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Was machen eigentlich ...: ... Gyde und Folke Schmidt?

Sieben Jahre lang warben die Flensburgerinnen sehr erfolgreich für einen Arzneimittelhersteller und wurden so zu Deutschlands bekanntesten Werbe-Zwillingen.

Gyde, Ihr Hund kann Sie und Ihre Schwester unterscheiden. Wie ist das mit Ihrem sechs Monate alten Sohn Yule?

Gyde: Im Moment stille ich noch. Das riechen Babys. Yule kann uns also leicht unterscheiden. Auch später glaube ich nicht, dass wir ihn austricksen können. Abgesehen davon ist Folke eine tolle Zweitmama!

Die dümmste Frage, die Zwillingen regelmäßig gestellt wird?

Folke: Habt Ihr schon mal die Freunde getauscht?
Gyde: Erstens verstößt das gegen den Ehrenkodex. Der Freund von Folke ist für mich tabu. Abgesehen davon wollte ich nie abgelegte Männer meiner Schwester.

Und der schlimmste Streich, den Sie gemeinsam jemandem gespielt haben?

Folke: Ich musste für Gyde mit ihrem Freund Schluss machen. Da waren wir 14.
Gyde: Ich glaube, er weiß es bis heute nicht.

Gibt es das wirklich: Hat der eine Zwilling Bauchweh, kann der andere Kilometer entfernt nicht schlafen?

Gyde: Noch schlimmer. Wenn meine Schwester abends Wein trinkt, habe ich oft am nächsten Tag Kopfschmerzen - ohne etwas getrunken zu haben. Ich habe dann den Kater, den eigentlich Folke hätte haben müssen.

Ein nettes Märchen...

Folke: ... nein, das ist wirklich so!

Jahrelang waren Sie beide "das Gesicht" von Ratiopharm: immer dieselbe Föhnfrisur, immer synchron grinsen - war das nicht nervig?

Gyde: Manchmal schon. Aber in der Werbung sind halt Klischee-Zwillinge gefragt.

"Gute Preise - gute Besserung". Ihr Text war auch ziemlich schlicht ...

Folke: Wir konnten uns eben nur den einen merken.

Haben Sie viel Geld verdient mit dieser Kampagne, die eine der erfolgreichsten in Deutschland war? Nur Clementine ist berühmter als Sie.

Folke: Mit diesem Nebenjob waren wir relativ früh von unseren Eltern finanziell unabhängig. Wir konnten beide unser Studium finanzieren. Und wir hatten das Startkapital für unsere Castingagentur für Zwillinge.

Gab es eigentlich Heiratsanträge während der Kampagne?

Gyde: Nur einen - und den habe ich angenommen.
Folke: Mein heutiger Schwager hatte mich an der Hamburger Alster beim Joggen gesehen und uns dann eine E-Mail geschickt. Damals waren wir noch die Ratiopharm-Zwillinge und hatten eine gemeinsame Homepage. Gyde war für die Post zuständig und hat ihm geantwortet ...

Wofür würden Sie gern Werbung machen?

Gyde: Für Kinderschokolade.
Folke: Für Kinderschokolade.

Sind Sie dafür nicht ein bisschen zu alt?

Gyde: Nein, die liegt bei mir jeden Abend im Wohnzimmer. Am liebsten mag ich sie, wenn sie ein bisschen geschmolzen ist.
Folke: ... und ich, wenn sie aus dem Kühlschrank kommt.

Wofür würden Sie auf keinen Fall werben?

Folke: Für etwas, das mit Tierquälerei verbunden ist, Pelze zum Beispiel.
Gyde: Alles, womit nicht ehrlich Geld verdient wird.

Was würden Sie - außer den Männern - nie mit Ihrer Zwillingsschwester teilen?

Folke: Ich teile alles. Das bin ich als Zwilling so gewöhnt.
Gyde: Meinen weichen Kinderschokoriegel.

Interview: Anette Lache / print
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