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Folgen der Buschfeuer: Rauch in der Lunge: Tennisspielerin bricht bei Australian Open zusammen und muss aufgeben

In Melbourne ist die Luft richtig dick. Und das ausgerechnet vor dem großen Tennisturnier, den Australian Open. Bei der ersten Qualifikationsrunde waren die Zustände dermaßen dramatisch, dass eine Spielerin auf dem Court zusammenbrach.

Dalila Jakupovic, hier bei einem Turnier in Guangzhou, China

Dalila Jakupovic, hier bei einem Turnier in Guangzhou, China, hatte bei den Australian Open mit den Folgen der Buschfeuer zu kämpfen (Archivbild)

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Die verheerenden Buschbrände in Australien haben bislang fast 30 Menschen das Leben gekostet und Schätzungen zufolge wohl hunderte Millionen Tiere getötet. Auch Gebiete, in denen die Flammen bislang noch nicht wüten, haben mittlerweile mit deren Auswirkungen zu kämpfen – so zum Beispiel auch die Millionenstadt Melbourne im Südosten des Landes. Dort finden derzeit die Qualifikationsspiele für die Australian Open statt.

Am Montag und Dienstag zogen dichte Rauchschwaden durch die Stadt, zeitweise war die Skyline aufgrund der Luftverhältnisse nicht mehr auszumachen. In der Nacht schlugen die Messgeräte dann Alarm: Die Luftqualität in Melbourne sei aktuell die weltweit schlechteste, sagte der zuständige Gesundheitsbehörden-Chef Brett Sutton am Dienstag vor Reportern. 

Die Zustände machen auch den angereisten Tennisprofis zu schaffen: Die Spiele am ersten Tag waren bereits um etwa anderthalb Stunden verschoben worden, weil die Luft so dermaßen schlecht war. Doch Besserung brachte auch das nicht wirklich.

Australian Open: Dalila Jakupovic muss nach Hustenanfall aufgeben

Die Slowenin Dalila Jakupovic erlitt bei ihrem Qualifikationsmatch einen heftigen Hustenanfall, der sie zum Aufgeben zwang: Im zweiten Satz verlor die 28-Jährige plötzlich die Fassung und ging langsam und hustend zum Spielfeldrand. Dort blieb sie gekrümmt stehen, bevor sie in die Knie ging.

Schließlich kippte sie nach vorne und blieb kauernd am Boden liegen, bevor ihre Gegnerin, die Schweizerin Stefanie Vögele, und Betreuer angelaufen kamen und Jakupovic stützten, damit sie den Court verlassen konnte – im Nacken hatte sie ein Handtuch mit Eisbeuteln.

"Es war wirklich schlimm. So etwas habe ich noch nie erlebt, ich hatte wirklich Angst, dass ich kollabiere", sagte Jakupovic, nachdem es ihr wieder besser ging. "Darum bin ich runter. Weil ich nicht mehr laufen konnte. Am Boden war es etwas einfacher, Luft zu bekommen. Ich habe kein Asthma und habe nie Atemprobleme."

Die 28-Jährige klagte, es sei "nicht fair", dass die Spielerinnen und Spieler unter solchen Bedingungen antreten müssten. "Das ist nicht gesund für uns. Ich war überrascht, ich dachte, wir würden heute nicht spielen, aber wir haben kaum eine Wahl", sagte Jakupovic.

Auch deutsche Tennisspielerin betroffen

Auch die Deutsche Laura Siegemund litt unter den üblen Luftzuständen: Die Schwäbin spielte im Melbourner Stadtteil Kooyong ein Showmatch gegen die einstige Weltranglisten-Erste Maria Scharapowa aus Russland. Die Partie musste nach knapp zwei Stunden vorzeitig beendet werden. "Beide Spielerinnen haben den Rauch gespürt, deswegen beenden wir das Match an diesem Punkt", sagte der Schiedsrichter beim Stand von 7:6, 5:5 aus Siegemunds Sicht. "Ich habe gemerkt, dass ein bisschen Husten hochkam am Ende des zweiten Satzes. Ich dachte, ich bin krank", sagte Scharapowa am Dienstag.

Video: Melbourne versinkt im Rauch

Auch die frühere Wimbledonfinalistin Eugenie Bouchard klagte nach ihrem Erstrundensieg über leichte Atemprobleme und Schwindel. Die Kanadierin nahm sich mehrere Behandlungspausen, hielt aber durch. "Ich hatte das Gefühl, dass sich die Bedingungen während des Matches verschlechtert haben", sagte Bouchard.

Die Spiele des Hauptfeldes sollen am kommenden Montag beginnen.

Rauch plus Hitze "eine immense gesundheitliche Gefährdung"

Melbourne liegt an der Südostküste Australiens, hat um die 5 Millionen Einwohner und ist die Hauptstadt des Bundesstaats Victoria. Dieser ist besonders von den Buschbränden betroffen. 

Den Bewohnern der Metropole wurde wegen der rekordverdächtig schlechten Luft der letzten Tage geraten, drinnen zu bleiben. Rauch plus Hitze sei "eine immense gesundheitliche Gefährdung", hatte auch der Lungenspezialist Leif Sander von der Charité in Berlin zuletzt erklärt.

Quellen: Nachrichtenagentur DPA, Twitter "ESPN Australia & NZ"

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