Sorgerechtsstreit Britney Spears schwänzt Gerichtstermin


Es wäre eine gute Chance gewesen, im Sorgerechtsstreit um ihre Kinder zu punkten. Doch Britney Spears drückte sich vor einer gerichtlichen Anhörung mit dem Anwalt ihres Ex-Mannes Kevin Federline. Angstattacken, hieß es, hätten die Sängerin daran gehindert, das Haus zu verlassen.
Von Frank Siering, Los Angeles

Es sollte zum großen Showdown zwischen Britney Spears und dem Juristenteam von Ex-Ehemann Kevin Federline kommen. Alles war so gut vorbereitet. Gegen 11 Uhr wollte das gefallene Popsternchen in den Büroräumen von Federline-Anwalt Mark Vincent Kaplan in Los Angeles zu einer eidesstattlichen Aussage antreten. Eigens dafür hatte Kaplan seinen Angestellten frei gegeben. Nur er und das Diktiergerät warteten in Beverly Hills auf Britney Spears.

Okay, das stimmt nicht ganz. Rund 150 Paparazzi hatten schon die Nacht vor Britneys Haus verbracht. Die Website "TMZ.com" klinkte am frühen Morgen ein Live-Streaming ein, damit jede Bewegung von Spears bloß nicht undokumentiert bleibt. Und natürlich berichteten die "seriösen" Frühstückssender auf allen Kanälen von den Vorbereitungen auf die dubiose Anhörung. Von den unzähligen Promi-Bloggern, sei es Perez Hilton oder Pink ist the New Web, ganz abzusehen. Im Schwall der Kameras und der Fülle der Nicht-Informationen (trank Spears einen Café Latte oder Frappuccino zum Frühstück?), ging dann fast ein bisschen unter, weshalb die kleidungsgestörte Mama von zwei Kindern doch gleich eine Aussage machen musste.

Spears ignoriert die gerichtlichen Auflagen

Seit mehreren Wochen kämpft das Popsternchen mit "K-Fed" um das Sorgerecht der beiden gemeinsamen Kinder Preston (2) und Jayden James (1). Erst kürzlich gelang es Staranwalt Kaplan, der Mutter das primäre Sorgerecht zeitweilig zu entziehen und seinem Mandanten zu übertragen. Spears wurde vom Gericht auferlegt, sich regelmäßig Drogentests zu unterziehen und an ihren Besuchstagen mit den Kids eine Beamtin vom Jugendamt dabeizuhaben. Spears stellte sich dabei eher schlecht als recht an, geriet vor allem ob ihrer katastrophalen Fahrfehler im Straßenverkehr - mal bog sie bei Rot ab, dann kurbelte sie ihren Benz auf die falsche Fahrbahn in den entgegenkommenden Verkehr - immer wieder in die Schlagzeilen.

Federline-Anwalt Kaplan rieb sich derweil die Hände. Spielte Spears ihm und seinem Mandanten durch diese Fehler doch immer wieder Asse zu, die schließlich dazu führten, dass auch Mama Britney zur Aussage antreten musste. Zuvor schon hatte Kaplan die Kusine von Spears, Alli Sims, den ehemaligen Manager, Larry Rudolph, und auch den einstigen Spears-Bodyguard Daimon Shippen, vernommen. Nun also war Britney dran. Aber dann kam doch alles ganz anders. "Britney ist krank. Physisch wie auch psychisch", schrieb Britney-Freund Sam Lufti in einer kurzen E-Mail an das amerikanische "People"-Magazine. An "People"? Allein das scheint bezeichnend, wie losgelöst von der Realität sich Frau Spears im Moment durch Raum und Zeit bewegt. Trotz unzähliger Warnungen, ihr Privatleben endlich privat zu halten, schickt sie handverlesene Botschafter vor die Tür, um den Klatschblättern mitzuteilen, warum sie nicht zum Termin beim Anwalt erschienen ist.

Britney Spears Verhalten ist sinnlos, leicht gestört und spinnerhaft

Es erinnert an einen auf dem Autodach tanzenden Michael Jackson vor Gericht. Sinnlos, leicht gestört, spinnerhaft. Britney Spears hat und wird wohl auch nicht mehr den Ernst der Situation begreifen. Die Kinder wird sie wohl für immer verlieren. Und das scheint auch rechtens so. In keinster Weise ist diese junge Frau fähig, ein normales Familienleben zu führen.

Kaplan verschwendete keine Minute und beantragte vor Gericht sofort, weitere Sanktionen gegen Britney Spears einzuleiten. Keine Frage, der Rottweiler-Anwalt hat Blut geleckt. Er will Spears zur Strecke bringen. Die Motivation, die dahinter steckt, ist der Hunger nach Macht und mehr Moneten. Aber für die Kameras ist es "das Wohl meines Mandanten". Und so scheint sich das Debakel um Britney Spears, das einstige Kaugummi kauende Teenager-Püppchen, das den Walt Disney Studios entsprungen war, weiter zuzuspitzen. Was, wenn Spears tatsächlich, wie sie als Entschuldigung angab, Beklemmungs-Attacken hatte und deshalb das Haus nicht verlassen konnte? Wer hilft Britney Spears im Moment. Jetzt, da man ihr noch helfen kann? In Hollywood wird den Stars viel auf die Schulter geklopft, wenn sie obenauf schwimmen. Aber wehe, sie geraten unter die Räder der Glamour-Gesellschaft. Dann stellt sich keiner mehr vor die laufenden Kameras am Red Carpet und leiert seine Lobhuldigungen herunter. Dann ist auch eine wie Britney ganz allein. Nur die Paparazzi lungern weiter vor der Tür. Auf der Jagd nach dem letzten Foto einer weiteren todgeweihten Entertainerin?


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