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Wettbewerb: Panama im Miss-Universum-Fieber

In der Hoffnung auf Ruhm, Geld und eine mit Diamanten bestückte Krone stellen sich 71 junge Frauen heute nacht der "Miss Universum 2003"-Wahl in Panama.

Die Augen von Millionen von Fernsehzuschauern in aller Welt sind in der Nacht zum Mittwoch auf Panama gerichtet. In dem mittelamerikanischen Land wird die "Miss Universum 2003" gewählt, und seit Wochen ist die Republik im Miss-Wahl-Fieber. Junge Frauen aus 71 Ländern sind zum Wettbewerb angereist - in der Hoffnung auf Ruhm, Geld und eine mit Diamanten bestückte Krone. Bei einer ganzen Serie von öffentlichen Auftritten, einschließlich einer "Fiesta Panameña", haben sie sich in den vergangenen Tagen dem panamaischen Publikum bereits vorgestellt.

Erstmals Titel aberkannt

Am Dienstagabend gegen 22.00 Uhr Ortszeit (Mittwoch 04.00 Uhr MESZ) wird die amtierende "Miss Universum", Justine Pasek (23), ihre Nachfolgerin krönen. Die Monarchin auf Zeit stammt ebenfalls aus Panama. Beim Wettbewerb 2002 in Puerto Rico wurde sie nur Zweite. Das Rennen hatte seinerzeit die Russin Oxana Fjodorowa gemacht. Doch im vergangenen September wurde Fjodorowa - einmalig in der 51-jährigen Geschichte dieser Schönheitskonkurrenz - der Titel aberkannt. Sie sei ihren repräsentativen Aufgaben nicht nachgekommen, monierten die Veranstalter und nannten die Russin eine "unglaublich verwöhnte Zicke". Fjodorowa, eine Polizeijuristin, entgegnete, dass ihre Doktorarbeit sie voll beansprucht habe.

Schauspielausbildung und Talk-Show

Solche privaten Verpflichtungen kann sich eine Schönheitskönigin aber nicht erlauben. Sie muss während ihres Amtsjahres für eine Vielzahl von öffentlichen Auftritten, wie Talk-Shows oder Benefiz-Galas, bereit stehen. Sie bezieht in diesen zwölf Monaten ein festes Gehalt und darf in einem New Yorker Luxusapartment wohnen. Sponsoren werden sie mit Kleidung und Schmuck reich beschenken. Außerdem kommt "Miss Universum" in den Genuss eines zweijährigen Stipendiums an einer New Yorker Schauspielschule. Die weltweiten Rechte an dem Wettbewerb halten der amerikanische Milliardär Donald J. Trump und der US-Fernsehsender NBC. Bekannteste Konkurrenzveranstaltung ist die Wahl der "Miss World".

Miss Deutschland auf Friedensmission

Nur ein Mal, mit dem Triumph Marlene Schmidts 1961, wurde eine Deutsche "Miss Universum". In diesem Jahr geht die aus der Ukraine stammende Münchner Schauspielschülerin Alexandra Vodjanikova (19) für die Bundesrepublik an den Start. Nach ihrer Wahl zur "Miss Deutschland" Anfang des Jahres machte sie Schlagzeilen als sie ankündigte, in den Irak reisen und mit Saddam Hussein über die Gefahr von Biowaffen sprechen zu wollen. Vor den Kameras in Panama-Stadt berichtete Vodjanikova jetzt von ihrer Exkursion nach Bagdad kurz vor Kriegsbeginn. Mit dem seit Anfang April spurlos verschwundenen Ex-Diktator traf sie dort aber nicht zusammen.

Venezuela nimmt doch teil

Schlagzeilen anderer Art machte die Venezolanerin Mariàngel Ruiz. Mitte Mai hatte es geheißen, sie könne nicht teilnehmen, weil die nationale Miss-Organisation wegen der Devisenbeschränkungen in dem krisengeschüttelten Land die Reise nicht bezahlen könne. Das südamerikanische Ölland ist berühmt für die große Zahl erfolgreicher Teilnehmerinnen an Schönheitswettbewerben. Eine "Miss Universum"-Wahl ohne Venezuela wäre vielen daher wie eine Fußballweltmeisterschaft ohne Brasilien vorgekommen. Doch nach Tagen des Bangens kam von dem venezolanischen Medienmogul Gustavo Cisneros die Nachricht, dass er die Kosten für Reise und Aufenthalt von geschätzten 70.000 US-Dollar (60.000 Euro) übernehmen werde.

DPA
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