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Was macht eigentlich ...: ... Tarek Helmy?

Mit acht Jahren spielte der Berliner in der 14-teiligen ZDF-Serie "Ich heirate eine Familie" den jüngsten Sohn, Tom. Die Serie lief hocherfolgreich zwischen 1983 und 1986.

Herr Helmy, an Ihrem Muttermal am Hals sind Sie noch gut zu erkennen!

Ja, aber das kommt in diesem Jahr weg. Meine Hautärztin sagt, es sei Zeit.

Seit dem Ende der Fernsehserie "Ich heirate eine Familie" haben Sie nicht mehr öffentlich über Ihre Zeit als Kinderstar gesprochen. Gibt es dafür einen Grund?

Eigentlich nicht. Es hat nur noch niemand danach gefragt. Ich habe nach der Serie mehrere Angebote bekommen. Damals habe ich die aus einem Bauchgefühl heraus abgelehnt. Ich hatte zwar einen riesigen Spaß beim Drehen, aber irgendwann reicht es. Wir haben drei Jahre gedreht – oft im Sommer. Alle meine Freunde sind dann schwimmen gegangen, nur wir nicht.

Wie war das Leben als Kinderstar außerhalb der Ferien?

Wahnsinn: Damals gab es in Deutschland drei Programme, und "Ich heirate eine Familie" haben Millionen Menschen gesehen. Die Fanpost kam in Postsäcken. Viele Leute haben die Serie damals als real empfunden: Sie haben mich gefragt, wie die Thekla so als Mama ist. Das hat mich eher amüsiert. Andere waren einfach dreist.

Inwiefern?

Die Leute haben mich einfach nicht in Ruhe gelassen.

Und dann haben Sie sich rar gemacht ...

Mir wurde das als Jugendlicher einfach zu viel. Synchronsprecher war ich noch bis ich 18, 19 war. Parallel habe ich die Musik entdeckt. Ich war an der John-F.-Kennedy-Schule, dem amerikanischen Gymnasium in Berlin, bin dort mit HipHop in Berührung gekommen. Das wurde nach der Schule konkreter; als die ersten Plattenverträge unter Dach und Fach waren, blieb auch fürs Synchronsprechen keine Zeit mehr.

Sie hatten einen Vertrag bei Universal …

Ja, meine Band hieß KMC. Aber wir waren eher in der HipHop-Szene unterwegs, also nicht kommerziell. Ich habe mich parallel auch fürs Produzieren interessiert. Heute fahre ich Musikproduktionen für Plattenlabels und mache andere Dinge.

Zum Beispiel?

Ich habe mit drei Partnern angefangen, ein Drehbuch zu schreiben. Der Film heißt "Blutsbrüder", und den werden wir Ende des Jahres drehen. Es geht um drei Freunde, die zusammen aufgewachsen sind und sich nach zehn Jahren bei einem Klassentreffen wiedersehen. Der eine schlägt den anderen beiden einen großen Coup vor, um an viel Geld zu kommen … Ein Film über Freundschaft und verkrachte Existenzen.

Stehen Sie auch wieder vor der Kamera?

Ja, das wird mein erster Auftritt nach "Ich heirate eine Familie". Wenn alles gut geht, ist der Film 2009 im Kino. Das war schon immer mein Traum, denn ich hatte ja nie was gegen das Filmgeschäft. Ich wollte immer schon einen eigenen, guten Film schreiben und selbst mitspielen.

Auch die anderen "Schumann-Kinder" sind der Filmbranche treu geblieben. Haben Sie noch Kontakt?

Mit Timmo Niesner, meinem Filmbruder, verbindet mich bis heute eine Freundschaft. Er ist jetzt Synchronregisseur, Sprecher und Drehbuchautor. Von Julia Biedermann habe ich länger nichts gehört. Nur ihren Auftritt im Dschungelcamp habe ich gesehen. Fand ich ein bisschen peinlich …

Mindestens genauso berühmt wie Sie war damals Bommel, Ihr Meerschweinchen. Was ist denn aus dem geworden?

Soll ich Ihnen ein Geheimnis verraten? Es gab zwei Bommel: Der erste ist während der Dreharbeiten in echt gestorben. Dann haben sie einen zweiten besorgt. Mit dem haben wir bis zu Bommels Serientod gedreht, danach habe ich ihn geschenkt bekommen. Er hieß auch bei mir privat Bommel.

Interview: Matthias Thiele / print
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