Was macht eigentlich... ...t.A.T.u.?

Mit frechen Sprüchen, Zungenküssen und Vibratoren als Bühnen-Accessoires spielten die beiden Russinnen höchst erfolgreich mit der Provokation.

Julia, Sie haben vor 15 Monaten Ihre Tochter Viktoria zur Welt gebracht. Jetzt leben Sie als alleinerziehende Mutter in Moskau.

Julia: Ja, Viktorias Vater und ich haben uns nach der Geburt getrennt. Meine Tochter hat zwei Kindermädchen, die mit ihr in meinem Apartment wohnen. Ich bin abwechselnd bei ihr oder bei meinen Eltern.

Klingt nicht so, als ob Sie sich mit 20 schon so richtig als Mutter fühlen. Wann haben Sie Ihre Tochter zuletzt gesehen?

Julia: Gestern, da haben wir zusammen DVD gesehen. "Schattenboxen" hieß der Film. Aber ich bin mal wieder eingeschlafen. Natürlich fühle ich mich als Mutter. Das ist bei Frauen eine normale psychische Entwicklung.

Sie sollen sogar einen Leibwächter für Viktoria engagiert haben.

Julia: Stimmt. Aber warum, sage ich nicht. Zu privat. Den Leibwächter braucht sie nur beim Spazierengehen. Die Wohnung hat eine Alarmanlage.

Elena, Sie haben einen neuen Freund. In der Zeitung stand: 23 Jahre alt und Jurist.

Elena: Wir haben uns in einem Sushi-Restaurant kennen gelernt und sind gerade zusammengezogen.

Vor zwei Jahren hat die ganze Welt das Pop-Duo Tatu noch für lesbisch gehalten.

Elena: Wir haben nie gesagt, dass wir lesbisch sind. Wir hatten beide die ganze Zeit einen festen Freund. Aber uns hat nie jemand danach gefragt.

Dann war die wilde Knutscherei nur fürs Image?

Elena: Das kam ganz spontan und emotional. Zum ersten Mal für ein Video. Das hatte nichts mit einer Imagekampagne zu tun.

Zur Person

Elena Katina, heute 21, und Julia Wolkowa, 20, wurden 1999 für das Duo Tatu gecastet und als lesbische Schulmädchen vermarktet. Das machte sie zur erfolgreichsten russischen Pop-Band aller Zeiten. "All The Things She Said" (rund 2 Mio. Mal verkauft) belegte in Deutschland 19 Wochen Platz eins. In den USA kam es zum Skandal, als sie in der Jay-Leno-Show mit einem kyrillisch bedruckten T-Shirt gegen den Irak-Krieg auftraten. Als Julia 2004 schwanger wurde, trennten sie sich von ihrem Manager und legten eine eineinhalbjährige Pause ein.

Wie haben Ihre Eltern reagiert?

Elena: Die sind ganz locker und haben gelacht.

Ihr früherer Manager, der Kinderpsychologe Iwan Schapowalow, produziert heute eine Sängerin, die er als vermummte muslimische Selbstmordattentäterin präsentiert. Ist das nicht etwas makaber?

Julia: Wieso? Ich finde nichts dabei.

Es heißt, Sie hätten sich im Streit von Schapowalow getrennt, weil er mit Tatu Millionen gemacht hat und für Sie nur ein paar Prozent übrig blieben?

Elena: Wir sind mit Schapowalow heute noch befreundet. Und Geld ist wirklich das Letzte, was uns interessiert. Die Verträge mit ihm haben unsere Anwälte ausgehandelt.

Warum kam es dann zu der Trennung?

Julia: Ich war schwanger und zu Hause bei meinen Eltern. Allerdings, mein Verhältnis zu Schapowalow war immer besser als Lenas. Er kam also zu uns, und ich habe gesagt, dass ich nicht mehr will. Wir hatten keinen Streit deswegen, aber es kam für ihn ziemlich unerwartet.

Angeblich sollen Sie schon mal schwanger gewesen sein und abgetrieben haben.

Julia: Kann sein.

Das war 2003, dem Jahr, als Sie am Grand Prix teilnahmen.

Julia: Ich habe nicht im Kalender nachgesehen.

Elena, Sie haben mal gesagt, Sie hätten so viele Sünden begangen, dass Sie oft bei einem Priester waren.

Elena: Für mich sind das heute keine Sünden mehr. Aber ich bin ein religiöser Mensch, gehe regelmäßig in die Kirche.

Wie soll es denn weitergehen?

Elena: Erst mal eine Promo-Tour, dann Konzerte. Und ich will auf jeden Fall auch Mutter werden. Das wollte ich schon immer. Hat sich nur nicht ergeben.
Julia: Ich will auch noch mehr Kinder. Am besten vier.

Interview: Andreas Albes

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