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Was macht eigentlich...: ...Elli Erl?

Die Niederbayerin mit den damals flammend roten Haaren gewann die zweite Staffel der Casting-Show "Deutschland sucht den Superstar".

Elli, was ist mit Ihren roten Haaren passiert?

Ich war im Urlaub in Costa Rica - mein erster großer, fetter Urlaub. Durch das Meerwasser ist die Farbe herausgegangen. Erst wurden sie rosa, dann war nur noch die Blondierung da. Die roten Haare hatte ich sieben Jahren lang, also Zeit für etwas Neues. Jetzt sind sie blond mit braunen Strähnen.

Gerade beginnt die dritte Staffel der "Superstars". Schauen Sie zu?

Klar, wenn ich Zeit habe, werde ich reinschalten; schon allein, um die alten Zeiten wieder aufleben zu lassen. Es hat unheimlich viel Spaß gemacht damals, ich war oft unterwegs, habe nette Leute kennen gelernt. Daran denke ich gern zurück.

Von Ihrer ersten Single "This Is My Life" wurden 100 000 Stück verkauft, aber das Album floppte. Woran lag es?

Ich will im Nachhinein niemandem ans Bein pinkeln, aber ich hatte schon das Gefühl, dass nicht richtig an mich geglaubt wurde. Ich war halt die Elli mit den roten Haaren, die auf Frauen steht, da wusste man nichts mit anzufangen. Das Album erschien erst sechs Monate nach "DSDS" - viel zu spät. Wenn kein Radiosender dich spielt, wenn kein Video auf Viva läuft, ist es schwer.

Dieter Bohlen soll Sie ein "Suppenhuhn" genannt haben, weil Sie Ihr Album ohne ihn produzierten.

Da wurde viel aufgebauscht. Ich weiß nicht mal, ob er das wirklich so gesagt hat. Wir haben nie gestritten, es war alles halb so wild. Natürlich war uns schon früh klar, dass wir musikalisch nicht zueinander passen. Aber ansonsten hatten wir ein ganz normales, freundschaftliches Verhältnis.

Die "Bild" bezeichnete Sie als "Pummelstar". Ist Erfolg nur mit einem sexy Image möglich?

Das hat mir schon wehgetan, was da geschrieben wurde. Ich dachte, hey, du hast doch nichts Schlimmes getan oder was Falsches gesagt. Es geht doch nur darum, wie mein Song klingt, was hat meine Figur da zu suchen? Den Leuten war es egal, dass ich einen dickeren Hintern habe. Erfolg hat mit musikalischer Qualität zu tun.

Sie stecken zurzeit mitten im Examen für Musik und Sport. Werden Sie bald als Lehrerin unterrichten?

In den nächsten Jahren wohl nicht. Ich komme zwar mit den Schülern super klar, der Beruf passt zu mir, aber die Musik hat Vorrang. Die Frage ist nur: Kann ich davon meine Miete bezahlen? Im Moment bin ich noch als Casting-Künstlerin verschrien, also als Sängerin, die nur durch ein Casting bekannt wurde. Deshalb muss ich hart für den Erfolg arbeiten, trete vor allem auf kleineren Veranstaltungen auf.

Gemanagt werden Sie seit kurzem von Ex-BMG-Chef und Jurymitglied Thomas Stein.

Bei "DSDS" war Thomas Stein von Anfang an von mir überzeugt. Aber wir konnten erst zusammenarbeiten, nachdem mein alter Vertrag beendet war. Im Juli waren wir für eine Woche in Amerika, er hat mich dort zwei Produzenten vorgestellt. Wenn ich mit dem Examen fertig bin, werde ich rüberfliegen und mit den beiden ein neues Album aufnehmen. Die erste Platte war etwas zu brav, diese hier wird rauer klingen, mehr nach Elli.

Angst, wieder zu floppen?

Nein. Selbst wenn die Platte jetzt nicht mega einschlägt, denke ich trotzdem nach vorn. Das muss man langsam aufbauen.

Wann haben Sie zuletzt ein Autogramm gegeben?

Ich gebe jeden Tag Autogramme. Gestern erst wollte ein Studienkollege fünf Stück für seinen Jugendchor.

Interview: Marc Hasse

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