festliche Diners bis spät in die Nacht -, das sei ihr relativ gleichgültig. Am liebsten, sagt sie, würde sie dann eine Kapuze über den Kopf ziehen und sich heimlich davonmachen.

Es sieht aber ganz danach aus, als werde der 30-jährigen Mezzosopranistin Elina Garanča solches Versteckspiel in Zukunft immer weniger glücken. Denn die Karriere der baltischen Schönheit aus Riga entwickelt sich so unaufhaltsam, dass viele schon meinen, eine zweite Anna Netrebko vor sich zu haben. Diesmal in Blond.

Elina lacht. Wir sitzen im samtroten Foyer des Opernhauses in Riga, Elinas Kinderstube. Hier, wo ihre Mutter Gesangslehrerin und ihr Vater Chorleiter war, wuchs sie zwischen Flügeln, Notenständern und Sängerstudenten auf. Nein, eine zweite Anna, mit der sie befreundet ist, wolle sie nicht werden, Mezzosoprane eigneten sich auch kaum dazu: "Ein Mezzo kommt naturgemäß erst an dritter Stelle, nach dem Sopran und nach dem Tenor", sagt sie. "Einen Hype zu erzeugen, wie es mit Anna oder Rolando Villazón geschehen ist, das geht mit einem Mezzo nicht." Das sei übrigens auch eine Chance: So lasse sich die Stimme in Ruhe entwickeln.

Das klingt artig, zurückhaltend und bescheiden. Wie sie da aber sitzt, hochgewachsen, langer eleganter Kopf, klarer Blick aus grünen Augen, das helle Haar schmal hochgesteckt - und wie man sie erlebt, die tiefe, souveräne Stimme, ihr Lachen, die klare Entschiedenheit ihrer Antworten - da denkt man: Seid alle auf der Hut! Hier kommt eine, die es sich leisten kann, bescheiden zu sein, weil sie ungemein selbstbewusst ist. Diese von oben bis unten schwarz betuchte Schöne ("Ich habe gerade meine seriöse Phase") weiß genau, was sie kann und was sie will. Hier ist eine, die die Fäden in der Hand behalten wird und selbst bestimmt, wohin sie geht.

Und wahr ist ja schon: Die Laufbahnen Anna Netrebkos und Elina Garančas weisen erstaunliche Parallelen auf. Beide wurden in der ehemaligen Sowjetunion geboren - die eine im südrussischen Krasnodar, die andere im lettischen Riga. Beide wurden von den Spitzen-Talentscouts, Dirigent Nicolaus Harnoncourt und Regisseur Martin Kusej, entdeckt und hatten bei den Salzburger Festspielen ihren Durchbruch - Anna 2002 in "Don Giovanni" als Donna Anna, Elina 2003 als Annio in "La Clemenza di Tito". 2004 eröffnete Anna den Wiener Opernball, im Jahr darauf war es Elina. Beide saßen schon einmal auf Gottschalks Fernsehbank. Und im Dreijahresabstand unterzeichneten sie einen Exklusivvertrag mit der Deutschen Grammophon, einer der letzten Trümpfe, den die Klassikbranche zu vergeben hat. Anna liegt seitdem permanent an der Spitze der Charts, Elina hat gerade ihre erste CD bei der Deutschen Grammophon veröffentlicht ("Aria Cantilena" - ihre insgesamt dritte Solo-CD).

Und die ist, kurz gesagt, umwerfend. Wann zuletzt hat man eine so elegante, fabelhaft reiche, unglaublich leuchtende, in allen Lagen perfekte ("Ich habe das tiefe G ebenso wie das hohe C") Stimme Jules Massenet, Richard Strauss und Gioacchino Rossini singen hören? Nur die große Bulgarin Vesselina Kasarova, die Elina seit Jugendtagen in Riga verehrt, fällt einem ein. Wer schon die Chance hatte, Garanča selbst zu erleben, kommt unvermeidlich ins Schwärmen: "Das Ereignis war die junge Elina Garanča, von hinreißender Bravour" ("Neue Kronen-Zeitung"). "Stimmschönheit, technische Bravour, instinktsichere Gestaltungskraft", konstatierte der "Standard". Das höchste Lob kam von der legendären Joan Sutherland: Sie erkannte in Garanča die "geborene Diva mit einer superben Stimme" und prophezeite: "Sie wird die Erste unter den Mezzos sein."

Freilich - was wie ein Wunder ausschaut, ist in Wahrheit das Ergebnis von Selbstdisziplin, harter Arbeit und eines stürmischen Willens, von Klugheit auch und von Ehrgeiz: "60 Prozent Gelingen interessieren mich nicht, wenn ich 90 haben kann. 100 Prozent sind ohnehin unmöglich", sagt Elina. Man müsse auch "die richtigen Leute zur richtigen Zeit treffen". Und Nein sagen können. Welche Zweite hätte wie Elina gehandelt, die den Termin zum Vorsingen an der Wiener Staatsoper erst einmal absagte, weil sie sich noch nicht bereit dazu fühlte? Wer hätte eine Einladung der Mailänder Scala abgelehnt, weil die angebotene Rolle noch nicht zu ihrer Stimme passe? Selbst ihrem Entdecker Harnoncourt gab Garanča einen Korb: Carmen, die Rolle aller Rollen, wird sie in diesem Jahr erst einmal im heimischen Riga ausprobieren, bevor sie sie 2010 an den großen Häusern der Welt singen wird.

Wer nun meint, eine Sängerin, die so traumsicher auf ihrem Kurs besteht, habe gewiss schon in der Wiege geträllert, sieht sich getäuscht. Denn eigentlich wollte Elina Schauspielerin werden. Sie war aber zu groß. Auch hätte sie gern Musical studiert. Das war seinerzeit nur in Litauen möglich und schien in den Nachwendejahren zu gefährlich. Als jedoch Elina am Morgen nach einem ernsten Zukunftsgespräch mit der Mutter sagte: "Ich will Sängerin werden", da schlug Mama, die Liedsängerin und Gesangspädagogin, die Hände über dem Kopf zusammen: Elina habe keine Stimme für die Oper, es sei zu schwer, fordere zu viele Opfer, und "wo man nicht die Beste sein kann, da soll man gar nicht erst hingehen".

Es folgte ein erbitterter Kampf. "Meine Mutter legte die Hände auf meinen Bauch, um zu sehen, ob ich richtig atme, und sagte: "Es wird nichts." Ich rannte heulend raus, haute die Tür zu und sie den Klavierdeckel. Nach einer halben Stunde kam ich wieder: "Lass uns noch einmal versuchen."" Kurz darauf bestand Elina die Aufnahmeprüfung an die Musikakademie Lettlands. 1998 wurde sie noch von der Schule weg ans Staatstheater Meiningen engagiert. Sie fuhr 20 Stunden mit dem Bus, konnte kein Deutsch, niemand kümmerte sich um sie. Nachts weinte sie vor Heimweh ins Kissen, tagsüber probte sie ihren ersten "Rosenkavalier", nachmittags lernte sie mit der "Arabella-Show" und den 32 000 Stichwörtern ihres Lettisch-Langenscheidts die deutsche Sprache.

Als sie Meiningen 18 Monate später Richtung Oper Frankfurt verließ, sprach sie perfekt und hatte mehrere Wettbewerbe gewonnen. Nachdem sie beim Cardiff-Wettbewerb, einem der wichtigsten überhaupt, ins Finale kam, folgte 2003 ein Engagement an die Wiener Staatsoper. Sie lebt weiterhin in Wien, seit knapp zwei Jahren jedoch arbeitet sie frei. Vergangenen Sommer heiratete sie in Riga den Engländer Karel Mark Chichon, Chefdirigent der Grazer Symphoniker. Kinder? "Ich werde niemals wegen der Karriere auf Kinder verzichten."

Nun wirft die Deutsche Grammophon für den kostbaren Neuerwerb geräuschvoll die Maschinen an: Eine Solo-CD soll pro Jahr auf den Markt, verschiedene "Traum-Dreier" mit Anna Netrebko und Rolando Villazón sind geplant. Wird man sie dann wie Freundin Anna für ein Teleunternehmen werbend in der Badewanne erleben? Kaum, antwortet sie hintergründig, "Schwarzhaarige machen sich in der Badewanne besser - wegen des Kontrasts zum Schaum". Und auch wenn sie für göttinnengleiche Verehrung nicht unempfänglich ist: Sie mache alles mit - "bis ich merke, es schadet meiner Stimme. Denn meine Stimme ist meine Queen".

Christine Claussen / print
kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(