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Stephen Gately: Obduktion soll Klarheit bringen

Ist er an seinem eigenen Erbrochenen erstickt? Am Dienstag soll eine Obduktion die genaue Todesursache von Boyzone-Sänger Stephen Gately klären. In der Boulevardpresse werden unterdessen immer mehr Details aus den letzten Stunden des 33-Jährigen bekannt.

Boyzone-Sänger Stephen Gately soll vor seinem plötzlichen Tod laut Medienberichten stundenlang heftig gezecht haben und später an seinem Erbrochenen erstickt sein. Der 33-Jährige habe mit seinem Mann Andrew Cowles, 32, in der Nacht zum Samstag in einem Schwulenclub auf Mallorca Cocktails und Weißwein durcheinandergetrunken und sei total zu gewesen, berichteten mehrere britische Boulevardzeitungen am Montag. Der Anwalt von Gatelys Familie wies die Darstellung allerdings zurück. Die Todesursache soll eine Autopsie klären, die wegen eines Feiertags in Spanien erst am heutigen Dienstag vorgenommen werden kann.

Die Familie glaubt nicht an einen übertriebenen Trinkmarathon als Todesursache. "Er amüsierte sich immer gut, er liebte das Leben", sagte der Sprecher der Familie, Gerald Kean. "Ich bin mit ihm öfter nachts durch die Straßen gezogen und, wenn überhaupt, sah er im Laufe des Partyabends so aus, als ob er gerade dazugestoßen wäre."

Gately habe sich zuletzt am Samstag um 0.30 Uhr bei der Familie gemeldet. "Er war in wunderbarer Verfassung und auf dem Weg zur Party nach Palma, wofür sie eine Stunde gebraucht hätten." Gegen 6.00 Uhr sei der Ire, der sich zuletzt vor allem in London aufhielt, wieder in seiner Ferienwohnung gewesen. Sein Tod sei ein "tragischer Unfall" gewesen.

Dem Boulevardblatt "The Sun" hatte ein Nachtschwärmer, der im Club "Black Cat" etwas mit dem Paar getrunken hatte, gesagt: "Stephen war total betrunken." Das Paar habe dann in seiner Ferienwohnung in Port Andratx, etwa 30 Kilometer westlich von Palma de Mallorca, zusammen mit einem Bulgaren weitergezecht. Cowles und der junge Mann sollen den Medienberichten zufolge in dem Appartement die Nacht zusammen verbracht haben, während Gately auf dem Sofa einschlief.

Die beiden hätten ihn nach dem Aufstehen am Samstag gegen 13.00 Uhr leblos entdeckt. Er habe in einer "Gebetshaltung" auf dem Sofa gekauert, sein Gesicht lag auf einem Kissen. Cowles habe vergeblich versucht, den Sänger wiederzubeleben, hätten Freunde berichtet.

Cowles und der 25-jährige Bulgare haben inzwischen bei der Polizei ausgesagt. Der Bulgare sagte der "Sun": "Ich fand Stephen tot auf, und ich weckte seinen Ehemann. Stephen war ganz weiß und sehr kalt, als ich ihn fand. Ich bin immer noch aufgeregt und wirklich durcheinander." Der 25-Jährige wolle sich nicht über die Stunden vor Gatelys Tod äußern, um Cowles' Trauer nicht zu verstärken. "Ich will nichts weiter sagen, ohne es nicht vorher mit ihm geklärt zu haben."

Die Bandmitglieder Gatelys trafen am Sonntagabend auf Mallorca ein. Sie verbrachten mehr als eine Stunde mit Cowles in der Wohnung. Ronan Keating, Keith Duffy, Mikey Graham und Shane Lynch wollen Gatelys Leichnam in die irische Heimat überführen. Sie bedankten sich auf ihrer Internetseite für die "vielen bewegenden Nachrichten und Anerkennungen" für Gately.

Der 33-Jährige war neben Keating Leadsänger der irischen Popband Boyzone. Mit Hits wie "No Matter What" und "Words" wurden Gately und Co. zu Teenie-Idolen. Nach einer fast siebenjährigen Trennung kam die Band 2007 wieder zusammen. Sie veröffentlichte zwei neue Lieder und ging auf eine mäßig erfolgreiche Europa-Tournee. 1999 hatte Gately mit einem kurzen Satz für Schlagzeilen gesorgt: "Ich bin schwul und verliebt." Es war das erste Outing eines Boybandsängers als Homosexueller.

DPA / DPA