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Tennis-Beauty: "Ich habe mehr zu bieten"

Wer kann sich da noch auf Tennis konzentrieren: Maria Scharapowa ist der neue Liebling auf dem Grün von Wimbledon. Doch den Vergleich mit ihrer Landsmännin Anna Kurnikova hört sie gar nicht gern.

Maria Scharapowa selbst will nicht allein als Schönchen auf dem Tennisplatz wie ihre russische Vorgängerin Anna Kurnikowa wahrgenommen werden. "Natürlich sehe ich gerne gut aus, aber ich habe mehr zu bieten", sagte sie und erzählte, wie sie sich auf das in drei Sätzen umgebogene Halbfinale gegen Lindsay Davenport vorbereitet hatte. Nicht den Matchplan hatte sie sich zurecht gelegt, sondern ihre Soziologie-Schulbücher und via Internet Hausaufgaben gemacht.

Auch wenn es ihr ganz und gar nicht gefällt: Nun muss sich Maria Scharapowa doch mit Anna Kurnikowa vergleichen lassen. Im Wettstreit der Tennis-Beautys hatte die 17-Jährige dies immer abgelehnt und auf ihre sportlich größeren Erfolge verwiesen. Doch in Wimbledon wurde sie von der aus dem Tennis-Zirkus längst geflüchteten Rivalin eingeholt.

Mit Stöhnen zum Erfolg

Nach der russischen Dominanz bei den French Open mit drei Spielerinnen in der Vorschlussrunde und dem ersten russischen Finale in der Geschichte der Grand Slams, setzte Maria Scharapowa ein weiteres Ausrufezeichen. Eiskalt nutzte sie im Halbfinale alle ihr zur Verfügung stehenden Mittel, die brave Japanerin Ai Sugiyama aus der Erfolgsspur zu drängen. Als das Match Ende des zweiten Satzes auf des Messers Schneide stand, griff die seit ihrem neunten Lebensjahr bei Nick Bollettieri in Florida lebende Moskauerin tief in die Psycho-Kiste und ließ jedem ihrer harten Schläge eine kräftiges Stöhnen folgen.

Mit jedem Ballwechsel wurden die Geräusche lauter und lauter, und die Japanerin ließ sich gänzlich aus dem Rhythmus bringen. Doch sie beschwerte sich nicht, und auch der Referee ließ Scharapowa gewähren. Im Vorjahr war das anders. Spielerinnen protestierten wegen der störenden Geräusche - sogar auf den angrenzenden Plätzen. "Ich habe das gar nicht gemerkt", entschuldigte sich Maria Scharapowa, nachdem sie Ai Sugiyama den Erfolg im Viertelfinale eiskalt entrissen hatte.

Everybody's Darling

Während die britischen Zeitungen große Scharapowa-Bilder druckten und sich in markigen Überschriften überboten, spielte die hübsche Russin aus Florida in den Sportblättern daheim neben dem EM-Fußball nur eine untergeordnete Rolle. "Die Sensation aus Sibirien, lässt den Center Court erstrahlen. Sie ist die neue Prinzessin in SW19", titelte "The Independent". "Queen Maria ist der neue Darling", schreibt die "Daily Mail". Und der "Daily Express" meint unter der Überschrift "Du Schöne": "Maria machte ihr größtes Examen, als sie Davenport schlug."