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Vorwürfe gegen John Travolta: Angebliches Sex-Opfer verlangt 250.000 Dollar

Die Vorwürfe wegen sexueller Belästigung gegen John Travolta ziehen weiter ihre Kreise. Jetzt nannte eines der angeblichen Opfer seinen Preis für sein sofortiges Schweigen. Offenbar wollen weitere Männer klagen.

Von Frank Siering, Los Angeles

Eine viertel Million Dollar. Soviel würde es John Travolta kosten, um einen seiner zwei Ankläger ruhigzustellen. Das teilte Rechtsanwalt Okorie Okorocha am Montag den Repräsentanten des Hollywoodstars mit. Okorocha, 36, gilt als Experte bei Fällen, die sich mit "sexueller Nötigung" beschäftigen. Der Jurist stammt ursprünglich aus Nigeria und leitet heute zusammen mit seinem Bruder Nick eine Kanzlei im kalifornischen Pasadena.

Die Forderung über 250.000 Dollar Schweigegeld stammt von einem bisher nicht identifizierten Masseur, der Travolta im Januar in einem Luxushotel in Atlanta getroffen haben will. Dort wurde er nach eigenen Angaben von Travolta sexuell belästigt. Zunächst hatte der Masseur zwei Millionen Dollar Schmerzensgeld verlangt. Dass das mutmaßliche Opfer innerhalb kürzester Zeit nur noch 250.000 Dollar verlangt, begründete Jurist Okorocha wie folgt: "Mein Mandant möchte einfach sein Leben zurückhaben, die 250.000 Dollar würden das schnell ermöglichen, ohne, das weitere Maßnahmen getroffen werden müssen."

Der Justitiar steht angeblich in direkter Verbindung mit dem Anwalt-Team von Travolta und versuche derzeit, die Grundregeln für eine außergerichtliche Einigung zu etablieren. Ein erster Ankläger wurde bereits von Travolta-Anwalt Marty Singer der Lüge überführt und danach von Okorocha fallengelassen. Singer hatte sich bis zum Montag nicht detailliert zu den Anschuldigungen gegen Travolta geäußert. Er wischte allerdings alle Schuldzuweisungen vom Tisch und nannte sie "Lügen".

Weitere Opfer drohen angeblich mit Aussagen

Erstmals wurde gestern auch bekannt, dass es sich bei dem Ankläger aus Atlanta um einen "relativ großen Mann, der um die 150 Kilo wiegt" gehandelt haben soll. Er sei außerdem ein "Personal Trainer, der durch den Vorfall emotional sehr verletzt worden sei", so Okorocha.

Neben dem angeblichen Atlanta-Vorfall war noch ein weiterer Mann in den Vordergrund getreten und wirft Travolta sexuelle Nötigung - diesmal auf einem Kreuzfahrtschiff - vor. Travolta habe Fabian Zanzi angeblich 12.000 Dollar für sexuelle Gefälligkeiten angeboten. Singer zu dem Vorfall: "Mr. Zanzi hat das alles nur erfunden. Er selbst sagt in einer Videoaussage, dass mein Klient niemals etwas Unrechtes getan hat. Wenn dem so gewesen wäre, hätte Mr. Zanzi das sicherlich an seine Vorgesetzten gemeldet."

Nach amerikanischen Medienberichten wollen in den nächsten Tagen noch weitere Männer an die Öffentlichkeit treten, die angeblich von Travolta in irgendeiner Form sexuell genötigt worden seien. Travolta selbst hat sich bisher nicht zu den Vorwürfen geäußert.