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Klage wegen sexueller Nötigung: Dritter Mann erhebt Vorwürfe gegen Travolta

Nun wirft auch ein dritter Mann John Travolta sexuelle Belästigung vor. Der Anwalt des Hollywoodstars streitet weiterhin alles ab. Fotos und Flugtickets sollen beweisen, dass sein Mandant gar nicht vor Ort war.

Von Frank Siering, Los Angeles

Wahrlich, John Travolta hat schon bessere Wochen erlebt. Nach zwei Massagetherapeuten trat jetzt auch noch ein ehemaliger Angestellter der Royal Carribean Cruise Lines hervor und warf dem "Pulp Fiction"-Star vor, ihn sexuell belästigt zu haben. Und diesmal ist es auch kein anonymer "John Doe", der Travolta in Erklärungsnot bringt. Diesmal hat das mutmaßliche Opfer einen Namen. Der gebürtige Chilene Fabian Zanzi berichtet, Travolta habe ihm 12.000 Dollar für Sex geboten. Zanzi habe aber abgelehnt.

Der Vorfall soll sich 2009 auf einem Kreuzfahrtschiff von Royal Carribean abgespielt haben. Travolta war als Gast an Bord. Zanzi, der sich um die VIP-Gäste auf dem Schiff kümmern sollte, habe nach einem Bericht von "RadarOnline.com" gegenüber der südamerikanischen Newswebsite "ABC.es" folgendes geäußert: "Er hatte etwas am Nacken. Ich dachte, es wäre ein Fussel. Als ich mich ihm (Travolta) näherte, zog er seine Jacke aus. Darunter war er nackt. Er umarmte mich und sagte, ich solle ihm eine Massage geben." Danach habe er ihm 12.000 Dollar für Sex geboten.

Zanzi verweigerte die Massage und sei nach dem Vorfall sofort zu seinem Vorgesetzten gegangen. Der hätte ihm die Schilderung nicht geglaubt und habe ihn stattdessen für den Rest der Kreuzfahrt in seine Kabine verbannt und später entlassen.

Viel Arbeit für Travoltas Anwalt

Wie glaubwürdig nun dieses dritte mutmaßliche Opfer ist, bleibt abzuwarten. Bis gestern hatte Zanzi noch keine Klage gegen Travolta eingereicht.

Travoltas Anwalt Marty Singer hat derweil auch so schon genug zu tun. Zwei anonyme Masseure haben bereits Klage gegen Travolta eingereicht. Angeblich habe der 58-jährige "Grease"-Star am 16. Januar in einem Hotel in Los Angeles vor einem Masseur masturbiert und vor einem zweiten Masseur in Atlanta im US-Bundesstaat Georgia in "voller Erektion" versucht, den Mann zum Anfassen seines Hinterns zu bewegen.

Singer ließ daraufhin in dieser Woche Fotos und eine Restaurant-Quittung veröffentlichen, die beweisen sollen, dass Travolta am besagten 16. Januar gar nicht in Los Angeles, sondern in New York bei einem Anprobe-Termin für einen neuen Film war.

Kostüm-Designerin entlastet den Star

Ferner verteidigte Kostüm-Designerin Denise Wingate John Travolta. Sie behauptet, sie sei am Nachmittag des 16. Januars mit John Travolta in der Hotelsuite im Greenwhich Hotel in New York gewesen. Auf die Frage, ob Travolta, der nach Informationen von Singer am späten Abend des 15. Januars mit seinem Privatjet von Los Angeles nach New York geflogen war, am 16.J anuar in L.A. hätte gewesen sein können, sagte sie: "Das ist völlig absurd."

Beide mutmaßlichen Opfer verlangen von Travolta Schmerzensgelder in Höhe von zwei Millionen Dollar. Travoltas Anwalt hat schon jetzt angekündigt, gegen diese "versuchte Erpressung" juristische Schritte einleiten zu wollen. Die Anschuldigungen der Masseure seien, so Singer, "frei erfunden".