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Verkehrsunfall: Daniel Küblböck schwer verletzt

Medienstar Daniel Küblböck ("DSDS") ist bei einem Verkehrsunfall in der Nähe von Pfarrkirchen in Niederbayern schwer verletzt worden. Sein Fahrzeug kollidierte mit einem Lastwagen. Er saß ohne Führerschein am Steuer.

Die Fans von Daniel Küblböck sind Aufregung gewöhnt, doch die Nachricht von seinem Autounfall sorgte am Dienstag für einen Schock: Ohne Führerschein am Steuer, wurde der 18-Jährige in der Nähe von Pfarrkirchen auf einer Landstraße von einem mit Essiggurken beladenen Laster gerammt. Erste Meldungen wonach Küblböck dabei lebensgefährlich verletzt wurde, dementierte die örtliche Polizeiinspektion zwar umgehend, doch der für seine ausgeflippten Auftritte bekannte Teenage-Star erlitt schwere Verletzungen an Kopf und Schulter.

Küblböck, zusammen mit zwei Frauen in einem alten Opel Astra unterwegs, missachtete nach Polizeiangaben das Vorfahrtsrecht eines vollbeladenen "Develey"-Lastwagens, als er gegen 13.20 Uhr bei Pfarrkirchen nach rechts auf eine Landstraße einbiegen wollte. Der von links kommende Lkw prallte in Küblböcks Auto und schleuderte es in den Straßengraben. Der Sänger blieb schwer verletzt hinter dem Steuer eingeklemmt. Angehörige mehrerer Freiwilliger Feuerwehren eilten zum Unfallort und befreiten den 18-Jährigen aus dem Auto. Ein Rettungshubschrauber brachte ihn ins Klinikum Passau. Seine 48-jährige Mitfahrerin auf dem Rücksitz wurde leicht verletzt, die 39-jährige Beifahrerin blieb unverletzt.

Küblböcks Heimatstadt reagiert mit Entsetzen

In Daniel Küblböcks Heimatstadt Eggenfelden reagierte man mit Entsetzen auf die Nachricht von dem Unfall. "Ich war geschockt", sagte Bürgermeister Werner Schießl. Erst im letzten Jahr habe er den Nachwuchssänger kennen gelernt. "Mir hat imponiert, dass er mit seinen 18 Jahren schon sehr gefestigt wirkt", sagte der Kommunalpolitiker. Daniel sei natürlich geblieben und habe sich nie angepasst. "In Eggenfelden hat Daniel aber, ähnlich wie in ganz Deutschland, stark polarisiert", sagte Schießl.

Diese zwiespältige Ausstrahlung sicherte "Superstar" Küblböck vor wenigen Wochen bei der Wahl der "100 nervigsten Deutschen" unangefochten den ersten Platz, zu dem ihm 300.000 ProSieben-Zuschauer verhalfen. "Superstar" - diesen Titel trägt Küblböck halb absurd, halb ernst gemeint vor sich her, seit er bei der RTL-Casting-Show "Deutschland sucht den Superstar" entdeckt wurde.

Vom Kinderpfleger an die Spitze der deutschen Top Ten

Dort belegte der ausgebildete Kinderpfleger zwar nur den dritten Platz, dank seines extravaganten Stils und der quirligen Art wurde er schnell zum Publikumsliebling der ersten Staffel und gilt seitdem als heimlicher Gewinner des Sängerwettbewerbs. Obwohl Jahrgang 1985, legte Küblböck mit "Ich lebe meine Töne" bereits vergangenes Jahr seine "Autobiografie" vor. Mit dem Coversong "You Drive Me Crazy" schaffte es der Sänger mit der Quietsch-Stimme an die Spitze der deutschen Top Ten.

Um nicht als in der Versenkung zu verschwinden, bastelte der von Vater Günther als Manager vermarktete Nachwuchsstar Anfang des Jahres mit Hilfe von RTL auf brachiale Art und Weise an einem Comeback. Seine Teilnahme in der umstrittenen Dschungelshow "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!" verschaffte ihm eine Flut von Schlagzeilen. Zu neuer Berühmtheit verhalf ihm dabei ein regelrechtes Bad in einem Sarg voll Kakerlaken.

Dem Nervenzusammenbruch nah

Insgesamt nominierten die Zuschauer den von seinen jugendlichen Fans verehrten, von Kritikern als "Kunstprodukt" gehassten Sänger gleich für drei Mutproben hintereinander. Er musste über eine "Teufelsbrücke", die einen Abgrund überspannte, und ließ seinen Kopf im "Terror-Aquarium" einsperren, gefüllt mit Aalen und drei handgroßen Wasserspinnen. Küblböck geriet in Panik und war dem Nervenzusammenbruch nah. Hinterher sagte er "Ich hätte mich nie auf solch ein Spiel eingelassen", bekundete aber später: "Ich will zurück in den Dschungel."

Mit vollmundigen Worten zeigte Küblböck nach außen stets ein ausgeprägtes Selbstbewusstsein. In seinem jüngsten Interview mit der Fernsehzeitschrift "TV direkt" betonte der 18-Jährige: "Von allen Popstars, die zurzeit im Geschäft sind, bin ich sicherlich der stärkste und gefestigste." Psychologen, die sich über ihn Gedanken machen, "sollten sich um Leute kümmern, die das wirklich brauchen, jedenfalls nicht um mich".

"Ich bin nicht erfolgsgeil"

Zuletzt wollte Küblböck sich ohne seinen Ziehvater Dieter Bohlen im Popgeschäft beweisen. In der ARD-Talkshow "Beckmann" betonte er: "Ich will keine Kunstfigur von RTL sein." Angst aus dem Rampenlicht zu verschwinden habe er nicht. "Wenn das Publikum sagt, den wollen wir nicht mehr sehen, dann soll es halt so sein. Ich bin nicht erfolgsgeil."

Michael Pohl / DPA