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Vincent Gallo: Ein unmoralisches Angebot

Der US-Schauspieler Vincent Gallo hält sich für einen äußerst schönen, klugen und gesunden Mann, weswegen er sein Sperma für eine Million Dollar feil bietet - samt Rabatt für blauäugige Blondinen.

Um Geld muss Vincent Gallo sich eigentlich keine Sorgen machen: Der Mann errang Anerkennung als Schauspieler und Filmemacher mit dem bitterbösen Film "Buffalo 66", malte recht erfolgreich unter Anweisung von Basquiat und machte auch als Musiker von sich Reden, zum Beispiel mit "Honey Bunny". Nun allerdings hat das Multitalent einen neuen Erwerbszweig für sich entdeckt: den Verkauf seines Spermas. Eine Million Dollar soll der Saft kosten, allerdings richtet sich das Angebot nicht an Frauen schwarzer Hautfarbe.

"Kaufen Sie jetzt. Vincent Gallos Sperma. Eine Million Dollar" lautet der Werbeslogan, mit dem Gallo seinen Samen auf seiner Website unter "Verschiedenes" präsentiert. Für diesen stolzen Preis erhält die Käuferin dann aber auch Sperma, das garantiert von Mr. Gallo stamme und frei sei von Drogen, Krankheiten oder Alkohol, so das Angebot. Zudem könne sich jeder, der Gallos Film "The Brown Bunny" kennt, die potenziell genitalen Ausmaße ausmalen - nämlich 20,32 Zentimeter, wenn der Sohn nach dem Vater komme. Die Kosten für die einmalige medizinische Befruchtung sind im Kaufpreis enthalten, für 500 000 Dollar mehr ist Gallo sogar zu einer natürlichen Zeugung bereit.

Rassistisches Gedankengut

Allerdings stellt der Exzentriker in der Anzeige auch sein rassistisches und antisemitisches Gedankengut zur Schau. Gallo behält sich das Recht vor, Frauen "mit extrem dunkler Hautfarbe den Zuschlag zu verweigern, da er diese Art von Integration nicht fördern wolle". Stattdessen gewährt er der Käuferin Rabatt, die beweisen kann, dass sie eine natürlich blauäugige Blondine ist oder direkt von einem deutschen Wehrmachtssoldaten abstammt. Eine jüdische Mutter wiederum findet Gallo äußerst wünschenswert, schließlich würde dieser religiöse Hintergrund seinem Kind, sollte es einst Filme machen, beste Chancen auf gute Kritiken, einen Preis beim Sundance Filmfestival oder gar einen Oscar bieten. Schon in der Vergangenheit hatte der Nixon- und Reagon-Fan Gallo gesagt, er werde einen Film "mit einer behinderten, schwarzen jüdischen Lesbe produzieren, damit er einen Filmpreis in Sundance gewinnen könne".

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