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Topmodel Gina-Lisa bei Kerner: Es hat sich ausgeprollt

Mieser Modeltreff bei Johannes B. Kerner: Anstatt Werbung für ihre erste eigene Show zu machen, stellt sich Ex-"Germany's next Topmodel"-Anwärterin Gina-Lisa selbst ein Bein. Ihr Proll-Faktor ist entzaubert. Willkommen im Bruce-Club.

Von Katharina Miklis

Dutzende Castingshows wollen uns weismachen: Nur der Beste gewinnt, die Schönste, die Schnellsten, die Klügsten. Alles Mumpitz. Mit Talent, einer guten Stimme oder Modelmaßen kommt man in Deutschland nicht weit. Deutschland will keinen Superstar und auch kein makelloses Topmodel. Es gilt: gewonnen hat, wer rausfliegt.

So schien es auch bei Gina-Lisa Lohfink, Ex-Kandidatin bei "Germany's next Topmodel", zu sein. Zunächst. In der Castingshow war sie so fehl am Platz wie Heidi Klum als TV-Moderatorin. Gina-Lisa, die "Miss Frankfurt" mit den drallen Kurven und der rauchigen Stimme. "Eine heftige Portion Frau", wie Juror Rolf Scheider erkannte. Die mit den platinblonden, polangen Extensions, der Vorliebe für Asi-Toaster und dem Namen eines Pornostars. Die Donatella Versace für Arme, der man Titel wie "Miss Autotuning" oder "Miss Einkaufszentrum" zutraut. Aber Topmodel?

Po-Pannen, Porno-Battles und allerhand Prollereien

Das sah auch Model-Mama Heidi Klum nach geraumer Zeit ein und schickte Gina-Lisa nach einigen quotenwirksamen Folgen mit Po-Pannen, Porno-Battles und allerhand Prollereien nach Hause.

Für Gina-Lisa schien es auf den ersten Blick das Beste, was ihr passieren konnte. Seit dem Ausscheiden aus "Germany's next Topmodel" ist sie gut im Geschäft. Und das trotz, beziehungsweise gerade wegen ihrer hessischen Kodderschnauze. Zusammen mit Busenfreundin und Casting-Kollegin Sarah Knappik - sie flog in der vergangenen Woche aus "Germany's next Topmodel" - tingelt sie gerade von einem Termin zum nächsten.

Keine Spur mehr von der "heftigen Portion Frau"

Am Dienstag noch zusammen mit Sarah bei Stefan Raab, durfte sie gestern auch zum netten Onkel Kerner, der niemals auf die Idee kommen würde, tiefgehende Fragen zu einer Sendung zu stellen, die immerhin junge Mädchen vor einem Millionenpublikum in Kategorien wie "Schön" und "Hässlich" unterteilt. So fielen nur die üblichen Phrasen zur "oberflächlichen Modelbranche", Sarah und Gina-Lisa durften einmal mehr erklären, woher ihr Spruch "Zack die Bohne" eigentlich kommt, Sarah, das dicke Kind von einst, erzählte mal wieder vom Casting als einer Form von Therapie und Gina-Lisa brachte die bittere Erkenntnis, dass es sich ausgeprollt hat.

Was bei "Germany's next Topmodel" noch erfrischend anders war, zerfällt auf den Sofas von Raab und Kerner zur Belanglosigkeit. Keine Spur mehr von der "heftigen Portion Frau". In der Raucherecke jeder beliebigen deutschen Hauptschule wird man ginalisamäßig besser unterhalten als hier. Einzig charmant ihre Antwort auf JBKs Frage: "Was ist eigentlich Schönheit?". Gina: "Jeder hat was Besonderes an sich, wo schön is".

ProSieben will es trotzdem versuchen und hat viel mit Gina-Lisa vor. Auf der Internetseite des Senders bekommt sie ihre eigene Web-Show. Außerdem moderiert die 21-Jährige ab Anfang Juni den fünfteiligen "City Check" im "taff"-Magazin und berichtet aus europäischen Metropolen. Es ist das Phänomen Bruce Darnell. Auch er, der einer Model-Castingshow durch seine extreme Art ein Gesicht gegeben hatte, wurde von ProSieben und danach bei den Öffentlich-Rechtlichen derart verbraucht, dass ihn heute keiner mehr sehen will. So wird es wohl auch bei Gina-Lisa sein. Dass sie auf dem besten Weg zurück in die Versenkung ist, hatte sie bei Kerner bestens demonstriert. Kein "Drama", kein "sexy, sexy, sexy". Nur eine kleine, hübsche "Miss Frankfurt", die wohl bald wieder im Fitnessstudio arbeiten wird.

Die Web-Show "Gina-Lisas Welt" ist ab Donnerstag alle zwei Tage auf www.topmodels.prosieben.de zu sehen